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Agrorkulturlandschaft gefordert

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Sittsamer Schlagabtausch: Priska Hinz (im Vordergrund l.) und Katrin Magel (ganz vorne r.) sind beim Thema Wolf in der Kulturlandschaft gegenteiliger Meinung. Während einer Sommertour der Ministerin kam es zur Debatte, ohne Einigung. Eigentlich sollte es nur um eine Streuobstwiese gehen, auf der aber auch Rinder der Magels weiden. Foto: Weißenborn © Weißenborn

Hessens Umweltministerin überbringt 40 000 Euro an Pflegegeldern für Streuobstwiesen in zwei Kommunen im Kreis Gießen.

Reiskirchen (sdk). Sie stehen akkurat geschnitten in Reih und Glied. 700 Apfel- und Pflaumenbäume finden sich in den Streuobstwiesen am Bersröder Weg, weil sich viele helfende Hände darum kümmern. Diese Arbeit würdige jetzt die Landesregierung mit einem Zuschuss von 40 000 Euro, den Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) am Mittwoch in Reiskirchen überbrachte. Er dient nicht nur der Pflege auf der Reiskirchener Hohl, sondern auch von Parzellen mit 250 Bäumen im Westen von Pohlheims Stadtteil Grüningen.

Die Federführung im Rahmen der Erhaltung übernimmt die Landschaftspflegevereinigung (LPV) Gießen um die Vorsitzende Dr. Christiane Schmahl aus Laubach, die jetzt den Förderbescheid entgegen nahm. Die Mittel stammen aus der hessischen Umweltlotterie. Als Geschäftsführer der LPV fungiert Fabian Zech. Hinz betonte, dass die Vereinigung im Kreis Gießen eine der sechs ersten in Hessen war. Sie wurde 1991 gegründet.

In den vergangenen Jahren wurden über 150 neue Apfelbäume gepflanzt, bewässert und beschnitten. Der Gartenbaufachmann Bernhard Ackermann, der Azubis seines Arbeitgebers zum Lernen auf die Wiesen brachte, ging auf die große Hitze ein. »Am Anfang wässerten wir einen Baum mit zehn Litern, jetzt sind es 30. Es ist auch ein logistisches Problem, das Wasser herbeizuschaffen.« Ohne den tatkräftigen Einsatz der eingebundenen Vereine und Fachleute wäre die Umgebung schon eine Wüstenlandschaft und kein schattenspendender Apfelhain. Reiskirchens Handballerinnen entbuschten bereits einen Teil des Areals. Ihr Verein erhielt dafür eine Aufwandsentschädigung wie auch andere. Menschen, die der Gießener Arbeitsloseninitiative angehören, halfen bei der Ernte. Azubis lernten das Schneiden der Bäume. Viele Parzellenbesitzer lassen von der LPV gegen Zahlung bewirtschaften, einige holen die reifen Früchte selbst von den Bäumen, aber überlassen die Reste der LPV, die Saft daraus presst und wiederum Einnahmen erzielt. Das Konstrukt ist für alle eine Win-Win-Situation. Schmahl sprach sich in diesem Zusammenhang für eine zukünftige Agrokulturlandschaft aus. Das bedeutet, dass wie in Reiskirchen Tiere auf Streuobstwiesen weiden. Bäume könnten bei Hitzeperioden wie früher auf Äckern Schatten spenden. Das fand auch Priska Hinz gut.

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