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Bei Neupflanzungen auf die Bremse treten

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Von: Thomas Wißner

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Revierförster Jacob Thomaka. Foto: Wißner © Wißner

Der Staufenberger Waldwirtschaftsplan schließt mit rund 50 000 Euro Minus ab . Diese Summe muss über den städtischen Haushalt gedeckelt werden.

Staufenberg (twi). Ein Thema im Staufenberger Haupt- und Finanzausschuss (HFA) war der Waldwirtschaftsplan. Der Leiter des für Staufenberg zuständigen Forstamts Wettenberg, Ralf Jäkel, stellte die Zahlen gemeinsam mit Revierförster Jacob Thomaka vor.

Der Plan schließt mit einem Gesamtdefizit von 47 892 Euro. »Also rund 50 000 Euro, die über den städtischen Haushalt zu deckeln sind. Die Beförsterungskosten sind hier noch nicht eingepreist. Wir dürfen auf die Spitzabrechnung 2023 gespannt sein«, so Ausschussvorsitzender Reiner Mehler (SPD). Erwartet wird ein Ertrag von 167 848 Euro, dem Aufwendungen von 203 540 Euro gegenüberstehen und unter Berücksichtigung von innerbetrieblichen Leistungsverrechnungen von 12 200 Euro das Gesamtdefizit ergeben.

War die Fichte das Hauptsorgenkind in der Vergangenheit, so bereitet Jäkel die Buche mehr Sorgen. »Die meisten Buchen werden in den nächsten Jahren absterben, egal wie das Wetter wird«. Aktuell verzeichneten die Eichen noch einen guten Markt.

»Was boomt ist der Brennholzmarkt und hier haben wir mittlerweile Ausmaße im Wald: Es wird geklaut, was der Wald hergibt. Da geht es nicht nur um einen Kofferraum voll, da sind Profis am Werke, die Lkw-Ladungen abtransportieren«, ging Jäkel auf die aktuelle Lage ein und mahnte zudem Holzdiebe davor, das frisch im Wald erbeutete Holz im heimischen Ofen zu verbrennen. Kaminbrände seien garantiert, denn »Holz muss mindestens ein oder drei Jahre trocknen. Abgetrocknetes Holz, sonst geht nichts und es kommt zum Kaminbrand«.

Erfreulich für die Kommunen sei die Mitteilung, dass die Förderungen im Kommunalwald auf das sechs- bis achtfache gegenüber noch von vor einigen Jahren gestiegen sind.

Thomaka teilte mit, dass in diesem Jahr viele Buchen vertrocknet sind. Bei den Neupflanzungen sehe es »nicht so schlecht aus für den Sommer, den sie durchmachen mussten«. 2023 will er bei Neupflanzungen auf die Bremse treten und dafür die Kulturen aus den vergangenen Jahren nachbessern, um dann 2024 wieder großflächige Kulturen zu setzen.

»Beim Brennholz haben wir mittlerweile schon mehr als doppelt so viel Nachfrage als in den Jahren zuvor - und wir sind noch nicht am Jahresende. Allerdings sehen wir uns gezwungen, einen Annahmestopp zu machen«, kündigte Thomaka an. Der Revierförster schloss seine Ausführungen mit dem Hinweis »breit aufstellen, das ist die Devise«.

Dem Waldwirtschaftsplan wurde vom Haupt- und Finanzausschuss eine einstimmige Beschlussempfehlung für die Stadtverordnetensitzung erteilt.

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