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Medzentrum Rabenau auf den Weg gebracht

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So soll das neue Medzentrum einmal aussehen. © IWG

Der ehemalige Rewe-Markt in Londorf wird zu einem Medzentrum umgebaut.

Rabenau (dge/red). Die Pläne für das Medzentrum Rabenau werden voraussichtlich noch im Verlauf diesen Jahres Gestalt annehmen. Das teilte Andrea Ulrich (Unternehmenskommunikation IWG-Gruppe und Medzentrum) mit. Der ehemalige Rewe-Markt solle zu einem modernen Ärzte- und Gesundheitszentrum umgebaut werden.

Als einen Gewinn für Rabenau sieht dies Bürgermeister Florian Langecker auf Nachfrage des Anzeigers. »Gerade auf dem Land ist das eine gute Sache.« Auch dass der schon längere Zeit leer stehende Markt nun einer neuen Nutzung zugeführt wird, sieht Langecker als Plus. »Und das ohne neue Flächen zu versiegeln. Zumal es dort immer wieder Vandalismus, eingeworfene Scheiben und so weiter gab. Es wurde also höchste Eisenbahn, dass hier etwas passiert.« Gerade der barrierefrei Zugang sei eine Erleichterung für ältere Menschen. Auch die Ärzte, die hier einziehen wollten, profitierten seiner Ansicht nach, könnten sie doch auch Kosten sparen, etwa durch einen gemeinsamen Empfang. Das Projekt an sich sei schon unter seinem Amtsvorgänger Kurt Hillgärtner auf den Weg gebracht worden, dies als Teil eines Konzepts zur ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum. Wie Andrea Ulrich erläuterte, gehöre das Medzentrum Rabenau mit dem 2018 eröffneten Medzentrum Lumdatal in Allendorf und dem in Staufenberg (in Betrieb seit 2020) zu einem interkommunalen Infrastrukturprojekt zur Sicherung der ambulanten medizinischen Versorgung im Lumdatal. Es gehe auf die Initiative des damaligen Gesundheitsdezernenten des Landkreises Gießen, Dirk Oßwald, zurück. »Vorausgegangen war eine gemeinsam von den Kommunen und dem Kreis beim Gießener Unternehmen IWG in Auftrag gegebene Versorgungsanalyse. Die Untersuchung zeigte auf, dass insbesondere die hausärztliche Versorgung im Lumdatal nicht zukunftssicher aufgestellt war«, blickte Ulrich zurück.

Im neuen Ärztehaus in Rabenau werde die in Geilshausen ansässige Praxis der drei Fachärzte für Allgemeinmedizin, Nicola Sucke, Dr. Annika Seibert und Frank Blecher, ihr neues Domizil finden. Ebenfalls aus Geilshausen nach Londorf ziehen werden der Psychotherapeut Dr. Torsten Eckardt mit seiner Praxis für Psychotherapie und die Logopädin Sandra Becker mit ihrer logopädischen Praxis. Zu den weiteren Mietern gehörten das TZW (Therapiezentrum für Wundversorgung, Stoma- und Kontinenzberatung) sowie Korpeo Physiotherapie und Aufbautraining. Das Unternehmen Korpeo habe sich mit dem Physiofit Gesundheitszentrum zusammengeschlossen, das einen seiner Standorte im Medzentrum in Allendorf hat. Gemeinsam wollten die beiden auf medizinische Fitness spezialisierten Anbieter dafür sorgen, dass gesundheitliche Prävention und Therapie im Lumdatal auch in Zukunft eine Heimat hat. Richtungsweisend, weil kosteneffizient und ressourcenschonend, ist laut Andrea Ulrich auch das bauliche Konzepz: Die Gebäudekonstruktion des Rewe-Marktes wird mit einer neuen Nutzung umstrukturiert. Hierzu nutze die Architektin das »Haus im Haus«-Prinzip und plane für die leer stehende Gebäudehülle autark funktionierende Kuben in Holzrahmenbauweise. Wand und Deckenelemente würden vorgefertigt und in den bestehenden Baukörper eingebaut. Die Fassade und das Dach würden mit einer Alu-Welle einheitlich bekleidet, sodass eine kubische Gebäudekontur entstehe. Die Idee zu dieser Art von nachhaltiger Revitalisierung stamme von Gesine Schmidt, der für die Planung des Umbaus verantwortlichen Chefin des Gießener Planungsbüros designplus. Der Bauantrag wurde Ende April eingereicht, die Teilabrissgenehmigung für den früheren Getränkemarkt liegt laut Ulrich bereits vor. Man hoffe, mit dem Bau im Herbst/Winter dieses Jahres beginnen zu können, wagt Ulrich eine vorsichtige Prognose.

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