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Elnaz Niknejad gewährt Einblicke in ihre iranische Heimat

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Von: Waltraud Albach

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Die Künstlerin Elnaz Niknejad mit vier ihrer Bilder, die zum Nachdenken anregen. Foto: Albach © Albach

Verschiedene Techniken zeichnen ihre Arbeiten aus, und vor allem stehen bei den in der Rathausstraße 1 gezeigten Werken ihr Heimatland Iran sowie seine unterdrückten Bewohner im Mittelpunkt.

Reiskirchen (war). Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Förderkreises »Kunst Mensch Kirche« fand als erste internationale Künstlerin Elnaz Niknejad mit ihren Kunstwerken den Weg nach Ettingshausen. Verschiedene Techniken zeichnen ihre Arbeiten aus, und vor allem stehen bei den in der Rathausstraße 1 gezeigten Werken ihr Heimatland Iran sowie seine unterdrückten Bewohner im Mittelpunkt.

Pfarrer Christian Stiller durfte den zahlreichen Besuchern die Künstlerin mit ihren Werken vorstellen und die Geschichte des Iran näher bringen. »Jeder Mensch möchte frei sein«, war die globale Aussage von Pfarrer i.R. Hartmut Miethe, der für den Förderverein sprach. Er interpretierte die unter dem Motto »Frauen, Leben, Freiheit« stehenden Kunstwerke. Immer wieder kam die aktuelle Situation der Menschen, insbesondere der Frauen, im Iran zur Sprache, wobei es einen nicht unerheblichen Spielraum zwischen Propaganda und Realität gäbe. »Es gibt nur sehr wenige gute Nachrichten und wir wissen sehr wenig über die momentane Lage des Volkes«, stellte Miethe heraus. Alle Menschen möchten in Frieden und Freiheit leben, ohne Gewalt.

Diese Wünsche konnten die Besucher im überwiegenden Teil der Bilder sehen. Aktuelle Geschehnisse vermitteln zum Beispiel die im September und Oktober dieses Jahres entstandenen Werke mit den Titeln »Iranische Frauenrevolution« und »Frauen, Leben, Freiheit«. Ebenso das eindrucksvolle Bild mit dem Namen »Gottes Licht« vom September, das einer Legende entspringt und einen jungen Mann zeigt, der getötet wurde, indem er an eine Stange gebunden wurde.

Als Zeichen der Verbundenheit mit ihrer Heimat hatte Niknejad’s Mann die Flagge Irans aufgehängt und sie präsentierte ihr Heimatland in dem Werk »Mein Iran« mit seinen Provinzen. Verzweiflung spiegelten sich in zwei weiteren Bildern wider. Zunächst der »versehentliche Abschuss« eines Flugzeuges mit 176 getöteten Personen sowie das Werk mit dem Titel »Ein blaues Mädchen in Flammen mitten in einem Fußballstadion« aus dem Jahr 2019. Ein Stückchen weiter flattert ein »Bunter Schmetterling« auf der Leinwand. Daneben ein Werk, das Elnaz Niknejad’s Tochter angefertigt hat mit der Erklärung »Melodi’s Sternzeichen Löwe«. Maria mit dem Jesuskind, flankiert von zwei Engeln, fand Einlass in die Erschaffung eines Werkes mit der Aussage »Fürchtet Euch nicht« und »Friede sei mit Euch«.

Ganz der eigenen Inspiration hingeben durfte man sich bei dem eindrucksvollen Bild »Blasen und Wellen«. Daneben sind die jüngsten Werke - beherrscht von Mandalas - zu sehen, die zum Teil erst vor einigen Tagen fertig geworden sind und einfach nur dem Betrachter Entspannung vermitteln.

Sehr beeindruckend war, dass die seit fünf Jahren in Deutschland lebende Künstlerin selbst die meisten ihrer Werke interpretierte und dabei besonderen Einblick in die einengenden Verhältnisse ihrer Heimat gewährte. Viel Unterstützung für ihre Arbeiten findet sie in ihrer Familie und dem Bekanntenkreis, die zu dieser Ausstellungseröffnung zahlreich mit weiteren Besuchern gekommen waren.

Die Werke sind bis Ende Januar bei Gemeindeveranstaltungen und auf Anfrage unter 06401/7138 (Pfarramt) oder 0171/7338377 (Hartmut Miethe) zu sehen.

Zudem öffnen sich die Türen in der Rathausstraße 1 am 1. und 3. Advent (27. November und 11. Dezember) zwischen 15 und 17 Uhr.

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