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Ortsbeirat für dezentrale Flüchtlingsheime

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Pohlheim (jüs). Der Ortsbeirat Watzenborn-Steinberg hat bei sechs Ja-, einer Neinstimme und einer Enthaltung für eine Unterbringung von Flüchtlingen in allen Stadtteilen plädiert. Darum soll sich die Verwaltung kümmern. Ein Teil des zu entwickelnden Konzepts soll die Fläche »Schönbornswiese« sein (siehe nebenstehenden Bericht).

Bürgermeister Andreas Ruck (parteilos) informierte den Ortsbeirat in seiner Sitzung am Mittwoch. Bei der »Schönbornswiese« gebe es nicht wie befürchtet Altablagerungen. Für das Gelände, das früher dem Landkreis gehörte und damals um vier Meter aufgefüllt wurde, existiere ein Bodengutachten von 2018/2019. Ein Kanal und Unterleitungen sollen in Kürze verlegt werden. Das würde jedoch keine Beeinträchtigungen für einen möglichen Campus bedeuten. Kleinere Häuser aufzustellen wäre sinnvoller, weil sie später flexibler genutzt werden konnten, meinte Ruck. Er plädierte dafür, den Wohnkomplex in einen Campus für Auszubildende im handwerklichen Bereich umzuwandeln.

Den Ausführungen des Bürgermeisters schloss sich eine lebhafte Debatte an. Die Gebäude sollten nicht der endgültigen Integration dienen, sondern der Erstaufnahme. Den Standort »Schönbornswiese« hält man für geeigneter als die Fläche am Hallenbad, insbesondere wegen der dortigen Bäumen und der Nähe zu den Anwohnern.

In einer Sitzungsunterbrechung meldeten sich auch Bürger zu Wort. Werner Schäfer fand den Standort einer Unterkunft »wurscht«. Er prophezeite, dass dort zunächst Ukrainer untergebracht werden, die möglicherweise schnell zurückgehen und leicht integriert werden könnten. Schuster befürchtete, dass dort anschließend ein »Ghetto« entstehen würde. Der Azubi-Campus sei »ein Märchen«. Er wolle, dass Flüchtlinge integriert und nicht kaserniert würden. Er appellierte an die Politiker, das »Ghetto« zu verhindern.

Helmut Schwan ergänzte: »Man wird mit Menschen klarkommen müssen, deren Integration doppelt so schwer ist.« Karl-Heinz Sommer verwies auf die Richtlinien des Landkreises. Dort werde einer dezentralen Unterbringung der eindeutige Vorrang gegeben.

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