1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Rabenau

Daumen hoch für Jugendpflege

Erstellt:

Die Gemeindevertretung Rabenau hat ein Konzept für die künftige Arbeit der Jugendpflege beraten. Es gibt Änderungen.

Rabenau (zye). Vor allem das wichtige Thema »Jugendpflege« wurde in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung intensiv debattiert. Hier ging es zum einen um den bereits von den Fachausschüssen überarbeiteten Konzeptionstext zur Jugendpflege. Hier legte die Gemeindevertretung mit ihren eigenen Änderungen nach.

Ursprung eines ausgearbeiteten und niedergeschriebenen Jugendpflege-Konzepts war der gemeinsame Antrag der Bürger für Rabenau (BfRab) und den Grünen. Christoph Nachtigall (BfRab) erläuterte, dass es in der Vergangenheit Kritik an der Jugendpflege gegeben habe, die einst gemeinsam von Gemeinde und Kirche durchgeführt wurde. »Da ist nicht immer das umgesetzt worden, was wir eigentlich wollten.« Allerdings sei auch nie so richtig definiert worden, was die Gemeinde für ihre Kinder und Jugendlichen möchte. »Dieses Problem ist mit diesem Konzept nun gelöst«, findet Nachtigall. Wenn es etwa um Ferienspiele in der Vergangenheit ging, habe die Umsetzung davon auf reiner Ehrenamtstätigkeit mit Unterstützung von Bürgermeister Florian Langecker beruht, informierte Christoph Dietz (CDU). Seine Fraktion unterstützte das brandneue Konzept und brachte ebenfalls Änderungen ein.

Bestandsaufnahme

Elisabeth Langwasser (SPD) fehlt jedoch noch eine Bestandsaufnahme der Ausstattung der einzelnen Jugendzentren der Gemeinde. Das sei für künftige Investitionen wichtig. Die SPD begrüßte aber auch, dass überhaupt wieder die Stelle in der Jugendpflege besetzt werden soll. Diese »ersten Schritte« finden die Freien Wähler (FW) gerade deswegen wichtig, weil es hier auch um eine Vernetzung mit der Jugendarbeit in den Vereinen und dem Nachwuchs der Gemeinde an sich gehe, so FW-Fraktionsvorsitzender Florian Schnecker. Die Grünen stimmten ebenfalls dem Konzept mit seinen Änderungen zu, allerdings waren sie nicht für ein »Splitten des Hausrechts« zwischen Jugendpflege und Ortsvorsteher, wie es die BfRab vorschlug.

Das führe zu Konflikten: »Das war nämlich eine Schwierigkeit beim letzten Jugendpfleger«, erinnerte sich Karl-Heinz Till (Grüne). Er findet, die neu besetzte Jugendpflege müsse zunächst die Zeit bekommen, sich einzuarbeiten. Erst gelte es, das Vertrauen der Jugendlichen zu gewinnen. Die Gemeinde müsse erst beobachten, wie das mit der Benutzung der Jugendzentren in der Praxis läuft, bevor über das Hausrecht entschieden wird. »Warum muss man das jetzt hier schon festsetzen?«, fragte Till. Auch die CDU sieht ein gemischtes Hausrecht zwischen Jugendpflege und Ortsvorstehern eher kritisch, weil es Konfliktpotential biete. Bisher stand im Konzept, dass die Jugendzentren »federführend« unter der Leitung der Jugendpflege stehen und im Ersatzfall unter der des Ortsvorstehers. Beide sollen dort auch das Hausrecht ausüben.

Erfahrungsbericht

Im Änderungsantrag der BfRab soll nun »bei Veranstaltungen in Präsenz der Jugendpflege« das Hausrecht der Jugendpflege unterliegen. Ansonsten bliebe es beim Ortsvorsteher. Um diese inhaltlichen Unterschiede zwischen den Fraktionen zu lösen, unterbreitete Ottmar Lich (FW) einen Vorschlag. Danach sollen die Jugendzentren - ohne Einschränkungen - unter der Leitung von Jugendpflege und Ortsvorsteher stehen. »Nach einem Jahr Arbeit der Jugendpflege soll ein Erfahrungsbericht zu dieser Regelung vorgelegt werden«, schlug Lich vor. Erst danach solle entschieden werden, ob noch eine Änderung am Konzept vorgenommen werden muss. Bei zwei Enthaltungen wurde dieser Änderung zugestimmt.

Verändert wurde außerdem - hier auf Antrag der Bürger für Rabenau (BfRab) - die älteste Altersklasse unter den Zielgruppen. Statt von »14 bis 18 Jahren« wird dort nun von »14 bis 21 Jahren« festgelegt. Beim Thema »Alkoholkonsum« solle von einer klaren Definition des Alters abgesehen werden. Es gelte schließlich bereits das Jugend- und Hausrecht in einem Jugendzentrum.

Die Änderungen der Fachausschüsse waren in dem vorliegenden Text in der Gemeindevertretung bereits eingepflegt. Nun werden noch sämtliche Änderungen der Gemeindevertretung eingearbeitet. Damit bekam das Jugendpflegekonzept einstimmig einen Daumen nach oben und wird nun so umgesetzt.

Auch interessant