1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Reiskirchen

Kinderlachen auf 430 Quadratmetern

Erstellt:

gikrei_180722_Kita2_1807_4c
Freuten sich über die Einweihung des »Zwergennestes« : Jacqueline Volkmer, Dietmar Kromm, Benjamin Becker, André Stein und Ilona Roth (v.l.). Foto: Zielinski © Zielinski

In einer alten Maschinenhalle ist es der Gemeinde Reiskirchen gelungen die neue Kita »Zwergennest« zu eröffnen. Die Kindertagesstätte bietet Platz für 74 Kinder.

Reiskirchen (paz). Eine alte Maschinenhalle mit Kinderlachen zu füllen - das ist der Gemeinde Reiskirchen gemeinsam mit dem Besitzer des Gebäudes, Benjamin Becker, gelungen. Die Kindertagesstätte »Zwergennest«, die bereits seit 1. Juni geöffnet hat, wurde Ende vergangener Woche offiziell eingeweiht.

78 Kinder standen in der Gemeinde Reiskirchen auf der Warteliste für einen Kindergartenplatz als Sven Österlein auf die Maschinenhalle der Firma Becker in der Carl-Benz-Straße stieß. Benjamin Becker, der als selbstständiger Fotograf nur einen kleinen Teil des Gebäudes für sich in Anspruch nahm, war sofort von der Idee, der Halle neues Leben einzuhauchen, begeistert. Schnell war ein grober Plan erstellt, der dann von den Gießener Architekten »Schmitt & Kollegen« perfekt umgesetzt wurde. Finanzielle Unterstützung erhielt der Bauherr von der Sparkasse Gießen.

Ende Januar 2021 wurde ein Langzeitmietvertrag für die 430 Quadratmeter umfassenden Räumlichkeiten geschlossen, im Spätsommer erfolgte die Baugenehmigung. Für das schlüsselfertige Bauen zeichnete die Firma IHC aus Gießen verantwortlich. Bürgermeister Dietmar Kromm zeigte sich mit dieser Lösung sehr zufrieden: »Wenn wir selbst hätten bauen müssen, wäre alles viel langwieriger und komplizierter geworden«. So konnte die Kita zeitnah fertiggestellt werden.

Einzig die Corona-bedingte Materialknappheit, vor allem Lieferschwierigkeiten bei Einrichtungsgegenständen, haben nach Auskunft von Becker zu Verzögerungen geführt. »Als ich vor elf Monaten die Halle das erste Mal gesehen habe, fiel mir sofort das Wort Abenteuerspielplatz ein«, erinnert sich die Kitaleiterin Jacqueline Volkmer. »Doch die Räume - wenn auch damals noch in einem völlig anderen Zustand - haben mir auf Anhieb gefallen.« So bewarb sich Volkmer, die zuvor in Homberg/Ohm tätig war, um die Stelle als Leiterin.

Ihr zur Seite stehen acht weitere Erzieherinnen für aktuell drei Gruppen: Zwei Krippengruppen für ein- bis sechsjährige Kinder sowie eine altersübergreifende für Zwei- bis Sechsjährige. Darüber hinaus besteht die Option, die neue Einrichtung um eine vierte Gruppe zu erweitern.

Derzeit besuchen rund 30 Mädchen und Jungen den auf insgesamt 74 Kinder ausgelegten Hort. Die beiden Krabbelgruppen »Trolle« und »Wichtel« - die durch einen modernen Sanitärbereich miteinander verbunden sind - teilen sich die im Erdgeschoss gelegenen Räume. Neben einem Bewegungsraum ist hier unter anderem auch ein Gruppen- sowie ein Schlafraum zu finden. »An Geräten haben wir aktuell nur die Grundausstattung, die je nach Bedarf stetig wachsen soll«, erklärt die Kita-Leiterin bei einem Rundgang. Durch eine »Schmutzschleuse« gelangen die Kinder in den für sie bestimmten Teil des insgesamt 550 Quadratmeter umfassenden Außengeländes.

Für die älteren Kinder steht ein eigener Spielplatz auf der anderen Seite der Einrichtung zur Verfügung. Die »Elfen« verbringen ihren Kindergartentag im ersten Stock, der die gleiche Aufteilung wie das Untergeschoss hat. Statt auf Duplo oder Lego setzt man im »Zwergennest« auf die Spielkonzepte von »Olifu«, wie beispielsweise das Würfelkonzept. Hier soll durch Sortieren und Bauen mit den unterschiedlichsten Würfeln die Entwicklung der Kinder spielerisch gefördert werden.

Während das Mittagessen von den Lilo-Küchenbetrieben der Lebenshilfe Gießen geliefert wird, kümmern sich die Erzieherinnen selbst um das gemeinsame Frühstück. »Die Kinder brauchen kein Essen mitbringen. Wir bereiten jeden Tag ein Buffet mit frischem Obst und Gemüse vor«, betont Volkmer. Eingenommen wird das Essen im lichtdurchfluteten Bistro.

Nach Aussage von Bürgermeister Dietmar Kromm sind in den Ortsteilen Bersrod und Saasen weitere Kitas geplant. »Eine Kita zu bauen ist nicht einfach, Fachpersonal zu finden ist allerdings noch schwieriger«, bedauert der Rathauschef.

Auch interessant