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»Nerven bei einigen Akteuren liegen blank«

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Der Nabu-Kreisverband weist die Kritik der Freien Wähler Pohlheim bezüglich der Kita-Planung am Rande des Naturschutzgebietes Lückebachaue zurück

Pohlheim (red). Die Kritik der Freien Wähler Pohlheim am Nabu, von diesem sei kein Wort zum »unökologischen Verhalten« bezüglich der Planung einer Kita am Rande des Naturschutzgebietes (NSG) Lückebachaue zu hören und dieses lasse »eine fehlende Logik im Handeln des Nabu-Kreisverbandes erkennen«, nehmen wir mit großer Verwunderung zur Kenntnis, so der Nabu-Kreisverband in einer Pressemitteilung.

Offensichtlich lägen bei einigen Akteuren in Pohlheim und um die Planungen zum Garbenteicher Gewerbegebiet die Nerven blank und man wolle von eigenen Fehlern im Verfahren ablenken. Schließlich fordere der Nabu bezüglich dieser Planung lediglich die Einhaltung des bestehenden Rechts ein. Und dieses sei durch die Stadt Pohlheim durch den Aufstellungsbeschluss nicht eingehalten worden. Mitverantwortlich seien hierfür offensichtlich auch die Freien Wähler, die, glaube man ihrer eigenen Pressemitteilung, ja dafür gestimmt hätten. Nahezu alle Bedenken des ehren- und hauptamtlichen Naturschutzes seien »weggewogen« worden. Damit habe man das Vorgehen des Nabu geradezu provoziert. Eine solche durchweg ablehnende Haltung zu Belangen des Naturschutzes suche in den letzten Jahrzehnten seinesgleichen im Kreisgebiet. Der Nabu erinnert daran, dass er nur äußerst selten den Rechtsweg beschreitet. Der Nabu-Kreisverband arbeite rein ehrenamtlich und gehe verantwortungsvoll mit den vorhandenen Geldern um. Es werde genau abgewogen, wann man klagt, heißt es weiter.

Gravierend ignorant

Hier jedoch sei das Vorgehen von Investor und Stadt so gravierend ignorant gewesen, dass gar keine andere Möglichkeit mehr gegeben gewesen wäre, um den gesetzlich festgelegten Belangen des Naturschutzes Geltung zu verschaffen.

Wenn die FWG Pohlheim jetzt eine angebliche Kitaplanung hier ins Spiel bringt und dabei plötzlich den Naturschutz entdeckt, sei das auf der einen Seite zwar erfreulich, sei die FW Pohlheim bisher doch nicht gerade damit aufgefallen, sich für Naturschutzbelange einzusetzen. Auf der anderen Seite konnte der Nabu-Kreisverband jedoch hierzu noch keine Stellungnahme abgeben, weil es bisher kein Verfahren hierzu gibt und die Planungen nicht bekannt sind. Sollte es sich jedoch herausstellen, dass diese tatsächlich am Rand des NSG geplant sei, so werde man selbstverständlich hiergegen vorgehen, zumal es ja wohl Alternativen gäbe. Auch dürften allein die NSG-Bestimmungen zu diesem Gebiet eine solche Planung verbieten, seien doch in § 3, Absatz 16 alle Maßnahmen auch im Umfeld des NSG zu unterlassen, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Schutzgüter im NSG führen können. Genau dieses wäre aber durch den Bau einer Kita am Rand des Gebietes gegeben. »Es ist schön, wenn Kinder im Grünen aufwachsen können. Aber es werden sich in Pohlheim sicher noch andere Bereiche finden, die geeignet sind und nicht direkt an ein hochsensibles Gebiet grenzen«, so der Nabu-Kreisverband.

Es bleibe festzustellen, dass einige politische Entscheidungsträger in Pohlheim, wie auch in anderen Gemeinden im Speckgürtel von Gießen vor allem maßloses Wachstum mit allen seinen Folgeerscheinungen im Sinn hätten und dafür auch bereit seien, unsachlich zu werden, um von eigenen Fehlern abzulenken.

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