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Jan Benedikt Hausner legt Ämter nieder

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Rabenau (red/dge). In der Rabenauer Kommunalpolitik stehen nach der Sommerpause Veränderungen an: Der 21jährige Kesselbächer Jan Benedikt Hausner (BfRab) legt alle seine politischen Ämter nieder. Das teilte BfRab-Fraktionsvorsitzender Christoph Nachtigall mit.

Aktiv war er im gemeinsamen Ortsbeirat Londorf/Kesselbach, in der Gemeindevertretung, als Vorsitzender des Ausschusses für Jugend, Sport, Soziales, Integration und Tourismus sowie zusätzlich als einer der beiden Jugendbeauftragten der Gemeinde Rabenau.

Hausner habe als Begründung für seinen politischen Ausstieg erklärt, dass sich im Berufs- aber auch im Privatleben in den vergangenen Monaten einiges verändert habe.

Frustration

Kritisch habe er noch hinzugefügt dass er sich mit seinen 21 Jahren, nicht immer in den politischen Diskussionen ernst genommen gefühlt habe. Das habe sehr schnell zur Frustration geführt und die notwendige Motivation wäre abhandengekommen. Aufgrund dessen könne er die Arbeit nicht mehr mit der notwendigen Leidenschaft ausführen. Im Gespräch mit dem Anzeiger bekräftigte Hausner diese Aussage. Er habe mehrmals Ideen eingebracht, die »belächelt« worden seien. Kaum seien diese aber »mit anderen Worten« aus den Reihen einer der anderen Fraktionen gekommen, habe man sie für »super« gehalten. Da fühle er sich einfach nicht wahrgenommen. Er begrüßte, dass die Gemeindevertretung sich verjüngt habe, doch gebe es noch ein paar »Uralteingessene«, die einen anderen Blick hätten. Bedingt durch einen anstehenden Jobwechsel habe er aber auch befürchtet, dass er sich nicht mehr so einbringen könne, wie er sich das wünsche. »Ich halte die Politik für zu wichtig, als dass ich da etwas schleifen lasse.«

Hausner erklärte, dass er sich ehrenamtlich im Vorstand des Carnevalvereins engagiere, zudem sei er bei der Burschenschaft und auch beim Treiser Papalala-Projekt eingebunden. Auch dies koste Zeit, die dann anderweitig fehle.

Christoph Nachtigall bedauert den Rücktritt von Hausner: »Die politische Arbeit benötigt immer viel Zeit und Ausdauer bis Ergebnisse greifbar sind, Diskussionen verlaufen manchmal aufbrausend und man ist nicht immer einer Meinung. Natürlich hätten wir uns alle gewünscht, dass er noch länger die politischen Ämter ausführt. Schließlich sind erst gut 18 Monate vergangen und gerade in der Kommunalpolitik braucht alles seine Zeit.« Dennoch respektiere er die Entscheidung und bedanke sich für das Engagement von Hausner. »Uns war es wichtig, viele neue Menschen für die Politik zu begeistern und das ist uns nachweislich gut gelungen. Das es auch Menschen gibt, die dann nach einer gewissen Zeit für sich erkennen und feststellen, dass die Politik doch nicht das Richtige für sie ist oder bei denen sich Lebensumstände ändern, gehört leider dazu. Schlussendlich bleibt es ein Ehrenamt, für welches viel Freizeit aufzubringen ist«, so Nachtigall.

Im gemeinsamen Ortsbeirat Londorf/Kesselbach ist bereits vergangene Woche der Londorfer Michael Kaiser nachgerückt. Die übrigen Funktionen, die Hausner aufgibt, werden laut Nachtigall in den nächsten Wochen neu besetzt.

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