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Sogar ein James-Rizzi-Modell dabei

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Sammler Andreas Dort inmitten seiner ungewöhnlichen Wohnaccessoires. Foto: Schmidt © Schmidt

Der Watzenborn-Steinberger Andreas Dort sammelt besondere Kaffeemaschinen. Er hat wohl die weltweit größte private Sammlung.

Pohlheim (ger). Die Sammelleidenschaft begleitet die Menschheitsgeschichte schon fast seit Anbeginn. Manche häufen Reichtümer an, andere sammeln Bilder, wieder andere Ü-Eier oder Briefmarken.

In Watzenborn-Steinberg gibt es allerdings einen Sammler der besonderen Art. Es ist Andreas Dort. Er hat wohl die weltweit größte private Sammlung von besonderen Kaffeemaschinen. Es handelt sich um ein Modell von einem der großen Kaffeeröster, nämlich Tchibo. Die warben mit ihrem eigenen Kapsel-Modell Cafissimo mit diesem Classic-Modell um Kunden. 40 Stück dieser Reihe sind es inzwischen, die man bei dem Kaffeefreund findet - technisch zwar gleich, aber in Farbe und Aussehen unterschiedlich. Auf die Idee kam der Pohlheimer während des Corona-Lockdowns und dem damit verbundenen Mehr an Zeit.

Er erklärt, wie es zu seiner Sammlung kam. »Im Frühjahr war meine eine Maschine defekt und ich habe mir eine neue (gebrauchte) im Internet besorgt. Irgendwie kam ich auf die Idee, die Einzelteile der defekten ebenfalls im Internet anzubieten, um sie nicht wegwerfen zu müssen. Kurioserweise wurden für ein Einzelteil, das beim Hersteller nicht mehr angeboten wird, etwa 15 Euro geboten. Die kompletten Maschinen selbst werden im gleichen Versteigerungsportal in Massen für drei bis 20 Euro angeboten. So war die Anschaffung weiterer Modelle jeweils ein Nullsummenspiel.«

Mit den dazukommenden ausgemusterten Geräten sei er dann auf die Idee gekommen, viele bunte Geräte, später alle jemals produzierten Farben, von zwei ähnlichen Modellen zu sammeln. In nur zwölf Monaten hat er die vielen Geräte zusammengetragen, und war dabei mit Fahrrad in der näheren Umgebung und im Zug mit dem Zweirad im Gepäck in ganz Deutschland unterwegs.

»Es waren schöne Ausflüge und viele nette Begegnungen.« Jetzt ist die Sammlung, inklusive aller Sondereditionen, komplett. Eine der Maschinen ist immer in Betrieb, führt er vor. Regelmäßig wechselt er die Modell-Farben, je nach Laune. Die Highlights der Sammlung in seinem Heim in der Bahnhofstraße sind - neben dem Gesamtensemble in Küche und Esszimmer - ein Modell mit Swarovski-Steinen und ein Modell, das vom verstorbenen New Yorker Künstler James Rizzi gestaltet wurde.

Alle gebraucht

In Punkto Nachhaltigkeit seien die Kapselmaschinen aus ökologischer und ökonomischer Sicht völlig out, sagt Dort und hat einen Hinweis parat. »Ich betreibe dieses Modell seit über zehn Jahren mit nachfüllbaren Adapterkapseln, der Adapter wird mit kaltem Wasser abgespült, der Kaffeesatz kommt zum Biomüll.«

Und noch etwas: Seine bunten Maschinen sind alle gebraucht und wären ohne seine Sammelleidenschaft im Elektroschrott gelandet, unterstreicht er. Jetzt sind sie zudem hübsche Wohnaccessoires. Besichtigungen sind - sobald die Pandemie es zulässt - bei Andreas Dort gerne möglich.

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