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»Für Tourismus benötigt man langen Atem«

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Die Reiskirchener Parlamentarier sehen in Bezug auf eine interkommunale Zusammenarbeit mit der Stadt Staufenberg beim Tourismus in den Gießener Lahntälern weiteren Informationsbedarf.

Reiskirchen (zye). Der Reiskirchener Haupt- und Finanzausschuss (HFA) beriet in seiner jüngsten Sitzung über eine Teilnahme bei einer interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) mit der Stadt Staufenberg beim Tourismus in den Gießener Lahntälern. Die Gemeindevertreter sehen hier allerdings weiteren Informationsbedarf. Bei der Konzeptentwicklung hatte ein Gremium, ein sogenannter Lenkungskreis, die touristischen Angebote im Lahntal zusammen getragen. Heute setzt sich diese Lenkungsgruppe aus den Bürgermeistern des Teilraum Nord zusammen, so Bürgermeister Dietmar Kromm (parteilos).

Petra Süße (CDU) sprach sich gegen eine IKZ aus. »Wir brauchen keinen Tourismusbeauftragten, wir brauchen jemanden der die lokale Wirtschaft vorantreibt.« Süße beklagt, dass in den beiden Jahren, seit das Thema bekannt ist, nicht über den Mehrwert für die Gemeinde gesprochen wurde, »außer, dass man jetzt hier irgendwo Segway fahren kann«, so Süße. Sie glaubt, dass Investitionen für Tourismus an anderer Stelle besser aufgehoben wären. Bürgermeister Kromm widersprach: »Wenn man in den zwei Jahren genauer hingesehen hätte, wäre die Internetseite aufgefallen. Die zeigt, was man hier in unserer Region alles unternehmen kann.« Kromm gab zu bedenken, dass man für Tourismus »einen langen Atem« benötigt.

Mehrkosten

Zwei Jahre Entwicklungszeit würden dafür nicht ausreichen. Zudem würde Tourismus die eigene Wirtschaft stärken und dürfe daher nicht vernachlässigt werden. Er informierte, dass es bereits Gespräche auf Vereinsebene gab, wie Veranstaltungen geplant werden und wie man die Kultur hervorheben kann. Zudem habe das »schöne Hofgut Winnerod« eine starke Wirkung nach außen. Jedoch habe die Gemeinde noch weitaus mehr zu bieten, so der Rathauschef. »Alleingänger« hätten in Sachen Tourismus keine Chance und selbst Grünberg arbeite etwa mit Hungen und Laubach zusammen, wenn es um ein Tourismuskonzept geht. Ohne IKZ, würde Reiskirchen überregional kaum wahrgenommen. Ohne eine Zusammenarbeit müsse die Gemeinde selbst die touristische Werbetrommel rühren - Mehrkosten für den Haushalt inklusive. Reinhard Strack-Schmalor (SPD) sieht die Gremien nicht genug informiert, um über die IKZ für Tourismus in den Gießener Lahntälern entscheiden zu können. Er schlug vor, die Abstimmung zu vertagen. Er hätte gerne Anna Erb, die Projektbeauftragte für die Gießener Lahntäler, in einer Ausschusssitzung im Herbst, um offene Fragen klären zu können. Unter anderem, was in den zwei Jahren bisher passiert ist in Sachen Tourismus. Diesem Vorschlag folgten die anderen Gemeindevertreter einstimmig.

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