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Burgruine soll saniert werden

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Auf der südlichen Eingangstreppe zum Palas stehen (v.l.) Bürgermeister Peter Gefeller, Kreisbaudezernent Christian Zuckermann, Kunsthistorikerin Susanne Gerschlauer, Steinmetzmeister Martin Röhling. Foto: Heller © Heller

Mauerschäden an der Oberburg: Die Burgruine Staufenberg soll in drei Abschnitten für geschätzte bis zu vier Millionen Euro saniert werden.

Staufenberg . Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, sagt ein Sprichwort. Mittlerweile wäre es fahrlässig, angesichts von Mauerschäden an der Oberburg weiterhin weg zu schauen. Die Burgruine Staufenberg soll deshalb in drei Abschnitten für geschätzte bis zu vier Millionen Euro saniert werden.

Elftes Jahrhundert

Ende des elften Jahrhunderts erbaute Gozmar von Ziegenhain die Oberburg. Ende des Dreißigjährigen Krieges (1648) durch schwedische Truppen zerstört, stehen seitdem noch Reste des Palas, das Rondell und weitere Umfriedungsmauern. 2002 verkaufte das Land Hessen, damals Burgbesitzer, die Unterburg (Hotel) an privat und die Ruine der Oberburg für einen symbolischen Euro an die Stadt Staufenberg. Die Heimatvereinigung Staufenberg hat das Gelände gepachtet, pflegt die Grünanlagen.

Bürgermeister Peter Gefeller hat einiges vor. Kunsthistorikerin Susanne Gerschlauer, Staufenberger Stadträtin und Vorsitzende des Denkmalbeirats des Landkreises Gießen, fällt der sprichwörtliche Stein vom Herzen, dass endlich begonnen wird, alle historischen Mauerreste von Grünzeug zu befreien, die Mauersteine aus Basalt Buntsandstein mit jeweils geeignetem Material neu zu verfugen und dabei auch schadhafte Stellen, verursacht durch unfachmännisches Fugenmaterial wie Zementmörtel, auszubessern. An Sanierungskosten für den ersten Bauabschnitt hat das Architekturbüro Seidel und Muskau 700 000 Euro ermittelt. Gefeller hat bei Bund und Land eine Förderung in Höhe von 600 000 Euro beantragt. Man wartet nun auf die Bewilligung. Zwei Mauern würden dann fachgerecht angegangen: Die Stützmauer gegenüber dem Burgmannenhaus (rechts der Auffahrt) und eine 23 Meter lange Einfriedungsmauer, die links am Torbogen in die Ortschaft herunter führt. Das Gelände hier ist sehr steil und außerhalb der Mauer privat.

Gefeller blickt respektvoll in Richtung Westen, wo der rührige Gleiberg-Verein das Land Hessen immer erfolgreich in die Pflicht nimmt, wenn es etwas zu sanieren gibt. Es gebe da wohl eine Verpflichtung aus der Vergangenheit, was für Staufenberg nicht zutreffe. Gefeller erinnert aber auch an die bauhistorische Verantwortung. Sollte jetzt nicht gehandelt werden, sei es schwierig, die Verkehrssicherungspflicht weiter zu gewährleisten. Steine oder Mörtel könnten irgendwo heraus brechen. »Dann müssten wir das Gelände sperren«, so Gerschlauer. Das wäre schlimm. Die Burg sei das historische Aushängeschild der Stadt und werde verstärkt von Touristen besucht. Kreisbaudezernent Christian Zuckermann nennt die Burgen »kulturhistorische Schätze«. Er lobt die aktive Arbeit des Denkmalbeirats. Der kümmere sich gerade auch um die Burgen. »Jetzt ist Staufenberg dran«. Die Heimatvereinigung hatte über den Denkmalbeirat 10 000 Euro beim Landkreis beantragt. Zuckermann: »Die Burgen profitieren oft. Das ist gut investiertes Geld obgleich ein Tropfen auf den heißen Stein«.

Für diesen Zuschuss hat Steinmetzmeister Martin Röhling (Nidda) eine Sofortmaßnahme erledigt. Röhling ist neuerdings Obermeister der Steinmetzinnung Oberhessen. Einen Sturz aus Sandstein hat er über die südliche Eingangstreppe zum Palas gelegt. Der Durchgang war bis dahin lediglich übermauert, Steine drohten auszubrechen. Man musste ihn zuletzt mit einem Holzgerüst absichern. Röhling interessiert die Geschichte der Grafen von Nidda und Ziegenhain. Dazu hat er im Band IX der Niddaer Geschichtsblätter einen Bericht geschrieben. Frühen Kontakt hatte er zu Georg Mann, und damals am Burgmannenhaus mit gearbeitet.

Zuschuss vom Kreis

Ebenfalls von dem Kreiszuschuss sollen die zwei Betonplatten im Hof des Palas gänzlich entfernt werden. »Darunter vermuten wir alte Kellerräume, wohl der älteste Teil der Burg«, so Gerschlauer. Hier soll archäologisch nachgeforscht werden, das Gewölbe sodann mit einem Geovlies abgedeckt und verfüllt werden.

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