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Poetry Slam mit Expertenanleitung

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Lars Ruppel (vorne 4. von links) und Schulleiterin Petra Brüll (hintere Reihe mit roter Jacke) beim Gruppenbild mit den Mitwirkenden. Foto: Schu © Schu

Pohlheim (jüs). In diesem Jahr feiert die Adolf-Reichwein-Schule (ARS) im Pohlheimer Stadtteil Watzenborn-Steinberg ihr 50-jähriges Bestehen. Die schulformübergreifende, integrierte Gesamtschule mit Ganztagsangeboten feiert das Jubiläum aber erst nach den Sommerferien. Schon im Vorfeld fand im Rahmen des Schuljubiläums ein Highlight statt, denn Deutschlands bekanntester Poetry Slammer Lars Ruppel war zu Gast in der ARS und absolvierte mit rund 15 Schülern (ab Klasse 6) und ein paar Erwachsenen einen vierstündigen Workshop.

Geheimnisse der Dichtkunst

Am Abend wurde das Projekt mit einer Aufführung in der Aula, zu der auch die Angehörigen der Mitwirkenden eingeladen waren, zu einem würdigen und gelungenen Abschluss gebracht. Alle Beteiligte hatten ihren Heidenspaß mit dem 37-jährigen Lars Ruppel, seines Zeichens mehrfacher Deutscher Meister im Poetry Slam, der die Teilnehmer in die Geheimnisse der Dichtkunst einweihte. Seine Aufgabe war, mit den Schüler Texte zu schreiben, ihnen zu helfen, ihre eigene Stimme und Sprache sowie ihre Fähigkeiten und Potenziale zu entdecken und das hat der 1985 geborene Lars Ruppel, dessen Elternhaus in Gambach steht und der in Butzbach seine Abiturprüfung ablegte und jetzt in Berlin lebt, mit ihnen auch gemacht.

Er vollzog mit ihnen nur Sachen, die Spaß verbreiteten, keine Theorie, nur Spiele gespielt, mit der Sprache und darüber dann ins Schreiben gekommen. Die Freude und Begeisterung am Spiel mit Worten und Gedanken zeigte sich bei der aufmerksamen und interessierten Schülerschaft, die Lars Ruppel immer wieder miteinbezog. So wurde beispielsweise gemeinsam eine »romantische Horrorstory um Ponys« entwickelt, oder in einem »Synonym-Battle« schnellstmöglich fünf kreative Synonyme für ausgewählte Wörter gefunden, und ausgehend von zufällig gefundenen Nomen das Phänomen der Liebe entschlüsselt. Viel Spaß bereiteten auch die zwei zur gleichen Zeit laufenden Assoziationsketten oder einen Text zu schreiben über Sachen, die noch nicht existieren.

Er gab den wissbegierigen Schülern unterschiedliche Impulse, wie es gelingen kann, Lesen, Schreiben und das Interesse für Literatur zu entstauben und innovativ wiederzuerwecken. Das Ergebnis konnte sich am Abend sehen und hören lassen.

»Die Schüler haben eigentlich nur das gemacht, was sie schon immer konnten, wofür aber manchmal die Zeit fehlte, nämlich das Schreiben, wie sich erwiesen hat«, wie Ruppel nach dem Workshop lobend hervorhob. Es habe sich gezeigt, welch großes Potenzial in diesen Schülern und in dieser Schule steckt. Am Abend präsentierten die Schüler nacheinander freiwillig, teilweise sogar auswendig, ihre selbst verfassten und erarbeiteten Texte und begeisterten dabei das Publikum und ihren »Lehrmeister«.

Zwischendurch animierte Lars Ruppel die Gäste in der Aula zu einer Übungsaufwärmrunde für die Gesichter. Dass Lars Ruppel ein Meister seines Faches ist, bewies er mit seinem selbst geschriebenen Vortrag »Mit der S-Bahn in Berlin zum Bahnhof Zoo«, den er zum Besten gab und dafür viel Beifall erntete, ebenso die Mitwirkenden für ihre Vorträge.

Schulleiterin Petra Brüll hob den tollen Tag mit deutschem Slampoet und Kabarettist Lars Ruppel hervor. Es sei eine brillante Idee gewesen, ihn zum Schuljubiläum den Schülern zugutekommen zu lassen. Am liebsten hätte sie gleich beim Workshop mitgemacht.

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