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Raum für Kleines und Großes geschaffen

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Jennifer Simpson und Bernd Paul zeigten die ganze Bandbreite ihres musikalischen Könnens. Foto: Albach © Albach

Seit 30 Jahren gibt es »Kunst-Mensch-Kirche« in Ettingshausen. Das wurde jetzt gefeiert

Reiskirchen (war). Der Förderverein Kunst-Mensch-Kirche (KMK) Ettingshausen feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Im evangelischen Gemeindehaus fand nun ein Empfang statt, bei dem Pfarrer i. R. Hartmut Miethe die 30 Jahre des Wirkens beleuchtete.

Malen und Bildhauern, Tanz, Musik und Gesang - Kunst sei vielfältig, so Miethe. »Kunst hilft, gesund zu werden, Kunst tröstet, Kunst erfreut, Kunst braucht keinen Grund, Kunst bringt zusammen und manchmal auch gegeneinander auf und Kunst leidet, wenn sie missbraucht wird.« In den drei Jahrzehnten wurden Räume und Möglichkeiten für kleine, bescheidene Ereignisse wie auch für ganz große geboten, in allen Ortsteilen und umliegenden Kommunen. »Die Kunst im ländlichen Raum ist keine Gelddruckmaschine und deshalb danken wir allen, die uns, in welcher Art auch immer, unterstützt, gefördert und mitgeholfen haben, so erfolgreich zu werden.« Die Entwicklung des Pfarrhofes könne eine neue Oase für Kunst werden und biete vielfältige Möglichkeiten für die Zukunft. Besonders dankte er Jennifer Simpson und Bernd Paul, die durch ihre Auftritte mitgeholfen hätten, KMK bekannt zu machen. Erfreut waren die Verantwortlichen von KMK, dass einige der langjährigen Begleiter, Unterstützer und Mitwirkende zurückliegender Ereignisse den Weg nach Ettingshausen gefunden hatten.

Ortsvorsteherin Petra Süße sprach von einem beispielhaften Engagement und bemerkenswerter Kreativität zum Erhalt von Kunst und Kultur in unserer Heimat. Bernd Paul bekannte, dass er in den gemeinsamen Jahren eine Reihe lieber Menschen in Ettingshausen kennengelernt habe. »Musik sehen wir als einen Zweig der Kunst«, stellte Paul fest. Dabei erinnerte er an die ersten öffentlichen Auftritte anlässlich des Festivals »Bring Anna mit« im örtlichen Schwimmbad, das den beiden Künstlern eine Plattform für ihre Auftritte bot.

Im Anschluss des Empfangs fand in der gut besetzten Kirche der Höhepunkt des Jubiläums statt. Zum wiederholten Mal gestalteten Jennifer Simpson und Bernd Paul ein großartiges Konzert. In den vielen Jahren ihrer gemeinsamen Zeit haben sich die Singer/Songwriter zu einem außergewöhnlichen Ensemble entwickelt. Sie nahmen die Besucher mit auf eine akustische Reise, die ein Querschnitt der letzten 20 Jahre ihrer Darbietungen bot. Mit einem Lied aus der eigenen Feder aus der Zeit, als Simpson ihren leider verstorbenen Mann und Bernd Paul kennen lernte, begann der Reigen. Einfühlsam interpretierte Simpson jeden Song aus verschiedenen Sichtweisen. Das Wunschlied »So nimm denn meine Hände" berührte die Zuhörer und lockte so manche kleine Träne hervor. Begleitet vom hintergründigen Gitarrenspiel bot Simpson eine Abfolge ihres umfassenden Stimmpotenzials an hohen und tiefen sowie leisen und lauten Tönen - wie nebenbei setzte sie dabei verschiedene Klanginstrumente in Aktion.

Englische und deutsche Songs zeigten die Bandbreite der beiden Künstler, so folgte einem Psalm die Auseinandersetzung mit dem Nordirlandkonflikt, der die Vergänglichkeit der Zeit und des Lebens nahe brachte. Songs der Beatles, Country-Lieder, mystische Texte verschiedener Kulturen sowie religiöse Worte schlugen sich in Gesang und Instrumenten nieder. Um eine Zugabe kamen die beiden Künstler nicht herum.

Der nächste Auftritt des Duos findet am 3. September im Musikhaus Schönau statt. Am 30. Oktober ab 17 Uhr bietet KMK in der Kirche in Ettingshausen mit der dritten Veranstaltung einen Vortrag von Hartmut Miethe.

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