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Viel Einsparpotenzial

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Wer sein Haus mit einer Wärmepumpe beheizen will, muss dies gut planen. Symbolfoto: dpa © DPA Deutsche Presseagentur

Rabenau (zye). Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft verbrauchen Privathaushalte ein Viertel des Stroms in Deutschland, mehr ist es nur in der Industrie (45 Prozent) sowie bei Gewerbe, Handel und Dienstleistern (27 Prozent). Dass es bei vielen Menschen in den eigenen vier Wänden noch Sparpotenzial und Fördermöglichkeiten gibt, das haben drei Experten im Bürgersaal am Bahnhof in Londorf begreiflich gemacht.

Doch der Blick richtete sich da auch auf den Klimaschutz. Die Gemeinde Rabenau hatte die Gebäudeoptimierer der EnergyEffizienz GmbH, Malte Wolf und Walter Kirsch, eingeladen sowie Lukas Wagner von den Stadtwerken Gießen.

Wolf entwickelt im Forschungsvorhaben »Q-SWOP« Verfahren und Software-Lösungen zur Erstellung von Quartiers-Masterplänen. Für das Quartier »Rabenau« stellte er seinen Ergebnisbericht vor. Mehr als die Hälfte der Gebäuden in der Gemeinde sind zwischen 1984 bis 1995 gebaut worden und bieten Platz für einen bis sechs Haushalte. Zu 90 Prozent finden sich hier die klimaschädlichen Ölheizungen. Während es in Einfamilienhäusern die modernsten Hauptheizungen gibt, hinken öffentliche Gebäude deutlich hinterher. Energieexperte Wolf sieht nicht zuletzt deshalb viel Optimierungspotenzial in der Gemeinde. »Kosten- und Emissionseinsparungen sind möglich. Die Umstellung auf erneuerbare Energien ist genauso sinnvoll wie Sanierungen«, lautet sein Fazit für Gebäudebesitzer.

Mit welchen Technologien Hausbesitzer ihr Heim fit für das 21. Jahrhundert machen können, verriet der Experte für Elektro- und Anlagentechnik, Walter Kirsch. Doch da gibt es so einiges zu beachten: Sind die richtigen Installationsvoraussetzungen für eine moderne Heizung gegeben? Wie sieht es mit Brennstoffverfügbarkeit aus? Ist das Gebäude ausreichend energetisch saniert worden, bevor ein neues System installiert wird? Wie steht es um die CO2-Abgabe für den gewünschten Brennstoff aus? Wie beständig ist das neue Heizsystem? Steigert es den Wert der Immobilie und welche Auswirkungen auf die Umwelt hat es? All das müsse der Hauseigentümer im Auge haben.

Diplom-Ingenieur Kirsch gab auch eine Übersicht zu den verschiedenen Technologien: Brennwerttechnik und damit fossile Energien sind noch immer sehr oft in Gebäuden zu finden. Niedriger CO2-Ausstoß und Fördermöglichkeiten seien aber gegeben, wenn erneuerbare Energien eingebunden werden. Ähnlich sieht es bei Gas- und Hybridheizungen aus. Positiv wird die CO2-Bilanz mit der Wärmepumpentechnik, die mit Strom betrieben wird, aber eine gute Planung erfordere. Pelletheizungen nutzen gepresste Holzreste als Brennstoff, seien »weitgehend CO2-neutral« und sollen sich mit bis zu 45 Prozent fördern lassen. Die Kraft-Wärme-Kopplung sei hingegen eine »stromerzeugende Heizung« auf Basis von fossilen Brennstoffen. Sie biete eine »sehr hohe Effizienz« und soll sich sogar mit Biomethan betreiben lassen. Damit sich dieses System rechnet, sollte aber schon ein hoher Strombedarf bestehen. Bereits bestehende Anlagen könnten mit Hocheffizienzpunpen, gedämmten Rohrleitungen und einem hydraulischen Abgleich optimiert werden. »Dafür gibt es 20 Prozent Förderung«, betonte Kirsch.

Er gab auch leicht umsetzbare Tipps. Gerne vernachlässigt wird das wichtige Stoß- und Querlüften. Das befördert feuchte Luft schnell wieder nach draußen und beugt Schimmel vor. Auskühlen lassen solle man die Räume aber auch nicht. Schimmel wird bei Raumtemperaturen unter 16 Grad Celsius begünstigt. Außerdem sollten Heizkörper und kalte Wände nicht zugestellt werden.

Kirsch gab auch Energiespartipps: »Waschen ohne Vorwäsche, mit niedriger Schleuderzahl und bei 40 statt 60 Grad spart bis zu 45 Prozent ein.« Der Einsatz von LED-Leuchtmitteln sei auch ein hoher Energiesparfaktor: LEDs verbrauchten bis zu 90 Prozent weniger als eine Glühbirne.

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Lukas Wagner © Zylla
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Walter Kirsch © Zylla
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Malte Wolf © Zylla

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