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Gemütliche Lesung mit musikalischem Feingefühl

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Jacqueline Herrmann liest aus den »Also«-Kolumnen von Elke Heidenreich. Foto: Heller © Heller

Fasziniert lauschten die Zuhörer im »Wohnzimmer« (Kulturcafé Daubringen) den Akteuren. Sie lasen aus ihren Lieblingsbüchern.

Staufenberg (voh). Man nehme 400 000 Pfund Schießbaumwolle, entzünde diese und schwupp fliegt ein zylindrisches Geschoss aus einer riesenhaften Kanone auf und davon zum Mond. So schilderte das Jules Verne in seinem Roman »Reise um den Mond«, der 1873 unter diesem Titel in deutscher Sprache erschien. Fasziniert lauschten die Zuhörer im »Wohnzimmer« (Kulturcafé Daubringen) Susanne Rotter. Sie las aus dem Buch eines ihrer Lieblingsautoren.

Verne wollte eigentlich Jurist werden. Jedoch lernte er Wissenschaftler und andere Menschen mit spannenden Berufen kennen und brachte damaliges Wissen in fantastischen Romanen zu Papier. Der Impuls-Verein bereitete diesmal heimischen Leseratten eine Vorlesebühne. Musikalische Zwischentöne lieferte das Ehepaar Jorid und Jörg Helfrich. Sie spielt Bratsche im Philharmonischen Orchester des Stadttheaters Gießen, er unter anderem bei der Band Captain Overdrive. Mit melancholischem Feingefühl erklangen Jazz-Standards, Walzer und Bossanova.

Ilona Basselli-Held las die Geschichte vom Beben und Klirren des Alters aus dem neuen Buch »Kummer aller Art« von Mariana Leky. Die Autorin könne sich gut in Menschen hineinversetzen, denen die Erkenntnis fehle, dass manche Lebenslagen wie das Altern unausweichlich seien. Das stämmige Weibsbild Camille kriegt eine Pflegerin zugeteilt, die schmächtige Sigrid, und dreht bei ihr den Spies um. Sie lehrt Sigrid Französisch. Die Pflegerin ist also auf ihre Hilfe angewiesen und in ihrer eigentlichen Funktion nunmehr Statistin. Peter Müller stellt einen Autor aus Kindertagen vor: Howard Phillips Lovecraft (†). Der gilt als der bedeutendste Vertreter von fantastischer Horrorliteratur des 20. Jahrhunderts. In dessen Kurzgeschichte »Die Katzen von Ulthar« verwandeln sich die Stubentiger in menschenfressende Biester. Allerdings steht das so nicht im Buch, ist eine Schlussfolgerung beim Zuhören.

Amüsante Kolumnen

Jacqueline Herrmann brachte einige »Also«-Kolumnen von Elke Heidenreich, in den 80er Jahren für die »Brigitte« geschrieben, zu Gehör. Besonders originell ist Heidenreichs Sichtweise auf die Platzhalternamen wie Lieschen Müller, Erika Musterfau, Otto Normalbürger oder Hinz und Kunz.

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