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Moderne Kunst ins Dorf bringen

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Das »Paul-Simpson-Project« ist immer wieder zu Gast bei »Kunst, Mensch, Kirche«. Archivfoto: v. Gallera © Red

Der Förderverein Kunst, Mensch, Kirche Ettingshausen feiert 30-jähriges Bestehen.

Reiskirchen (war). Seit 30 Jahren gibt es in Ettingshausen den Förderverein Kunst, Mensch, Kirche, kurz KMK genannt. Das soll mit gleich mehreren Veranstaltungen gefeiert werden

Doch zuvor ist es Zeit für einen Blick zurück: Im August 1992 trat der Verein mit der Ausstellung »Ach, wie es sein könnte« zum ersten Mal ins Licht der Öffentlichkeit. Den Grundstein für die Bildung des Kreises legte im Sommer 1989 ein erstes Künstlersymposium in Ettingshausen. Damals reizte Lisa Steffens und Roger Hertzfeldt der Gedanke, eine Kulturveranstaltung in einem kleinen Dorf in Hessen durchzuführen.

Bürger einbezogen

Sie hofften, dass sie mit diesem Symposium die Basis für eine Entwicklung legen könnten, die die moderne Kunst in der ländlichen Öffentlichkeit auf unkonventionelle Weise fördern könnte. Die Bürger wurden in die Arbeiten mit einbezogen, damit konnten vorhandene Barrieren gemindert und zum kreativen Mitgestalten eingeladen werden. Bei Förderern, Bürgern und Kunstinteressierten hinterließ dies letztendlich Spuren, die zur Gründung des Förderkreises KMK im Jahre 1992 führten. Zwei Namen sollen für alle Unterstützer an dieser Stelle genannt werden: Ellen Rinker und Pfarrer i.R. Hartmut Mie-the. Und diese zwei treibenden Kräfte sind es auch heute noch, die nun noch einmal den Förderkreis nach 30-jährigem Bestehen in das Licht der Öffentlichkeit rücken wollen. »Der Förderkreis arbeitete die ersten zehn Jahre in enger Zusammenarbeit mit der Kirche und wurde dann selbstständig«, so Hartmut Miethe. Vor allem heimische Künstler sollten über den Verein den Weg in die Öffentlichkeit wagen, und vielen wurde damit die Chance geboten, sich zu präsentieren. Manche sind auch heute noch dem Verein verbunden. Künstler aus nah und fern zeigten fortan über Jahre ihre Künste. Zuerst fanden die Veranstaltungen alle in Ettingshausen statt, mal im evangelischen Gemeinderaum oder in der Kirche, ein anderes Mal im Freien oder in der Sporthalle. Zum 20-jährigen Bestehen 2012 wagte der Förderverein den Schritt in alle Ortsteile, und es wurden in ganz Reiskirchen Aktivitäten angeboten. Diese breit gefächerte Möglichkeit für »im Dorf« lebende Mitmenschen mit nicht bekannten Fähigkeiten, hinterlässt in vielen Ortsteilen noch heute Spuren.

Der KMK hat heimischen und bundesweit bekannten Künstlern in den 30 Jahren in unzähligen Veranstaltungen eine Plattform geboten. Ausstellungen, Musikveranstaltungen, Vortragsarbeiten, Kreativtage für Kinder und vieles mehr leistete ein kleiner fester Kern aus freiwilligen Helfern. Einzelne und eigene Ideen wurden entwickelt und in Kooperation umgesetzt. Einige Künstler sind mittlerweile ein Teil von KMK geworden, zum Beispiel Airbrush-Künstler Klaus Doppler oder die Kunstwerkstatt Schneider in Reiskirchen. Aber auch das Duo »Paul-Simpson-Project« begleitet KMK nun schon viele Jahre und wird die Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr bereichern. Ihr erstes Konzert wurde vor 20 Jahren im Schwimmbad in Ettingshausen präsentiert, nun treten die Künstler in der Kirche in Ettingshausen erneut auf. Hartmut Miethe betonte, »dass der Förderkreis inzwischen ein Freundeskreis geworden ist, der auch privat öfter zusammen unterwegs ist«. Miethe schreibt zurzeit an einem Buch darüber, wie und warum der Förderkreis KMK entstanden ist. Ellen Rinker und er bedanken sich besonders bei Unterstützern wie der Sparkasse Grünberg, den verschiedenen Vereinen, den Bürgern, der Kirche und der Kommune Reiskirchen. In drei Veranstaltungen, die dem Motto »Kunst, Mensch, Kirche« gerecht werden, werden 30 Jahre künstlerische Gemeinschaft gefeiert.

Auftakt

Den Auftakt bildet am 25. Juni eine Ausstellung mit Bildern von Yvonne Nordhaus-Wentzel (Garbenteich) im evangelischen Gemeindehaus Ettingshausen. Nach dem »Paul-Simpson-Project«-Konzert mit anschließendem Beisammensein im Pfarrgarten am 20. August ab 17.30 Uhr in der Kirche in Ettingshausen folgt am 30. Oktober ab 17 Uhr ein Vortrag von Hartmut Miethe: Lukas Cranach malt Luther und unterstützt damit die Reformation. Der Vortrag findet ebenfalls in der Kirche in Ettingshausen statt.

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