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Pohlheim wächst demnächst

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Pohlheim wächst: Unterhalb dieser Neubauten reicht das Baugebiet Hausen Ost bis hin zur Landesstraße. Begonnen wird allerdings im Süden mit einem Mischgebiet. Im Hintergrund sieht man an der begrünten Landesstraße einen grünen Wiesenstreifen hin zur Ortsbebauung in Garbenteich: Auch »Hinter der Friedensstraße« soll Wohnraum entstehen. Luftaufnahme: Zylla © Red

Das Baugebiet »Hausen Ost«, in dem für 400 Menschen Wohnraum entsteht, könnte schon ab Herbst erschlossen werden. Der Satzungsbeschluss ist jedenfalls vorgesehen.

Pohlheim (ww). Die Umsetzung des Baugebietes Hausen Ost, in dem rund 400 Menschen zukünftig eine Wohnung finden können, dauert nur noch ein paar Monate. Pohlheims Parlamentarier beschlossen in ihrer Sitzung vor der Sommerpause die Auslegung der Bauleitplanung. Ein Satzungsbeschluss ist noch im Herbst geplant. Danach würde die Erschließung erfolgen können, für die noch keine Kostenkalkulation vorliegt. Einwendungen und Anregungen werden jetzt von der Stadt entgegen genommen.

Nach der Auslegung kommt der Satzungsbeschluss einhergehend mit der Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen, mit dem Baurecht geschaffen wird. Als Zufahrt dient ein Kreisel auf der Höhe des Abzweigs zur Tankstelle Pfannmüller. Zunächst entstehen unter der Regie der Stadt ein Mischgebiet als erstem Bauabschnitt von der Landesstraße aus nach Norden, dem sich Mehrfamilienhäuser bis in Höhe der Straße »Zur Lutherlinde« anschließen.

Reiner Leidich sprach für die CDU von »Landverschwendung«, da im oberen Teil, dem zweiten Bauabschnitt, nur ein Vollgeschoss zugelassen sei. »Das gefällt uns nicht« Pohlheims Christdemokraten hätten auch gerne im Mischgebietsteil eine Kindertagesstätte umsetzen wollen, die nun im geplanten Baugebiet »Hinter der Friedensstraße« in Garbenteich südlich der Landesstraße entstehen wird. Dieses Thema war neulich in einem Ausschuss bis in den Herbst vertagt worden, weil die Fraktionen noch Fragen an den privaten Investor hatten. Aktuell möchten SPD, Grüne und FDP eine klimaneutrale Wärmeversorgung vom Projektentwickler umgesetzt wissen. Ein entsprechender Antrag wird nach der Sommerpause beraten.

Christdemokrat Reiner Leidich setzte jedenfalls beim heiß diskutierten Thema Grasweg im Zusammenhang mit dem Baugebiet Hausen Ost im vergangenen Jahr eine letzte Spitze: »Herzlichen Glückwunsch zur Schrumpfung des Graswegs« CDU und FW hatten letztlich genügend öffentlichen Druck erzeugt, um die Zusage von Bürgermeister Andreas Ruck (parteilos) an Anwohner einen befahrbaren Feldweg hinter ihren Grundstücken zu belassen, zu kippen. Der Weg ist zukünftig nur für Fußgänger passierbar.

»Wir stimmen zu, obwohl keine Kostenkalkulation vorliegt«, meint Andreas Schuch (FW) zum Vorhaben, wobei auch seine Fraktion eine höhere Verdichtung bevorzugt hätte. Peter Alexander von der SPD betonte: »Wir wollen das Baugebiet voranbringen. Wenn wir jetzt noch eine Kita geplant hätten, hätten wir leider wieder von vorne anfangen müssen.« Letztlich wurde gegen die Stimmen der CDU die Auslegung beschlossen.

Solarförderung beschlossen

35 000 Euro stehen für die Solarförderung 2022 in Pohlheim bereits im Etat zur Verfügung. Es fehlten aber entsprechende Richtlinien, die jetzt verabschiedet wurden. Auf Betreiben von Björn Feuerbach (FW) wurden noch vor der Abstimmung landwirtschaftliche Unterstände in den Richtlinien als förderfähig eingestuft.

Für Photovoltaik an Fassaden und auf Dächern, außer Freiflächen, und Steckersolargeräte, sogenannte Balkonsolaranlagen, gibt es Zuschüsse. Antragstellende können Eigentümer, Inhaber grundstücksgleicher Rechte und Mieter im Fall von Balkonsolaranlagen mit Zustimmung des Vermieters. Maximal 1000 Euro an Zuschuss sind möglich, bei Balkonsolaranlagen immerhin maximal 100 Euro.

Wasserspar-Appell verabschiedet

Ein Dringlichkeitsantrag der Grünen, den Simon Hafemann vorstellte, wurde auf die Tagesordnung genommen und einstimmig verabschiedet. Hier geht es um die drohende Wasserknappheit und Sparmaßnahmen in der Kommune. Der Magistrat appelliert jetzt öffentlich an die Pohlheimer, Trinkwasser nicht zu verschwenden, unter anderem für Pools oder die Fahrzeugwäsche. Die Wassernutzung auf Rasensportplätzen und bei Feuerwehrübungen zählen auch dazu. Über eine einhergehend angeregte Knappheitsanzeige auf der Homepage der Stadt, eine Wasserampel wie in Fernwald, wird nach der Sommerpause geredet. Hafemann unterstrich, dass man wider besseres Wissen in den vergangenen 35 Jahren versäumt habe, der Klimapolitik Gewicht zu verleihen.

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