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»Der Gleisanschluss ist unerlässlich«

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Von: Erika Scherer

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Die Gleisanlage zum RHI-Standort in Mainzlar soll wieder in Betrieb genommen werden. Foto: Scherer © Scherer

Regierungspräsident Ullrich sprach sich bei einem Besuch vor Ort kompromisslos für eine Wiederinbetriebnahme aus.

Staufenberg (sle). Nachdem der Mainzlarer Standort von RHI Magnesita eigentlich zum Jahresende 2022 schließen sollte, will man hier nun doch weiter produzieren. Sieben Millionen Euro sollen jetzt investiert, die Produktion ausgeweitet werden. Nur eines ist noch zu lösen: Die Bahnstrecke Lollar-Mainzlar wurde bis 2016 vom Werk für An- und Ablieferungen genutzt, danach erfolgte dann alles mit Lkw. Nun soll die Schienenstrecke für den RHI-Gütertransport wiederbelebt werden.

RHI-Vorstand Tim Steenvoorden macht unmissverständlich klar: »Wenn wir unsere Produktion ab 2025 auf dann 150 000 Tonnen steigern wollen, ist der Gleisanschluss unerlässlich. Ohne den Gleisanschluss gibt es keine Standortsicherung.« Das Hessische Wirtschaftsministerium ist einer der Entscheidungsträger und prüft die rund 1,2 Millionen Euro teure Wiederinbetriebnahme. Um sich über diesen Prozess zu informieren, waren Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich, CDU-Landtagsabgeordneter Dirk Bamberger sowie Thomas Heidlas (CDU-Bürgermeisterkandidat), Berndt Dugall (CDU-Fraktionsvorsitzender) und weitere Staufenberger Christdemokraten vor Ort. Ullrich sprach sich kompromisslos für eine Wiederinbetriebnahme aus. Das Regierungspräsidium sei für ein eisenbahnrechtliches Genehmigungsverfahren zuständig. Ehe aber eine Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme erteilt werde, müsse erst ein Antrag gestellt werden. Dies könne die Hessische Landesbahn (HLB) als möglicher Betreiber der Strecke übernehmen. Abseits des Genehmigungsverfahrens sei aus seiner Sicht allerdings die Frage der anfallenden Kosten von geschätzten 1,2 Millionen Euro zu sehen. Dabei sah er die Politik in der Verantwortung.

Betriebsratsvorsitzender Michael Schwarz stellte dazu fest, dass »wir als Firma einen wichtigen Beitrag für die Kommune leisten. Wenn alles halbwegs vernünftig funktionieren soll, müssen die Landesbahn und die DB einen Vertrag schließen.« Einig waren sich alle darin, dass eine Wiederinbetriebnahme des Gleisanschlusses für das Werk unbedingt vonnöten sei. Schwarz sprach auch die geschätzten Kosten für die Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke an. Diese Summe sollte aber kein unüberwindliches Hindernis darstellen.

Konsens

Dass auch im Parlament in Staufenberg Konsens über die Wiederinbetriebnahme des Bahnanschlusses bestehe, sei ein weiterer Pluspunkt, betonte Heidlas. RHI-Produktionsleiter Michael Schneider erklärte, zuerst sei es wichtig, dass das Genehmigungsverfahren auf den Weg gebracht werde. Dabei könnten die Landtagsabgeordneten eine große Hilfe sein, war sich Berndt Dugall sicher. Wilfried Schmied (CDU-Stadtverordneter und ehemaliger RP) erklärte, dass dem Hessischen Wirtschaftsministerium eine wichtige Rolle bei der Reaktivierung der Bahnstrecke zukomme. Habe das Wirtschaftsministerium entschieden, gehe das Ganze in das Finanzministerium. »Bleiben Sie am richtigen Referenten dran«, riet er und sagte, dass die Wiederinbetriebnahme aus Bundesmitteln erfolgen müsse, denn es gehe hier um eine Investition, die wieder neue Arbeitsplätze schaffe. Um sich ein Bild des Werks und seiner Infrastruktur zu machen, gab es eine Werksbegehung, bei der auch die stillgelegten Bahngleise in Augenschein genommen wurden.

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