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Dorfplatz in ungewöhnlicher Lage

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Offizielle Übergabe des Dorfplatzes vor dem evangelischen Gemeindehaus von Daubringen (rechts). Links das Multifunktionshaus des Roten Kreuzes. Foto: Heller © Heller

Der neue gesellschaftliche Mittelpunkt Daubringens befindet sich am Ortsrand. Mit der Platzübergabe ist die Dorferneuerung endgültig abgeschlossen.

Staufenberg (voh). Der lagemäßig wohl ungewöhnlichste Dorfplatz wurde jetzt in Daubringen fertiggestellt und im Rahmen einer Feierstunde offiziell übergeben. Ab der zweiten Augusthälfte 2022 hatte die Baufirma Diehl aus Allendorf/Lumda den Bereich zwischen Friedhof und evangelischer Kirche zu einem nicht auf Anhieb erkennbaren Dorfplatz umgestaltet. Der gesellschaftliche Mittelpunkt Daubringens liegt außerdem nicht zentral, sondern am Ortsrand. Mit der Platzübergabe ist nun die Dorferneuerung endgültig abgeschlossen. Der Platz hat mit knapp 232 000 Euro den größten Batzen der Gesamtinvestitionskosten (knapp 572 000 Euro) beansprucht. Vom Land Hessen flossen 83 300 Euro als Zuschuss.

Ein kurzer Rückblick zur Entstehungsgeschichte: Am 31. August 2011 überreichte Staatssekretär Steffen Saebisch vom Hessischen Wirtschaftsministerium den Bescheid für die Aufnahme ins Förderprogramm Dorferneuerung innerhalb der nächsten neun Jahre. Damals wie heute fehlt in Daubringen ein Dorfgemeinschaftshaus und eine Gaststätte mit Saal. Daher kam zunächst der noch unscharfe Begriff »Bürgerbegegnungsstätte« auf die Wunschliste der Arbeitsgemeinschaft Dorferneuerung.

Anfangs schien ein bauliches Gemeinschaftsprojekt mit der evangelischen Kirchengemeinde die Ideallösung. Für diesen Zweck hätte die Stadt an das Gemeindehaus einen Anbau gesetzt. Die restliche Fläche bis zur Friedhofstraße sollte zweckmäßig gestaltet werden. Schließlich feierten Kirchengemeinde und Ortsvereine hier seit Jahren schon das Dorffest »Rundumdekirchturmerum«.

Der Anbau firmierte für lange Zeit unter »Pavillon« und sorgte für endlose Diskussionen. Pfarrer Traugott Stein hatte sodann die Kirchenverwaltung in Darmstadt informiert.

Verkehrsberuhigter Bereich

Für die Bewirtschaftung eines Bürgerpavillons mit Bistrobetrieb konnte man keine zufriedenstellende Antwort finden. Bezüglich baulicher Verflechtung von Stadt und Kirche stellte die Kirchenverwaltung hohe Hürden auf. Dann wurde der Verein »Impuls - Kulturpolitischer Arbeitskreis Staufenberg« nach langjähriger Pause wiederbelebt. Im Oktober 2018 folgte der symbolische Spatenstich für das Multifunktionshaus des Roten Kreuzes. Das darin einzurichtende Kulturcafé würde der Impuls-Verein betreiben. Übrig blieb jetzt noch die Platzgestaltung. Unterdessen drohte das Staufenberger Haushaltsgeld, knapp zu werden und die Förderperiode auszuklingen. Stadt und Kirchengemeinde verhandelten einen Nutzungsvertrag für das kirchliche Grundstück. Das Land verlängerte die Förderzeit von ursprünglich 31. März bis zum Jahresende 2019. Der Straßenabschnitt auf Länge des Friedhofs ist nun mit Schildern als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen, das Pflaster auf dem Grundstück vor dem Gemeindehaus an drei Stellen über die neu asphaltierte Friedhofstraße hinweg geführt. Jeweils ein Baum markiert diesen Kontrast. Straße und Bürgersteige sind höhengleich.

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