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Heißes Wasser erspart mühsames Zupfen

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Von: Debra Wisker

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Martin Schnepp (l.) zeigt Peter Gefeller, wie das Unkraut durch das heiße Wasser verwelkt. Foto: Wisker © Wisker

Eine neue Methode zur Unkrautbekämpfung ist auf dem Mainzlarer Friedhof im Einsatz.

Staufenberg (dge). Als umweltbewusste Antwort auf die chemische Keule bezeichnet Bürgermeister Peter Gefeller das Verfahren, mit dem man zurzeit dem Unkraut auf dem Mainzlarer Friedhof auf den Leib rückt.

Heißes Wasser mit Hochdruck - so lautet die simple Lösung. Wer schon einmal mit einem Hochdruckreiniger gearbeitet hat, kann sich das System ungefähr vorstellen. Martin Schnepp, Agrartechniker aus Lollar, gehört das Gerät, er und Bauhofmitarbeiter Klaus Langner sprühen das Wasser auf die unliebsamen Pflanzen. Diese verdörren und sind - je nach Wurzeltiefe - dann irgendwann verschwunden. Das sei zwar nicht so effektiv wie chemische Mittel, doch hier greift die Methode »steter Tropfen höhlt den Stein«, in diesem Fall das Unkraut. Der Mainzlarer Friedhof dient als Pilotprojekt. Wie Gefeller erklärte, sei die Stadt Staufenberg dem Klimaschutz verpflichtet, auf kommunalen Liegenschaften würden daher auch keine Pestizide eingesetzt. Unkraut von Hand zu entfernen, sei müßig, koste Zeit und binde Bauhofmitarbeiter.

Das habe man kürzlich auf den Friedhöfen in Daubringen, Staufenberg und Treis so gemacht. Gerade beim Aktivpark in Mainzlar, der aktuell für seine Einweihung aufgehübscht wird, habe sich gezeigt, wie beschwerlich es sei, dass Unkraut aus dem Kiesbett zu ziehen. »Ich habe da mitgeholfen. Eine Schweinearbeit«, so Gefellers Kommentar. Die Heißwassermethode sei im Vergleich zum Zupfen von Hand wesentlich effektiver und eben auch umweltfreundlicher. Die Pflanzen, so Schnepp, seien nicht gleich beim ersten Durchgang vernichtet, da müsse man mehrmals ran. In Mainzlar sei man gerade am vierten Durchgang. Er wies auch darauf hin, das bei diesem Gerät keine Feuergefahr bestehe, wie zum Beispiel bei einem Gasbrenner. Gefeller ergänzte, nach der »Grundsanierung« wolle man eine gewisse Regelmäßigkeit erreichen und rechne dann mit zwei Durchgängen pro Jahr und Friedhof. Dazu müsse der Dienstleistungsvertrag mit Martin Schnepp erweitert werden. Sechs Durchgänge mit dem Heißwassergerät kosten rund 14 400 Euro pro Jahr und Friedhof, bei nur zwei Sprühvorgängen reduziert sich der Betrag entsprechend. Vielleicht, so der Bürgermeister, hätten ja weitere Kommunen Lust, sich zu beteiligen.

Nicht nur die vier Friedhöfe sollen in den Genuss der Heißwassermethode kommen, auch andere städtische Grundstücke könnten so von unliebsamem Bewuchs befreit werden.

Nachdem die Wege auf den Friedhöfen in Staufenberg, Treis und Daubringen hergerichtet worden seien, wolle man das nun auch auf dem Mainzlarer Friedhof angehen. Die Wege sollen erweitert, der Zugang von der Trauerhalle barrierefrei gestaltet werden, erklärte Gefeller die für das kommende Jahr geplanten Maßnahmen.

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