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Seidler: Ehrverletzende Unterstellung der Grünen

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Pohlheim (red/ww). Die Pohlheimer Grünen haben sich vertan und geben das auch unummwunden zu. Sie hatten in einer Stellungnahme am Dienstag die Freien Wähler an der falschen Stelle kritisiert, im Besonderen den ehemaligen Ersten Stadtrat und Umweltdezernenten Ewald Seidler aus Holzheim. Sie warfen ihm wie dem gesamten FW im Anzeiger vor, im Glashaus zu sitzen, wenn es um die Vereinbarkeit von Naturschutz und Versiegelung gehe.

Dazu stellt Seidler jetzt klar: »Im Text der Presseerklärung gehen die Grünen auf mein früheres Amt als Erster Stadtrat und Umweltdezernent der Stadt Pohlheim ein. Es werden Vermutungen und Absichten bezüglich meiner Tätigkeit als ehemaliger Umweltdezernent bei der Vergabe des Umweltgutachtens für das Gewerbegebiet ›Garbenteich Ost‹ angestellt. Die Grünen vermuten mich als Auftraggeber für das Umweltgutachtens des Gewerbegebietes. Dabei müssen Grüne nichts vermuten«.

Der Investor sei im städtebaulichen Vertrag mit dem Erstellen eines Umweltgutachten beauftragt worden. Damit habe er in seiner damaligen Amtszeit nichts zu tun gehabt, außer dass er Vorschläge für Ausgleichsflächen in seiner Eigenschaft als Fachdezernent gemacht habe.

»Aus der mir unterstellten manipulierten Auftragsvergabe lassen sich durch wohl vorgegebene Vergesslichkeit weitere unschöne Vorwürfe und negative charakterliche Eigenschaften konstruieren«, ärgert sich Seidler.

Ganz im Gegensatz zu den Grünen, die Gutachten immer ergebnisoffen und an hochqualifizierte Fachbüros vergeben, falle das angeblich durch den ehemaligen Umweltdezernenten und FW-Mitglied Ewald Seidler beauftragte Umweltgutachten durch eklatante Mängel in fachlicher und rechtlicher Art auf. Erklären ließen sich die Mängel nur durch ein gewolltes Ergebnis und Wahl eines unqualifizierten Fachbüros, also durch Manipulation im Interesse des Investors, durch den Auftraggeber Seidler. Weiter sprechen die Grünen von Hinweisen auf Mängel im Artenschutzteil des Umweltgutachtens. Konkret waren es 28 Feldlerchenbrutreviere, die der Nabu-Kreisvorsitzende auf der Fläche festgestellt haben will. Diese Zahl sei in den Beratungen immer als Beleg für die hohe ökologische Wertigkeit der Flächen von den Grünen herausgestellt worden. Schon bei oberflächlicher Betrachtung sollte die extrem hohe Zahl von 28 Feldlerchenbrutrevieren auf 30 Hektar intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen Erstaunen auslösen, meint Seidler.

Zum Vergleich helfe ein Blick in die Erhebungen des Nabu-Bundesverbandes, Bestandsdichten von ein bis zwei Brutreviere je zehn Hektar seien hier in einer Broschüre genannt. »Bei einem Höchstwert von zwei Brutrevieren je zehn Hektar, komme ich rechnerisch bei 30 Hektar auf sechs Brutreviere auf der Gewerbefläche«, erläutert Seidler. Ein von Revikon und den Genehmigungsbehörden bestellter Zweitgutachter habe, belegbar protokolliert, maximal acht Brutreviere festgestellt.

Er habe jedenfalls in seiner Dienstzeit als Erster Stadtrat und Umweltdezernent niemanden wie dargestellt beauftragt. »Ich fordere die Grünen Pohlheims auf, ihre Vermutungen und Unterstellungen in ihrem Artikel zurückzunehmen und öffentlich richtig zu stellen. Als kränkend und ehrverletzend empfinde ich persönlich die Unterstellung der Manipulation im damaligen Amt als Umweltdezernent der Stadt Pohlheim.«

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