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20 Millionen Euro-Investition

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Richtfest am Millionenbau: Bürgermeister Dietmar Kromm (v. l.), Ulrich von Hülsen (Unternehmensleitung Schunk Group), Regierungspräsident Christoph Ullrich, Landrätin Anita Schneider, Arno Roth (Vorsitzender Unternehmensleitung Schunk Group), Peter Kuisle (Geschäftsführer Weiss Technik), Dirk van Manen (Geschäftsführer Weiss Klimatechnik) und Peter R. Manolopoulos (Unternehmensleitung Schunk Group). © Schu

Die Schunk-Gruppe lässt in Lindenstruth ein Logistikzentrum für 20 Millionen Euro bauen. Jetzt gab es das Richtfest.

Reiskirchen (jüs). Mit einem Investitionsvolumen von 20 Millionen Euro baut die Schunk-Gruppe ein neues Logistikzentrum für das Tochterunternehmen Weiss Technik am Standort Reiskirchen-Lindenstruth.

Der Richtkranz wurde am Dienstagvormittag gehisst. Mit dem Richtfest hat Weiss Technik im Beisein des Regierungspräsidenten Dr. Christoph Ullrich und Landrätin Anita Schneider sowie Vertretern der Öffentlichkeit wie Reiskirchens Bürgermeister Dietmar Kromm und Lindenstruths Ortsvorsteher Gerhard Albach sowie Geschäftspartnern den schnellen Baufortschritt gefeiert. Die Schunk-Group investiert rund 20 Millionen Euro, um die Logistik des Standortes grundlegend zu modernisieren und die Kapazitäten an die gewachsenen Anforderungen anzupassen.

»Die Schunk Group baut ihre mittelhessischen Standorte kontinuierlich aus. Weiss Technik ist am Standort Reiskirchen stark gewachsen. Um auch in der Zukunft weiteres Wachstum zu ermöglichen, investiert Schunk in das neue Logistikzentrum, bestehend aus einem Lager- und Versandgebäude«, betonte Dr. Arno Roth, Vorsitzender der Unternehmensleitung der Schunk Group, im Rahmen des Richtfestes.

»Wir bei Schunk sind sehr stolz auf Weiss Technik mit seinen Produkten und als Weltmarktführer. Schunk ist ein Technologiekonzern mit weltweit 9000 Mitarbeitern. 2021 konnte das zweitbeste Jahr in der Unternehmensgeschichte verzeichnet werden. Schunk investiert in die Zukunft, in diesem Jahr alleine 170 Millionen Euro, sagte Roth in seiner Ansprache.

»Moderne Logistik ist eine Grundlage für weiteres Wachstum hier am Standort«, unterstrich Peter R. Manolopoulos, Mitglied der Unternehmensleitung von Schunk und Geschäftsführer von Weiss Technik. Das neue Logistikzentrum (Halle 21) werde dazu beitragen, den Materialfluss am Standort, zu dem 1100 Beschäftigte gehören, zu optimieren und die Effizienz und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu steigern. Die Weiss Technik ist gut durch die schwierige Zeit der vergangenen zwei Jahre gekommen. Gut gefüllte Auftragsbücher liegen vor. Ein neuer Rekord konnte im vergangenen Jahr im Auftragseingang erzielt werden. Frühzeitig wurden die Weichen für die Mega-Trends und Digitalisierung gestellt. Logistik ist das Fundament für eine gut funktionierende Produktion.

Über 2000 Photovoltaikmodule

Aufgrund der guten Auftragslage lagert Weiss Technik derzeit teilweise Material außerhalb des Standortes. Das soll sich spätestens mit der Inbetriebnahme des neuen Logistikzentrums im Jahr 2023 ändern.

Dann werden ein neues Logistikgebäude mit 5800 Quadratmeter Nutzfläche und ein Versandgebäude (Halle 22 - mit Bau bereits begonnen) mit 2800 Quadratmeter Nutzfläche die Logistik des Tochterunternehmens auf einen ganz neuen Stand bringen.

Dazu wird auch modernste Technik beitragen,wie beispielsweise ein sogenannter Autostore, in dem Roboter selbstständig Kleinteile ein- und auslagern. Auf den Dächern des Logistikzentrums werden über 2000 Photovoltaikmodule installiert werden, die bis zu 840 Kilowatt billigen Strom für das Werk produzieren.

Reiskirchen ist der Hauptsitz von Weiss Technik. Hier werden wärmetechnische und klimatechnische Anlagen sowie spezielle Lösungen zur Umweltsimulation entwickelt und produziert. Innerhalb der international tätigen Schunk Group zählt Reiskirchen zu den größten Standorten.

Weiss Technik ist in der Vergangenheit kontinuierlich gewachsen. Allein in Reiskirchen sind in den vergangenen fünf Jahren 140 neue Arbeitsplätze entstanden. In ganz Mittelhessen hat die Schunk Group im gleichen Zeitraum 400 neue Arbeitsplätze geschaffen. Mit mehr als 3800 Beschäftigten in Mittelhessen ist der Technologiekonzern einer der größten industriellen Arbeitgeber der Region.

Regierungspräsident Ullrich stellte in seinem Grußwort, bei dem er auch Grüße von Ministerpräsident Volker Bouffier und der Landesregierung überbrachte, fest, dass vor Ort in Lindenstruth gigantische Dinge laufen. Es sei toll, was hier investiert und unternommen wird. Eine große Innovationskraft in Hessen isei Weiss Technik mit seinen hoch qualifizierten Arbeitskräften. Es freue ihn, dass Weiss Technik von Mittelhessen aus den Weltmarkt erobern könne. Seit mehr als 65 Jahren stehe die Firma Weiss Technik für Stabilität und Beständigkeit, sei aber auch große Innovationskraft in Mittelhessen.

Landrätin Anita Schneider hob in ihrer Rede die Bedeutung und Wertschätzung von Weiss Technik und der Schunk Group hervor.

Über die 3800 guten und zukunftsfähigen Arbeitsplätze der Schunk Group an verschiedenen Plätzen im Landkreis Gießen sei sie sehr erfreut. Sowohl sie als auch Reiskirchens Bürgermeister Kromm wünschen sich weiterhin eine gute Entwicklung am Standort Reiskirchen.

Akustische Kante verhindert Lärm

Nach dem erfolgten Richtspruch lud Architekt Henri Paul zu einem Rundgang über das Baugelände und Baustelle ein. Im Jahre 2017 wurde bei der Erschließung angefangen, auf dem Gelände ein Plateau zu schaffen, auf dem die Firma Weiss Technik sich auf einem Niveau erweitern kann. Der vorhandene Hang wurde teilweise bis zu elf Meter (an der höchsten Stelle) mit 60 000 Kubikmetern Erde aufgeschüttet. Die Erdböschung hat eine Neigung von 60 Prozent. Alles in allem eine außergewöhnliche Konstruktion.

Die Erde kam von sechzig Lieferstellen aus ganz Mittelhessen. Umfangreiche Maßnahmen als Ausgleich mussten im Baurecht umgesetzt werden. Ein Rotmilan kreiste während des Rundgangs über das Gebiet, »der sich hier sehr wohl fühlt«, betonte Architekt Paul.

Nahezu 90 000 Kubikmeter umbauter Raum hat das neue Logistikzentrum mit seinen zwei Gebäuden. Sehr hohen Aufwand habe man für die Dämmung der beiden Gebäude, die in einer Achse auf dem Werkgelände stehen., betrieben.

Das angeschüttete Plateau habe für den Ort den Vorteill, dass »das, was hier oben an Be- und Entladung stattfindee, unten nicht wahrgenommen wird«, hob Paul hervor. Es entstehe eine akustische Kante, die verhindere, dass der Lärm in den Ort vordringe.

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