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Ältere Menschen leiden stärker unter einem Betrug

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Kriminalhauptkommissar Rüdiger Heil vom LKA gibt beimOnline-Vortrag in der Senioren-Residenz »Haus Staufenberg« gibt Tipps und Ratschläge, um sich vor Betrügereien zu schützen.

Staufenberg (red) Vom klassischen »Enkeltrick« bis hin zu falschen Polizisten am Telefon oder an der Haustür: Die Betrugsmaschen, die Kriminelle nutzen, um Seniorinnen und Senioren um ihr Hab und Gut zu bringen, sind vielfältig. Im Zuge der Alloheim-Expertenreihe informierte Kriminalhauptkommissar Rüdiger Heil vom LKA Nordrhein-Westfalen in der Senioren-Residenz »Haus Staufenberg« jetzt über neue und altbekannte Betrugsmodelle und gab hilfreiche Tipps und Ratschläge zur Prävention. Coronabedingt fand der Vortrag online statt. Taschendiebstahl, Betrügereien an der Haustüre und vorgetäuschte Telefonanrufe von vermeintlichen Familienangehörigen oder Polizisten gehören zu den häufigsten Betrugsmaschen, denen Seniorinnen und Senioren zum Opfer fallen.

Die Täter gehen dabei sehr geschickt vor, arbeiten in Gruppen, lenken die Aufmerksamkeit der Zielpersonen gekonnt ab oder bauen durch das Vortäuschen von Ausnahmesituationen enormen psychischen Druck auf. So erbeuten Trickdiebe und Trickbetrüger oftmals hohe Geldsummen von arglosen Seniorinnen und Senioren. Neben dem reinen Verlust der Ersparnisse oder Wertsachen spielen für die Opfer dabei auch die psychischen Folgen eines solchen Erlebnisses eine große Rolle.

»Gerade ältere Menschen leiden ungleich stärker unter den Folgen eines Diebstahls oder Betrugs als jüngere«, erklärte der LKA-Experte. »Das Wissen, einer Diebstahl- oder Betrugsmasche aufgesessen zu sein, ist oftmals mit großer Scham und dem Gefühl der eigenen Schwäche verbunden. Prinzipiell gilt: Fühlt man sich in einer Situation nicht wohl, sei es am Telefon oder an der Haustüre, gilt es, auf Nummer sicher zu gehen«, so Heil.

»Legen Sie einfach auf oder schließen Sie die Türe.« Dann empfiehlt es sich, sich an eine Vertrauensperson zu wenden oder die 110 anzurufen.

»Vertrauen Sie auf ihr Bauchgefühl«, erläutert der LKA-Experte weiter, »die Polizei wird Sie telefonisch niemals nach ihren Vermögensverhältnissen oder ihrer Bargeldmenge im Haus fragen. Genauso wenig wird eine Art Kaution verlangt, falls ein Familienangehöriger in einen Unfall verwickelt ist.«

Um persönlichen Konfrontationen mit Personen an der Haustür vorzubeugen, empfiehlt Heil allen Seniorinnen und Senioren die Anschaffung eines Sperrbügels. Damit lässt sich die Tür nur einen spaltbreit öffnen und nicht von außen aufstoßen.

»Manchmal genügt jedoch auch einfach ein Blick aus dem Fenster, um zu entscheiden, ob man überhaupt an die Türe gehen sollte«, sagt der Kriminalhauptkommissar. Doch was soll man machen, wenn die Trickbetrüger bereits im Haus sind? Ein Einwand aus dem Publikum, dem sich Rüdiger Heil nach dem Vortrag für individuelle Fragen zur Verfügung stellte.

»Eine allgemeingültige Antwort darauf gibt es nicht«, erklärt der Experte, »grundsätzlich kann man jedoch sagen: Werden Sie laut! Rufen Sie um Hilfe und machen Sie der Person deutlich, dass sie die Wohnung verlassen soll. Mit etwas Glück machen Sie ihre Nachbarn auf sich aufmerksam.«

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