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»Durchsichtiges Manöver«

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Etwa ab dem Gitterzaun soll die abgespeckte Version des Gewerbegebiets Didierstraße beginnen. Foto: Wisker © Wisker

Staufenberg (dge/red). Für reichlich Diskussionsstoff hatte das geplante Gewerbegebiet Didierstraße in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung gesorgt. Während die Koalition aus SPD, GAL und FDP dem Vorhaben in seiner nun abgespeckten Version zustimmten, kam aus den Reihen der CDU, aber auch der Freien Wähler, reichlich Kritik. Statt mehr als zwei Hektar soll die Planung sich nun auf etwa 1,2 Hektar verkleinern.

Hintergrund waren die doch erheblichen naturschutzrechtlichen Bedenken seitens der Träger öffentlicher Belange. Die Kritik der CDU bezog sich nun auf die abgespeckte Planung, die die Christdemokraten für zu klein und nicht zielgerichtet halten.

Anderer Meinung

Die SPD ist da anderer Meinung: »Die Stadt Staufenberg benötigt dringend Gewerbeflächen für ihre Gewerbetreibenden, die sich neu ansiedeln oder ihren Betrieb vergrößern möchten. Alle bisherigen Flächen sind vergeben, und kurz- und mittelfristig sind keine weiteren Flächen verfügbar.« Das schreibt Reiner Mehler, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Staufenberg, in einer Pressemitteilung.

Die Staufenberger Sozialdemokraten hätten jetzt die Grundlage für die moderate Entwicklung eines Gewerbegebietes Didierstraße in Mainzlar gelegt. Zusammen mit den Koalitionspartnern GAL und FDP wurden in der vergangenen Stadtverordnetenversammlung die öffentliche Auslage des Bebauungsplanentwurfs und des Entwurfs des Flächennutzungsplans für dieses Gewerbegebiet beschlossen. CDU und FW stimmten dagegen oder enthielten sich der Stimme.

Die Besonderheit laut Mehler: Schon im September 2019 sei der Beschluss für ein wesentlich größeres Gewerbegebiet mit 2,6 Hektar an gleicher Stelle erfolgt. »Damals stimmten im Haupt- und Finanzausschuss alle Parteien des Parlaments für diesen Plan.

In der damaligen Stadtverordnetenversammlung gab es eine sehr große Mehrheit dafür. CDU und FW haben also ebenfalls damals mit deutlicher Mehrheit diesem Vorhaben ihre Stimme gegeben«, so Mehler. Es habe sich gezeigt, dass vor allem von Seiten des Natur-, Landschafts- und Artenschutzes und der Wasserwirtschaft erhebliche Einwände gegen diese ursprüngliche Planung vorgetragen worden seien. »Die Stadt Staufenberg musste demnach ihre ursprüngliche Planung überdenken, um diesen zu Recht erhobenen Bedenken Rechnung zu tragen.«

Das Ergebnis sei die jetzt vorliegende Planung in einer Größenordnung von circa einem Hektar Gewerbegebiet. Die Planfläche liege ausdrücklich nicht im Überschwemmungsgebiet und trage den Belangen des Natur-, Landschafts- und Artenschutzes und den Belangen der Wasserwirtschaft weitestgehend Rechnung.

Kompromiss

Letztlich hätten die Entscheidungsträger zwischen diesen Vorgaben und den berechtigten Wünschen unserer Gewerbetreibenden einen Kompromiss schließen müssen. Dieses kleine Gewerbegebiet sei auf lange Zeit die einzige Möglichkeit, Flächen für Staufenberger Firmen zur Verfügung zu stellen. »Wer sich jetzt dagegen ausspricht, muss diesen Firmen auch erklären, weshalb für sie in Staufenberg kein Platz mehr sein und die Stadt auf wichtige Gewerbesteuereinnahmen verzichten soll. Den Natur- und Landschaftsschutz von Seiten der CDU und der FW jetzt vorzuschieben, ist ein durchsichtiges Manöver«, meinen die Sozialdemokraten.

Denn der neue Planentwurf berücksichtige ausdrücklich die vorgetragenen kritischen Belange und biete die berechtigte Hoffnung, Naturschutz und heimische Gewerbeförderung zu vereinen.

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