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Wald weiter defizitär

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Von: Sonja Schwaeppe

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Revierförster Wieland Schröder. Foto: Schwaeppe © Schwaeppe

Revierförster Wieland Schröder stellte den Mitgliedern des Bau-, Umwelt-, Verkehrs- und Infrastrukturausschuss seinen Plan vor und diese befürworteten ihn einstimmig

Reiskirchen (son). Zunehmender Trockenstress und Negativfolgen durch Schädlinge und Krankheiten machen dem Wald zu schaffen. Auch die Forstbestände rund um Reiskirchen, die zum Revier von Wieland Schröder gehören, sind davon stark betroffen. Der vorliegende Waldwirtschaftsplan für das kommende Jahr schließt daher wieder mit einem Defizit. Schröder stellte den Plan bei der jüngsten Sitzung den Mitgliedern des Bau-, Umwelt-, Verkehrs- und Infrastrukturausschuss (BUVI) vor, der den Plan einstimmig befürwortete.

Schröder entschuldigte sich auch für einen Zahlendreher in der Tischvorlage, die beim am Abend zuvor tagenden Haupt- und Finanzausschuss für Irritationen gesorgt hatte. Insgesamt zeigt der Plan ein Defizit von 54 284 Euro auf. Dem vermuteten Ertrag von 113 788 Euro steht ein Aufwand von 167 922 Euro gegenüber. Hinzu kämen noch 150 Euro Kosten durch die innerbetriebliche Leistungsverrechnung. Den größten Ausgabenposten im Waldwirtschaftsplan machen die Fremdleistungen aus, denn Reiskirchen verfügt über keine eigenen Forstmitarbeitenden.

Bei den Aufforstungen und Pflanzungen setzt der Revierförster auf Mischwald, vorwiegend mit den Arten Lärche, Buche und Weißtanne. »Die Zeit der Fichte ist vorbei«, sagte dazu der ebenfalls anwesende Leiter des Forstamts Wettenberg Ralf Jäkel. Der Baum sei stark abgängig und kann die zu erwarteten Trockenperioden nicht verkraften. Man pflanze daher die tief wurzelndere Weißtanne und die tolerantere Lärche. Gemeinsam mit Buche und Naturverjüngung durch weitere Baumarten möchte man einen stabilen Mischwald entwickeln. »Warum werden keine Eichen gepflanzt?«, wollte Renz Hornischer (Grüne) wissen. »Die für die Eiche geeigneten Standorte haben wir schon in den vergangen Jahre neu mit Jungpflanzen besetzt«, erwiderte Schröder. Da junge Eichen sehr pflegeintensiv seien, werde man sich zunächst um diesen Aufwuchs kümmern, »bis der aus dem Gröbsten raus ist«. Dann werde man auch wieder neue Eichen setzen. Eine Besonderheit wird die Fläche in der Nähe der Kirschbergschule sein. »Hier wollen wir gemeinsam mit der Schule Kirschen, Elsbeeren und Kastanien setzen«, sagte Schröder.

Die Holznutzung sei wie in den Vorjahren »kalamitätsgeprägt«. »Wir können hier nur reagieren statt agieren«, sagte Schröder. Dementsprechend seien durch das schwächere Holz die Erträge geringer. Auch die Sicherung der Verkehrswege sei in Reiskirchen ein großes Thema. Hier kann die Gemeinde aber zum Teil auf Fördergelder zurückgreifen. Ein Bewilligungsbescheid in Höhe von 20 800 Euro sei kürzlich eingegangen, ergänzte Bürgermeister Dietmar Kromm (parteilos).

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