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Arbeiten über Grenzen hinweg

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Ehrungen anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Diakoniesstation Lumdatal mit Pfarrerin Sarah Kiefer (r.), Verbandsvorsitzender Inge Krieb (2.v.r.) ,Pfarrer Traugott Stein (l.) und stellvertretendem Dekan Hans-Theo Daum (3.v.l.). Foto: Heller © Heller

Seit 20 Jahren gibt es die Diakoniestation Lumdatal. In einem feierlichen Gottesdienst wurden nun verdiente Mitarbeiter gewürdigt.

Staufenberg/Lollar (voh). Zum 1. Januar 2002 fusionierten die damaligen Sozialstationen im Lumdatal (Lollar, Londorf und Staufenberg, außer Allendorf) zur Diakoniestation Lumdatal mit dem Sitz in der Marburger Straße 30, Lollar. Ein Festgottesdienst in der evangelischen Kirche Daubringen würdigte jetzt das 20-jährige Bestehen. Pfarrerin Sarah Kiefer und Pfarrer Traugott Stein gestalteten die Liturgie. Der Posaunenchor Daubringen, Leitung Friedhelm Schäfer, zeigte sein großes Können. Grußworte gaben Lollars Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek und Günter Ziegler für den Vorstand des Fördervereins Lollar-Staufenberg. Vorsitzender Horst Münch war verhindert.

Pfarrer Hans-Theo Daum, der stellvertretende Dekan des Dekanats Gießener Land, sprach den Mitarbeitern persönlichen Dank aus. Hinter dem reinen Beschäftigungsverhältnis verberge sich so viel mehr.

Man begleite Familien in belasteten Lebenssituationen und höre zu. Die Diakoniestation praktiziere längst, was die Landeskirche für die Zukunft plane: Arbeiten über kommunale Grenzen hinweg.

Im Auftrag des Diakonischen Werks Hessen/Frankfurt übergab Daum Urkunden und das Kronenkreuz. Christine Bauer erhielt das Kronenkreuz der Diakonie in Silber. Sie ist seit zehn Jahren als Betreuungskraft für Menschen mit Demenz in der häuslichen Einzelbetreuung und Gruppenbetreuung tätig. Karin Kirchner ist seit Mai 2002 als examinierte Pflegefachkraft mit dabei. Mittlerweile ist sie auch Fachkraft für Palliativversorgung.

Kronenkreuze

Das Kronenkreuz hatte sie in der Vergangenheit schon erhalten. Diesmal gab’s die Urkunde und Blumen. Drei auszuzeichnende Personen konnten nicht anwesend sein: Pflegedienstleiterin Nadine Weißbeck, stellvertretende Leiterin Diana Göbel und Pflegefachkraft (Bereich Rabenau) Christina Schleufe (alle drei 20 Jahre). Träger der Diakoniestation sind die evangelischen Kirchengemeinden Lollar, Kirchberg und Londorf. Sie gründeten zum 1. Januar 2002 den Evangelischen Kirchlichen Zweckverband als Träger der Diakoniestation. Verbandsvorsitzende Inge A. Krieb verabschiedete zwei verdiente Pflegefachkräfte, die den Zusammenschluss miterlebt und -gestaltet hatten.

Doris Hammer (ehemals Sozialstation Lollar) hatte sich zusätzlich in der Mitarbeitervertretung engagiert. Sie erhielt das Goldene Kronenkreuz. Sabine Selig (ehemals Sozialstation Londorf) hatte außerdem das Demenz-Café unterstützt. Auch sie hatte sich das Goldene Kronenkreuz verdient.

Pfarrerin Kiefer sprach eingangs von der »christlichen Haltung der dienenden Nächstenliebe«. Sie verwendete ein Bibelzitat: »Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.« (Matthäus 25, Vers 40). Pfarrer Traugott Stein verlas das Gleichnis vom »Barmherzigen Samariter« (Lukasevangelium 10, 25).

Kooperation

Dann traten Kiefer und Stein in ein Zwiegespräch um den Stellenwert des Samariters und des Wirtes im Gleichnis. Für gewöhnlich kommt der Wirt immer etwas zu kurz. Es stellte sich beim Zwiegespräch heraus, die Diakoniestation gleiche mehr dem Wirt. Der nehme die weitere Versorgung des Verletzten anstandslos an und verfüge auch über alles dafür Notwendige einschließlich Gesprächspartnern, die dem Verletzten Mut zusprechen könnten.

Inge Krieb erinnerte an die 2014 erfolgte Kooperation mit anderen Diakoniestationen im Gießener Land. Damals sei der gemeinsame Geschäftsführer, Markus Bermhardt, eingestellt worden. Anfangs habe man noch 80 Patienten betreut, nunmehr seien es bis zu 190, sagte Krieb. Man sei bestrebt, die bestmögliche Versorgung und wirtschaftliches Handeln unter einen Hut zu bringen. Dr. Wieczorek sprach von einer »wichtigen zivilgesellschaftlichen Verantwortung der Mitarbeiter«. Die Stadt Lollar habe just 2000 Euro überwiesen.

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