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Nicht überzeugt von Fahrradstraße

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Staufenberg wurde beim Thema Fahrradstraße zwischen Daubringen und Lollar wohl gar nicht einbezogen. Das sagt Thomas Heidlas. Archivfoto: Wisker © Red

CDU-Bürgermeisterkandidat Thomas Heidlas hat viele Skeptiker getroffen.

Staufenberg (red). Die Einrichtung der Fahrradstraße zwischen Staufenberg und Lollar war zunächst als Verkehrsversuch über ein halbes Jahr geplant. Inzwischen wurde der Versuch bis zum September 2023 verlängert.

»Das Konzept der Fahrradstraße stößt - so jedenfalls meine Erfahrung, die ich bei einer Vielzahl von Gesprächen gewonnen habe - bei der großen Mehrzahl der Bürgerinnen und Bürger von Staufenberg auf völliges Unverständnis«, stellt der Kandidat für das Staufenberger Bürgermeisteramt, Thomas Heidlas (CDU), fest. Auf dieser etwa 2,5 Kilometer langen Strecke gelte eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 Stundenkilometern und Radfahrer dürften nicht überholt werden.

Personen, die diese Strecke in den vergangenen Monaten an einer Vielzahl von Wochentagen genutzt hätten, berichteten übereinstimmend, dass der Radverkehrsanteil auf dieser Strecke fast keine Rolle spiele. Zusätzlich berichteten ihm betroffene Radfahrer, dass die festgesetzte Geschwindigkeitsbeschränkung in Kombination mit dem Überholverbot zu eher unerwünschten Konsequenzen und Konflikten führe. Radfahrer, wenn sie denn auf dieser Straße einmal unterwegs seien, würden von dicht auffahrenden Autos förmlich bedrängt oder es werde unerlaubterweise doch überholt, was aus Sicht der Radfahrer oftmals noch die angenehmere Lösung darstelle.

Bei der Beurteilung der Gesamtsituation dürfe nicht vergessen werden, dass in 200 Metern Abstand parallel ein gut ausgebauter Radweg entlang der Lumda nach Lollar existiere, der deutlich stärker frequentiert werde. Dieser würde sogar offiziell als Radwanderweg Lumda-Wieseck beworben, so Heidlas. Es bleibe für ihn nur die Feststellung, dass dieser Verkehrsversuch letztlich wohl niemandem helfe. Von den Radfahrern werde er augenscheinlich nicht angenommen und bei anderen Verkehrsteilnehmern stoße die Fahrradstraße auf Unverständnis und ihre Regeln würden nicht selten missachtet. Welche zusätzlichen Erkenntnisse mit der Verlängerung des Versuches gewonnen werden könnten, erschließe sich nicht. Es sei zudem erstaunlich, dass weder die Einrichtung noch die Verlängerung des Verkehrsversuchs im Staufenberger Stadtparlament beraten, geschweige denn darüber abgestimmt worden sei. So stellt sich schon die Frage, welche Motivation seitens des Kreises vorgelegen habe, etwas zu schaffen, was von der wohl überwiegenden Mehrzahl der betroffenen Bürger Staufenbergs eindeutig abgelehnt wird.

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