1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Pohlheim

»Meet for Future«

Erstellt:

In zwei Thementagen sollen Jugendliche mit den kommunalpolitischen Gremien und Abläufen vertraut gemacht und an die Politik herangeführt werden,

Pohlheim (jüs). Pohlheim ist eine von 15 Kommunen in Deutschland, die am Projekt »Jugend entscheidet« der Hertie-Stiftung teilnehmen darf. Im Januar 2022 hatten sich die Jugendbeauftragten gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendbüro der Stadt Pohlheim entschieden, sich an der Ausschreibung des Projekts zu beteiligen. Nach einem einstimmigen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, die die Bewerbung befürwortete, erfolgte bis Mitte März die Abgabe der Bewerbung. Im März erhielten die Pohlheimer die erfreuliche Nachricht, an dem Projekt teilnehmen zu können (wir berichteten am 23. März darüber).

Im Mai 2022 hatte bereits ein erstes Treffen aller für das Projekt ausgewählter Kommunen in Berlin stattgefunden. Aus Pohlheim nahmen damals Jugendpflegerin Elke Leyrer, Gemeinwesenarbeitkoordinatorin Isabel Stühn und Bürgermeister Andreas Ruck daran teil und erfuhren, dass Pohlheim mit seiner bereits bestehenden, arbeitsfähigen und vernetzten Arbeitsgruppe den anderen teilnehmenden Kommunen sehr viel voraushat.

In einem Coachingprozess wurde die Arbeitsgruppe aus der Limesstadt von einer externen Trainerin auf die Thementage für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren, die in Pohlheim am 15. und 16. September stattfinden, vorbereitet. In den wichtigen Thementagen werden die Jugendlichen mit den kommunalpolitischen Gremien und Abläufen vertraut gemacht und an die Politik herangeführt, mit dem Ziel, dass sie selbst eine für sie relevante Projektidee über einen Antrag in der Stadtverordnetenversammlung zur Verwirklichung bringen.

Teil der Thementage ist auch eine simulierte Stadtverordnetenversammlung und ein Abend, an dem die jungen Menschen die Kommunalpolitiker der Stadt kennenlernen können und sollen. Darüber hinaus unterstützt der Kooperationspartner »Politik zum Anfassen e.V.« die Jugendlichen bei der Entscheidungsfindung.

Bei einer Pressekonferenz im Garten des Amtssitzes von Bürgermeister Andreas Ruck informierte das kommunale Team Pohlheim, das seit einem Jahr zusammenarbeitet und sich seitdem alle zwei bis drei Wochen trifft, über Einzelheiten der bevorstehenden Tage. Dabei anwesend waren neben Ruck, Isabel Stühn (Gemeinwesenkoordinatorin) und Jugendpflegerin Elke Leyrer auch Simone van Slobbe-Schneider (Grüne), Tabea Düringer (Pfadfinder Royal Rangers), Filiz Bulut (Adolf-Reichwein-Schule), Lukas Budak (SPD-Stadtverordneter und Jugendbetreuer). Verhindert waren Risko Bulut (CDU-Stadtverordneter und Jugendbetreuer), Lucas Maienschein (Freie Evangelische Kirche) und Karina Scholl (Jugendbüro).

An Politik heranführen

Mit den zwei Thementagen werden die Kinder und Jugendlichen aus Pohlheim an die Kommunalpolitik herangeführt und lernen, sich in einem Prozess auf Anträge zu einigen, wie Simone van Slobbe-Schneider ausführte.

Am zweiten Tag findet auch eine fingierte Stadtverordnetenversammlung statt, um dann später diese Anträge oder einen Antrag (je nachdem, was dabei herauskommt) in die »richtige« Kommunalpolitik einzuführen und dort auch als Antrag zu stellen, sodass er auch verabschiedet wird oder eben nicht.

Dem kommunalen Team geht es darum, dass das, was mit »Jugend entscheidet« beginnt, sich auch bestätigen soll in Mitbestimmung von nicht wahlberechtigten jungen Menschen in der Kommunalpolitik.

»Der oder die Anträge (sollte es dazu kommen) werden ein Vierteljahr lang weiter bearbeitet in Gremien, daraus geht ein richtiger Antrag an die Stadtverordnetenversammlung hervor. Wir werden den Weg klassisch begleiten, in der Januar-Runde wird/werden sie dem Magistrat vorgelegt«, so Bürgermeister Andreas Ruck.

Im Idealfall kann aus dem Projekt ein Jugendparlament entstehen, wie Lukas Budak betonte, der die hochprofessionelle Unterstützung der Coacherin aus Frankfurt lobte. Das bisher Erreichte war bisher nur durch die überfraktionelle Arbeit und das Zusammenspiel aller Stadtverordneten möglich, so Budak.

Bisher haben sich elf Jugendliche für die Thementage in der Volkshalle angemeldet. Interessierte Jugendliche können sich noch kurzfristig anmelden. Für die Teilnahme an »Jugend entscheidet« kann eine Unterrichtsbefreiung von den Schulen erteilt werden.

Für weitere Informationen stehen Karina Scholl vom Kinder- und Jugendbüro (0151/228 750 25) oder Filiz Bulut von der Adolf-Reichwein-Schule (0177/1811795) - gerne auch per WhatsApp - zur Verfügung. Die Anmeldung kann auf der Homepage der Stadt www.pohlheim.de (Startseite) heruntergeladen werden.

Auch interessant