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»Schaden für Pohlheim«

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Gegen den Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Garbenteich Ost wird seitens des Nabu geklagt. Skizze: Revikon © Red

Es sind bereits ansiedlungswillige Firmen abgesprungen. Projektentwickler Daniel Beitlich meint: »Pohlheim wird mit der Klage des Nabu ein Bärendienst erwiesen.«

Pohlheim . Projektentwickler Daniel Beitlich ist enttäuscht, erste Firmen sind bereits wegen der Unsicherheiten abgesprungen. »Pohlheim wird ein Bärendienst erwiesen«, zeigte er sich im Hinblick auf die Klage des Naturschutzbundes gegen den Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Garbenteich Ost enttäuscht.

Es werde gegen ein auf breiter Basis demokratisch verabschiedetes Gewerbegebiet geschossen. CDU, FW, FDP und der Großteil der SPD hatten sich dafür ausgesprochen. Die Grünen und ein Unabhängiger in der SPD-Fraktion, Karsten Becker, der auch Sprecher der Bürgerinitiative Garbenteich gegen das Gewerbegebiet Ost, sind dagegen.

Vonseiten seines Unternehmens Revikon würden in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde bereit vereinbarte Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt. Die Bäume am Rand der Landesstraße seien natürlich gefällt worden, um Erschließungsarbeiten zeitnah umsetzen zu können. Danach würden selbstverständlich wieder Bäume angepflanzt, betonte Beitlich im Gespräch mit dem Anzeiger.

Nachdem der Nabu kritisiert hatte, dass wesentlich mehr Lerchen auf dem Areal beheimatet seien, als sein Umweltplaner Kay-Pieter Stehn-Nix, in Pohlheim kein Unbekannter, festgestellt hatte, habe sein Unternehmen eine weitere Begutachtung vornehmen lassen. Der Revikon-Geschäftsführer weist daraufhin, dass die 28 Lerchen-Brutpaare einzigartig auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland gewesen wären. Es habe sich letztlich herausgestellt, dass sich die von Stehn-Nix genannte Anzahl von sieben Brutpaaren bestätige.

Dass Zedler das Revikon-Gesprächsangebot ausgeschlagen habe, weil ihm vier Gesprächspartner gegenüber gesessen hätten, konnte Beitlich nicht nachvollziehen. »Wir sprechen mit 100 Personen, aber auch mit einer.«

In enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde sei schon ein Lerchenfenster an anderer Stelle umgesetzt worden. »Wir arbeiten das im Dialog ab.« Blühstreifen würden gerade angelegt. Auch Kritik nehme man an. Für das umzäunte Regenrückhaltebecken seien jetzt Ausgleichsflächen vorgesehen. Es sei einsehbar, dass die Umzäunung Tiere davon abhalte, dort zu residieren, der Zaun diene aber dazu, unter anderem Kinder vor Gefahren zu schützen.

Als erste Maßnahme werde ein Radweg gebaut. Es werde hier später für ein dichteres Baumbild durch Neuanpflanzungen gesorgt. »Alle das ist abgestimmt.« Die Flächen seien bezahlt und damit im Eigentum. Dass man natürlich bei solch einem großen Projekt nicht mit vorbereitenden Arbeiten warte, da man erst ab Oktober wieder mit der Erschließung erst hätte weitermachen können, sei wohl einsichtig, ging er auf Karsten Beckers im Anzeiger geäußerte Kritik ein. Dass Becker im Entscheidungsprozess einst verbreitet habe, dass sich dort ein Chemieunternehmen ansiedeln werde, quittiert Beitlich mit einem Kopfschütteln: »Das tut schon weh. Es geht nur um die Verhinderung des Gewerbegebietes und nicht um Naturschutz. Man will das nicht. Der Dialog wird verweigert, der ist nicht von Interesse.«

Das Gewerbegebiet sei mehrfach beschlossen worden. »Die neue wie alte Pohlheim-Regierung will es. Das muss man auch einmal akzeptieren.« Es entstehe jetzt ein »Schaden für Pohlheim,« da sich erst ansiedlungswillige Firmen wie auch umsiedlungswillige Pohlheimer Unternehmen andernorts umschauen würden. Die Klage verunsichere sie.

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Daniel Beitlich Revikon-Geschäftsführer © Red

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