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Straßenlampen ab Mitternacht abgeschaltet

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Von: Sonja Schwaeppe

In Reiskirchen bleibt es bis 5 Uhr morgens dunkel. Eine Dimmung des Lichts ist nicht möglich.

Reiskirchen (son). Mit einer Dringlichkeitsvorlage zu Energieeinsparmaßnahmen erweiterte der Reiskirchener Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag seine Tagesordnung.

Bürgermeister Dietmar Kromm (parteilos) informierte über die Pläne für die Straßenbeleuchtung in der Gemeinde. »Wir alle wissen, dass wir uns in einer Gasmangellage in Deutschland befinden und sparen müssen, damit wir über den Winter kommen«, sagte er. Die Bürgermeisterdienstversammlung hatte sich Mitte Oktober auf einen Maßnahmenkatalog geeinigt, der eine Vielfalt von Energiesparmaßnahmen als Empfehlungen vorsieht. Ein wichtiger Punkt dabei: die Straßenbeleuchtung.

Die Gemeinde Reiskirchen wird von zwei Energieunternehmen versorgt. Die Ovag ist für Ettingshausen zuständig, während die Stadtwerke Gießen den Rest der Gemeinde mit Strom versorgen. »Die Straßenbeleuchtung in Ettingshausen ist mit neuen LED-Leuchtköpfen ausgestattet, die dimmbar sind«, sagte Kromm. »Hier haben wir schon zugestimmt, dass die Beleuchtung bereits ab 20 Uhr statt wie bisher ab 22 Uhr um 50 Prozent reduziert wird.« Anders sehe es im Rest der Gemeinde einschließlich Flugplatzsiedlung aus. Hier ist eine Dimmung nicht möglich, sondern nur eine Komplettabschaltung.

Die Beschlussempfehlung sieht daher vor, die Straßenbeleuchtung von Mitternacht bis 5 Uhr abzuschalten. Zwischen November 2022 und März 2023 könnte die Gemeinde so rund 59 250 Kilowattstunden Strom einsparen. Die Abschaltung sei kurzfristig programmierbar und mit einmaligen Kosten von 900 Euro verbunden.

Die Verkehrszeichen (Laternenring), die man bei solchen Abschaltungen laut Straßenverkehrsordnung an den Laternen anbringen müsse, seien kurzfristig lieferbar und würden Kosten von rund 2700 Euro - Montage noch nicht eingerechnet - verursachen.

Im Reiskirchener Versorgungsgebiet der Stadtwerke werden rund 1330 Straßenlampen betrieben, die je rund 4200 Stunden im Jahr leuchten. Aktuell ergeben sich jährliche Kosten von rund 68 754 Euro. Durch die Preissteigerugen im kommenden Jahr könnten sich die jährlichen Gesamtkosten auf 181 608 Euro erhöhen.

Die Abschaltung der Lampen führe zu einer Kostensenkung, die allerdings die zu erwartenden Preissteigerungen nicht auffange. »Es geht hier aber ganz klar um die Einsparung von Energie und weniger um die Einsparung von Kosten«, sagte Kromm. Der Haupt- und Finanzausschuss billigte die Vorlage einstimmig.

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