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30 Jahre und 20 Ruhebänke

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Auf der Bank »Am Ziegenberg« haben Alfred Luh, Walter Kriep, Christa Erb und Edmund Erb gemütlich Platz genommen. Foto: Heller © Heller

Anfang der 90er Jahre kamen Mitglieder des Stammtisches vom Eintracht Fan-Club Deckenbach auf die Idee, an ihrem Wohnort Ruhebänke zu bauen und in der Geilshäuser Gemarkung aufzustellen.

Rabenau (voh). Es war Anfang der 1990er Jahre, da kamen einige Mitglieder des Stammtisches vom Eintracht Fan-Club Deckenbach auf die Idee, daheim an ihrem Wohnort Ruhebänke zu bauen und in der Geilshäuser Gemarkung diese aufzustellen.

Unter den Herren im besten Mannesalter war etwa Walter Kriep. Der hatte einen Baustoffhandel und somit das benötigte Holz, außerdem schweres Gerät zum Transport und Aufstellen. 2006 entstand um diesen Kern die Ehrenamtliche Arbeitsgruppe Geilshausen. Fortan lag die Pflege der Ruhebänke und Grünanlagen im Dorf in ihren Händen. Hierbei erwarben sich besonders Edmund Erb und Ehefrau Christa große Verdienste. Da die Zeit nicht stehen geblieben ist, dürften die Herrschaften mittlerweile eher auf den Bänken ausruhen statt diese weiterhin zu reparieren.

Nachdem sich die Arbeitsgruppe bereits 2017 aufgelöst hatte, haben jetzt Edmund Erb, Christa Erb, Walter Kriep und Alfred Luh den endgültigen Schnitt gemacht. Ein allerletztes Mal traten sie zur »Aktion Generalüberholung« der 20 Bänke im Gemarkungsbereich an. Ein brauner Anstrich verleiht den Sitzgelegenheiten den Anschein ihres ersten Tags. Erb: »Es sah so schlimm aus, da haben wir uns entschlossen, das Holz auszubessern, Gras zu mähen und letztlich zu streichen.

Schweren Herzens überlassen sie nun ihr 30 Jahre altes »Baby« anderes Pflegeeltern, die freilich noch gesucht werden - bisher vergeblich. Eine Chance wäre wohl die Aufnahme der 20 Ruhebänke in einen noch auszuführenden Rundwanderweg für die Gemarkung Geilshausen innerhalb das Tourismuskonzepts. Bankpaten werden zudem gesucht. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Geschichte wiederholt, erneut eine Gruppe ein- bis zweimal jährlich 20 Bänke betreut, scheint denkbar gering.

Doch allein der Gedanke, das Projekt Gemarkungsbänke würde sang- und klanglos von der Bildfläche verschwinden, könnte die Senioren schon auf die Palme bringen. Denn darin steckt nicht nur viel Arbeit, sondern auch eine ganze Menge Herzblut.

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