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Jetzt ist er weg

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Der hohe Schornstein des ehemaligen Sägewerkes in Londorf ist weg. Er wurde jetzt gesprengt.

Rabenau (dge). Über Jahrzehnte prägte der hohe Schornstein des Sägewerks das Londorfer Ortsbild. Jetzt ist er weg, Anfang dieser Woche wurde er gesprengt. Verantwortlich für den flotten Abriss zeichnete das Abrissunternehmen Sichmann GmbH & Co. KG (Hüttenberg).

In der Brodbachstraße, wo der Schornstein wie ein Zeigefinger in die Luft ragte, soll Wohnraum entstehen. Mehrere einzelne Wohnhäuser, Mehrfamilienhäuser sind geplant, die Schottener Reha wird hier ebenfalls ein neues Domizil finden. Bürgermeister Florian Langecker sieht die Entstehung von Wohnraum positiv. »Wir brauchen hier barrierefreien Wohraum, so wie er für die Mehrfamilienhäuser vorgesehen ist. Gerade im Hinblick auf die älteren Menschen hier vor Ort.«

Blick zurück

Einen Blick zurück auf die Geschichte des alten Säge-werks warf Rudolf Ehmig. 36 Meter hoch war der aus Ziegelsteinen gemauert Schornstein, er pustete die Abluft der sägewerkseigenen Stromerzeugung in höhere Atmosphären. Die einstige Dampfmaschine, die noch bis 1986 in Betrieb war, ist bereits abtransportiert worden. Ein Verein aus dem Vogelsberg hat sie als erhaltenswertes Kulturgut übernommen.

»Das Sägewerk war einst der größte Arbeitgeber vor Ort. Viele waren ortsansässig, aber bei einigen - wie bei den Rüddingshäusern - war die Arbeitsstelle mit einem täglichen Fußmarsch nach Londorf verbunden.«

Am Sägemehlsilo prangte einst die Aufschrift »Holzwerk Hch. L. Wissner« und darüber das Firmenwappen. An der Schrift hat im Laufe der Jahre der Zahn der Zeit genagt. Georg Wissner II war der eigentliche Firmengründer.

Danach wurde am jetzigen Standort von Heinrich Ludwig Wissner, dem Urgroßvater des letzten Besitzers Hanfried Wissner, das Sägewerk den geänderten Bedürfnissen angepasst und verändert.

Waren es über Jahrzehnte die Lastwagen mit den Dachbalken, die bis nach Südhessen fuhren, so wurden danach vermehrt die kleineren Arbeiten in der Zimmerei verrichtet. Hanfried Wissner hat laut Ehmig das Zimmerhandwerk und das Sägewerk als »mein Leben« bezeichnet. Nun wird hier bald neues Leben einziehen.

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