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Platz für junge Familien

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Rabenau (zye). Was die Ausschüsse in ihrer gemeinsamen Sitzung empfohlen hatten (der Anzeiger berichtete), wurde nun fast eins zu eins im Rabenauer Gemeindeparlament beschlossen. Das Meiste unter Ausschluss der Öffentlichkeit wegen laufender Vergabeverfahren und mit wenigen redaktionellen Detail-Änderungen. Mit den Entscheidungen geht es nun in Sachen Bauprojekte in der Rabenau voran.

»Kreuzacker«

Die Aufstellung des Bebauungsplanes »Kreuzacker, zweiter Bauabschnitt« bot im Gemeindeparlament keinen Stoff für kontroverse Debatten. Es stimmte aber nicht nur für diesen Bebauungsplan, sondern war auch für eine Bürger-Erschließung des Gebiets.

Die Gemeindevertreter zeigten sich beeindruckt von der Präsentation der »Erschließungsgemeinschaft Kreuzacker«, die ihre Pläne für eine Erschließung in Eigenregie zuvor in der gemeinsamen Sitzung von Bau- und Finanzausschuss vorgestellt hatten.

Ihr Ziel sei es vor allem, junge Familien in der Rabenau zu halten. In der Präsentation wurde veranschaulicht, dass besonders in der Rabenau die Entwicklung der Bevölkerung dramatisch ist. So liegt der Anteil der unter 40-Jährigen derzeit bei 38 Prozent. Bis 2035 könnte dieser Teil der Bürger bei nur noch 30 Prozent liegen, laut Zahlen von der Hessen Agentur. Mit dem einstimmigen Beschluss der Gemeindevertretung könnte es nun in Sachen »Kreuzacker« vergleichsweise schnell gehen: Erschlossen werden soll nach Paragraf 13 b Baugesetzbuch, einem beschleunigten Verfahren. Eine Artenschutzprüfung für das gewünschte Baugebiet kann nun sogar noch dieses Jahr erfolgen, gespart hätte man damit rund ein Jahr für die Gesamtdauer des Bauprojektes.

Nun möchte die Bürgerinitiative eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gründen und Verträge mit den derzeitigen Grundstückseigentümern schließen. Ist das vollbracht, könnte ein Planungsbüro beauftragt werden und über einen Satzungsbeschluss in der Gemeindevertretung beraten werden. Wurden danach die Grundstücke an die Interessenten verkauft, könne mit der Erschließung begonnen werden. Der Gemeinde würden auf diesem Weg keine Kosten entstehen und es könnte sogar den Gemeindehaushalt entlasten.

Leichte Kritik kam aus dem Lager der Grünen. Die stimmten zwar auch für den Bebauungsplan, doch wand Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Till ein: »Wir haben auch viele Senioren, die in alten Höfen mit hohen Grundsteuerpreisen wohnen. Wir schaffen hier keine Möglichkeiten, wo sie günstigeren und seniorengerechten Wohnraum erwerben können.« Till bedauerte auch, dass mit dem Baugebiet ein weiterer Platz, für etwa betreutes Wohnen entfällt und wünschte sich für die Zukunft, auch auf den Bedarf von Senioren zu achten.

Was am 12. März 2021 von der Gemeindevertretung mit der Aufstellung des Bebauungsplanes »Auf dem Streich/Im Bruchfeld« in Geilshausen begonnen wurde, kann nun in die nächste Phase gehen. Die Bürgervertreter stimmten zum einen für Anpassungen des 43 Jahre alten Flächennutzungsplans. Zum anderen war man sich auch einig, was den geänderten Bebauungsplan des historisch bedeutsamen Gebiets betrifft.

Industriedenkmal

Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier in mühsamer Handarbeit Basalt abgebaut, bevor in den 1920er Jahren die Dampfmaschinen einen Großteil der harten Arbeit übernahmen. Im März 2021 erhielt das Gebiet mit der Aufstellung des Bebauungsplanes »Auf dem Streich/Im Bruchfeld« als Planziel daher den Status »Industriedenkmal« und wurde zusätzlich als Sondergebiet »Bauschuttrecycling und Energieholz« ausgewiesen. Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange sind mittlerweile eingegangen. Hier haben sich auch artenschutzrechtliche Empfehlungen ergeben, da das Gebiet auch Heimat vieler Tierarten ist. Entsprechende Änderungen wurden daher im Bebauungsplan festgehalten

Für das Baugebiet »Im Bornfeld« in Allertshausen wurde mittlerweile ein Investor gefunden und ein städtebaulicher Vertrag vorbereitet. Dieser Vertrag wurde nun zuerst von den Fachausschüssen beraten und mit Änderungen empfohlen. Das Gemeindeparlament stimmte nun zu. Die Erweiterung des Gewerbegebiets in Geilshausen wird nun ein privater Investor auf eigene Rechnung erschließen, nachdem jetzt der städtebauliche Vertrag mit kleinen Änderungen beschlossen wurde. Ebenfalls in Geilshausen wurde ein städtebaulicher Vertrag für das dortige Neubaugebiet »Londörfer Feld« mit dem Investor vorbereitet und mit kleinen Änderungen nun ebenfalls im Parlament beschlossen.

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