GIESSEN - (red). „Das Lastenrad steht der Besetzung im Dannenröder Wald solange zur Verfügung, wie es dort benötigt wird“, beschließen die Freiwilligen vom Allmende Lastenrad Projekt – kurz: das ALLrad – auf ihrem letztem Planungstreffen, wie aus einer Pressemitteilung des ALLrad-Teams hervor geht.
Seit dem 28.September, dem Tag der letzten Fahrrad- und Trecker-Demo gegen den Ausbau der A49, steht den Waldbesetzern im Gleental ein „ALLrad“ zur gemeinschaftlichen Nutzung zur Verfügung. Mitwirkende der Gießener Initiative waren per Rad und Zug zur Demo gekommen, hatten den Bedarf an Transportmitteln gesehen und ein Lastenrad dort gelassen. Damit wurden bisher Flugblätter verteilt, Mitstreiter vom Bahnhof abgeholt, Essen von Supermärkten gerettet und Müll weggefahren, heißt es in der Mitteilung. Und weiter. „Auch wenn die Autobahnplanungsgesellschaft des Bundes und der Länder – kurz Deges – die Flächenrodung für den Ausbau der A49 im Maulbacher-, Dannenröder- und Herrenwald um ein Jahr auf den Oktober 2020 verlegt hat, bleiben die Aktiven in den Baumhäusern und bauen die Strukturen weiter aus. Das sei nicht nur im Sinne des Wasser-, Boden- und Artenschutzes angemessen, sondern auch nötig, um die Absurdität der fehl geleiteten Verkehrs- und Baupolitik anzuprangern“. Konkret bedeute dies: „Bei ALLrad verstehen wir Verkehrswende nicht als einen Antriebswechsel unter der Motorhaube, sondern als Abkehr vom Autokult. Verzicht auf motorisierten Individualverkehr bedeutet Gewinn von Lebensqualität für Alle: mehr Platz und Ruhe, bessere Luft, weniger Unfälle und einen gewichtigen Beitrag gegen die Erderwärmung,“ meint Fusl vom ALLrad-Team.
Und weiter: „Daher keine weiteren Autostraßen, sondern Reaktivierung der Bahnlinien Alsfeld-Bad Hersfeld und Kirchhain-Homberg. Sozialgerecht ausgebauten ÖPNV zum Nulltarif, effiziente E-Mobilität in Form von Straßenbahnen und Regio-Tram und ein dichtes Fahrradstraßennetz.“