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Patronatsfest mit hohem Besuch

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Die stolzen neuen Messdiener und Sängerinnen mit dem Kirchenoberhaupt. Foto: Schu © Schu

Hoher Besuch war am Sonntag bei den syrisch-orthodoxen Christen der Kirchengemeinde Mor Had Bschabo Hausen, die in der Kirche mit einer Eucharistiefeier das Patronatsfest feierten.

Pohlheim (jüs). Hoher Besuch war am Sonntag bei den syrisch-orthodoxen Christen der Kirchengemeinde Mor Had Bschabo Hausen, die in der Kirche mit einer Eucharistiefeier das Patronatsfest ihres Namensgebers und anschließend unter freiem Himmel ihr Familien- und Sommerfest feierten.

Dem über dreistündigen Gottesdienst mit Eminenz Mor Philoxenus Matthias Nayis, dem Bischof der Erzdiözese der syrisch-orthodoxen Kirche für Deutschland mit Sitz im syrisch-orthodoxen St. Jakob von Sarug Kloster in Warburg und Gemeindepfarrer Semun Korkmaz sowie Churoyo Gabriel und Pfarrer anderer Gemeinden und Diakonen wohnten rund 250 Besucher bei. Auch Bürgermeister Andreas Ruck mit Ehefrau und Sohn war der Einladung gefolgt. Zum anschließenden alljährlichen Familienfest der Mor Had Bschabo Gemeinde kamen noch viele Personen hinzu.

Märtyrertod

Der Heilige Mor Had Bschabo, Namensstifter der Kirche in Hausen, lebte im vierten Jahrhundert nach Christus und war ein Diakon der Kirche im heutigen Erbil im Irak. Sein Name bedeutet »Sohn des Sonntags«. »Mor« kommt, wie fast alles in der syrisch-orthodoxen Kirche aus dem Syrischen, einem aramäischen Dialekt und heißt übersetzt »Herr« oder »mein Herr« und ist ein Ehrentitel. Had Bschabo wurde während einer der härtesten Verfolgungswellen der Christen verhaftet und gefoltert und durch Henker hingerichtet. Durch seinen Märtyrertod wurde er ein Beispiel für andere Christen. Im 20. Jahrhundert flohen viele aramäische Christen vor den herannahenden osmanischen und kurdischen Truppen, die nach einem Dekret schon ganze Dörfer ausgemerzt hatten in die südöstliche Türkei in die Tur Abdin Region, knapp vor der irakischen Grenze.

Dort in Aynwardo überlebten viele Menschen, weil der Ort auf einem Hügel liegt und verteidigt werden konnte. In der Kirche Mor Had Bschabo suchten sie Zuflucht und nahmen an der Verteidigung von Kirche, Dorf und Volk teil. Aus diesen Hintergründen wurde die Kirche in Hausen benannt.

Viele in Pohlheim und Umgebung lebende Christen kommen aus dieser Gegend. Geehrt wird der Glauben eines Mannes, der gegen Tyrannei seine Stimme erhob und für seinen Glauben an Jesus Christus starb, wie Yuhanun Savci, Vorsitzender der Kirchengemeinde, bei seiner Begrüßungsansprache zum Familienfest hervorhob.

Feierlich war während des Gottesdienstes die Aufnahme und Weihe von drei Jungen zu Messdienern sowie neun Mädchen, die als Sängerinnen in den Dienst der Gemeinde aufgenommen wurden. Symbolisch wurden sowohl den Jungen als auch den Mädchen dabei vom Bischof ein paar Haare abgeschnitten. Als äußeres Zeichen trugen danach die Jungen und Mädchen mit Stolz eine Stola.

Im Mittelpunkt der gut halbstündigen Predigt des syrisch-orthodoxen Kirchenoberhauptes in Deutschland stand das Thema »Samariter«. Dabei erklärte er symbolisch, was gute Samariter heute bedeuten könnten.

Beim anschließenden Familienfest gab es Grillspezialitäten sowie Kaffee und Kuchen, Kinderattraktionen und Hüpfburg, Gesang und Live-Musik. Ein großer Tanzkreis mit über hundert Männern, Frauen und Kindern sorgte auf dem Parkplatzgelände der Kirche für großartige Stimmung.

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