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Mangel an Kandidaten

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Staufenberg (fley). Ein Ortsgericht ist ein rein hessisches Thema. Kein anderes Bundesland hat solch ein Gremium. In Staufenberg wurde jetzt Wolfgang Kolb als Ortsgerichtsvorsteher vorgeschlagen.

Vorläufer des Ortsgerichts gab es bereits im spätmittelalterlichen Rheingau. Hier wurden sie (bis 1808) »Haingerichte« oder »Holzgerichte« genannt, weil sie zunächst die Funktion hatten, über Holz- oder Forstangelegenheiten zu entscheiden. Heute sind Ortsgerichte für Beglaubigungen, Nachlasssicherung, Schätzungen und für die Erteilung von Sterbefallanzeigen zuständig. Außerdem beteiligen sich die Justizhelfer an der Festsetzung und Erhaltung von Grundstücksgrenzen. Der Staufenberger Hauptausschuss entschied sich nun für den Versicherungsfachwirt Wolfgang Kolb, als es um die Neubesetzung des Amtes des Ortsgerichtsvorstehers ging. Kolb folgt auf Roland Heger. Die Nachfolge empfahl jetzt der Hauptausschuss einstimmig.

Doch der Wille dieser Tage - etwa als Ortsgerichtsvorsteher oder Schiedsmann tätig zu werden - hat nicht nur in Staufenberg und bei seinen Bürgern stark nachgelassen. Kolb soll der einzige Kandidat in der circa 8500 Einwohner großen Kleinstadt gewesen sein. Das bedauerte auch Roland Ehmig (Freie Wähler) im HFA: »Ich sehe schwarz für die Zukunft bei der Besetzung solcher Posten.«

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