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Aufforstung kostet wohl eine halbe Million Euro

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Rabenau (voh). Die Waldbewirtschaftung der Gemeinde Rabenau für das kommende Jahr rechnet mit einem Defizit von 135 000 Euro. Die Gemeindevertretung hat sich jetzt inhaltlich dazu geäußert und schließlich einstimmig den Wirtschaftsplan des Forstamtes beschlossen.

Dr. Roland Baetzel (SPD) machte deutlich, dass es hilfreich wäre, wenn die Ortsvorsteher mit den Jagdpächtern und Jägern ins Gespräch kämen, sie bäten, den Abschuss dort zu erhöhen, wo neue Pflanzungen angelegt würden. Überschüsse, die in der Vergangenheit aus dem Wald erwirtschaftet wurden, seien in eine Waldrücklage geflossen und weiter in den allgemeinen Gemeindehaushalt.

Björn Zimmer (BfRab) rechnete vor, man müsse von 600 Hektar Waldfläche 25 Hektar aufforsten. Pro Hektar koste das etwa 20 000 Euro, ergo eine halbe Million Euro insgesamt. 2023 werde das Forstamt eine neue Forsteinrichtung (Waldinventur) aufstellen. Fraktionsübergreifend sollten sich die Gemeindevertreter überlegen, wie man das neue Zahlenwerk beeinflussen könne. Christoph Dietz (CDU) stellte fest: »Wir sollten am Wald festhalten. Der muss zukunftsfähig sein.« Florian Schnecker (FW) listete die Funktionen des Waldes auf. Er diene zur Erholung, liefere Rohstoffe, sei essenziell für die Grundwasserbildung. Der Wald solle zukunftssicher umgebaut werden. Karl-Heinz Till (Grüne) mahnte, nun solle die geplante Arbeitsgemeinschaft »Wald« mal ernsthaft in die Gänge kommen. Uwe Höres (SPD) missfiel der Wald-Gleichklang. »In den letzten zehn Jahren habe ich kein Plus im Wald gesehen. Ein wahnsinniges Geld, was wir jetzt drauflegen.«

»Draufzahlgeschäft«

Lisa Langwasser (SPD) bedauerte, erst habe man mit Geld aus dem Wald den Gemeindehaushalt schön gerechnet. »Jetzt ist es ein Draufzahlgeschäft.« Beim Aufforsten sei die Gemeinde auf gutem Wege. Künftige Gewinne müssten im Wald verbleiben. Man solle die Jagdquote im Auge behalten, »dass junge Bäume wachsen«. Einstimmig beschlossen die Gemeindevertreter den Kooperationsvertrag mit dem »Klimafairein Oberhessen«. Demnach will die Organisation eine Million Bäume kostenlos besorgen (über Spenden) und pflanzen. Für Rabenau sind drei Flächen von insgesamt 2,4 Hektar im Allertshäuser Wald vorgesehen. Revierförster Thomas Kremberg wird die Baumarten auswählen.

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