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Mainzlarer RHI-Werk: Schließung vermeidbar

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Falls das Hessische Wirtschaftsministerium die Stilllegung der Lumdatalbahn-Strecke von Lollar bis Mainzlar rückgängig macht, könnte das RHI-Werk fortbestehen. Foto: Heller © Heller

RHI Magnesita will sein Mainzlarer Werk möglicherweise doch nicht zum Jahresende schließen . Voraussetzung dafür: Die baldige Wiederinbetriebnahme des Bahnabschnitts von Lollar nach Mainzlar.

Staufenberg (voh). Ob die Lumdatalbahn eines Tages wieder bis nach Londorf fahren wird, weiß man nicht. Bund und Land sind hierbei die Entscheidungsträger. Nun berichtete Staufenbergs Bürgermeister Peter Gefeller dem Finanzausschuss, dass RHI Magnesita sein Mainzlarer Werk möglicherweise doch nicht zum Jahresende 2022 schließen wolle. Voraussetzung dafür wäre die baldige Wiederinbetriebnahme des 2016 stillgelegten Bahnabschnitts von Lollar nach Mainzlar. Bis dahin hatte RHI den Gleisanschluss für Zu- und Ablieferungen genutzt, um fortan den Transport via Lkw zu bewerkstelligen. Gefeller teilte mit, das Hessische Wirtschaftsministerium prüfe momentan die Wiederinbetriebnahme. RHI wolle gegebenenfalls in den Standort sogar investieren. Die 130 Arbeitsplätze wären gesichert. Der unterdessen von Mathias Wolf (Planungsbüro Fischer) in Arbeit befindliche Bebauungsplan für den gesamten Werksbereich und die Nahumgebung wird fortgeführt. Roland Ehmig (FW) fragte danach. Gefeller: »Es muss eine vernünftige Erschließung her.« Der bis dato fehlende Bebauungsplan kommt also, mit oder ohne den Fortbestand des RHI-Werkes. Außerdem wird in den neuen Regionalplan Mittelhessen der Umschlagplatz für Güterverkehr am bisherigen Gleisanschluss von RHI eingeschrieben.

Ehrensatzung

Über Pfingsten sei eine Delegation in der ungarischen Partnerstadt Tarján gewesen, um die 30-jährige Städtepartnerschaft vorzubereiten. Der Gegenbesuch komme zum Autofreien Sonntag, der in Staufenberg als Ersatz für den ausgefallenen Krämermarkt mit einem Stadtfest am 27. und 28. August auf dem Festplatz Mainzlar begangen wird. Zur Rückverschwisterung mit Tarján wollen die Staufenberger sodann zum dortigen Weinlesefest am 17. und 18. September wieder vor Ort sein.

Einstimmig hat der Ausschuss eine städtische Ehrensatzung beschlossen. Darin werden die Voraussetzungen vereinheitlicht und die Urkundentexte stilistisch angepasst. Die Satzung sieht Ehrungen vor für Ehrenbürgerschaft, Ehrenurkunden für langjährige Kommunalpolitiker, Ehrenbriefe für verdiente Bürger, Dankesurkunden für vorbildliches bürgerschaftliches Verhalten, Urkunden für sportliche Leistungen sowie Ehe- und Altersjubiläen.

Bei Gesprächen mit dem DRK hat die Stadt Staufenberg eine neue Trägervereinbarung für die Kindertagesstätte in Daubringen getroffen. Die momentan noch bestehende fünfte Gruppe wird im Kita-Jahr 2022/2023 letztmalig weitergeführt. Sonstige Absprachen treten rückwirkend zum 1. Januar 2022 in Kraft.

Die Verwaltungskosten pro Gruppe werden nunmehr gedeckelt. Staufenberg überweist eine Gruppenpauschale von jeweils 15 000 Euro. Überhaupt werden viele Posten auf Pauschalbeträge umgestellt. 180 000 Euro will die Stadt mittelfristig pro Jahr einsparen, allein 130 000 Euro durch den Wegfall der fünften Gruppe. Der Beschluss erfolgte einstimmig.

Elternbefragung

Für die FDP-Fraktion beantragte Horst Watz eine Elternbefragung in allen Kindertagesstätten der Stadt. Ziel sei es, die Betreuungsqualität zu sichern sowie außerdem die Zufriedenheit von Eltern zu steigern. Eltern, Kinder und Erzieher würden von einem externen Dienstleister fachlich begleitet werden. Dies geschehe jährlich. Allendorf/Lumda nutzte diesen Service schon. Gefeller: »Unsere Kinder sollten uns das wert sein.« Man rechne mit Kosten von etwa 650 Euro pro Kita und Jahr.

Hin und wieder sprächen ihn Eltern darauf an und eine Kita habe sich auch schon dahingehend geäußert. Die Umfrage solle aber an allen Standorten einheitlich sein, um Vergleichbarkeit herzustellen.

Die Vollzeitstelle für die Tourismusbeauftragte in den Gießener Lahntälern, die aktuell Anna Erb innehat, steht zum 1. Oktober 2022 zur Verlängerung an. Es gab einen einstimmigen Beschluss dafür unter der Voraussetzung, alle übrigen Teilnehmer am Touristischen Arbeitskreis, Buseck, Lollar, Reiskirchen, Rabenau und Allendorf/Lumda, stimmten ebenfalls zu. Der Arbeitsplatz von Erb wird nach Staufenberg verlegt (bisher Rabenau) und die Vollzeitstelle im Stellenplan des Staufenberger Haushalts eingebaut.

Fast zwei Millionen Euro kostet die Dachsanierung am Hallenbad des Zweckverbands Lollar/Staufenberg. Gefeller teilte mit, es gebe 62 Prozent Aufpreis nur für reine Dach- und Zimmerarbeiten. Eine halbe Million Euro spendiere das Land Hessen, der Landkreis weitere 400 000 Euro. Wegen der Kostensteigerung erhöht sich die Verbandsumlage im Haushaltsjahr 2022 um 13 650 Euro. Außerdem steigt die Verbandsumlage von aktuell 16 000 Euro auf 54 600 Euro ab dem Haushaltsjahr 2023.

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