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Radweg-Förderung abgelehnt

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Staufenberg (sle). Viele Zuhörer waren zur Sitzung des Stadtparlaments gekommen. Der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Wilfried Schmied schloss die Sitzung erst nach 23 Uhr.

Resolution gegen Ukraine-Krieg

Zu Beginn gab es eine Resolution aller im Parlament vertretenen Parteien aus SPD, CDU, GAL, Freien Wählern und der FDP, in der der militärische Angriff auf die Ukraine schärfstens verurteilt wurde.

Bürgermeister Peter Gefeller informierte über die Ablehnung des Antrags der Stadt Staufenberg auf Gewährung einer Landeszuweisung zum Ausbau des Lumda-Radweges im Abschnitt Mainzlar-Treis, entlang der Lumda. Der Bescheid von Hessen Mobil war der Stadt am 10. März zugegangen. »Ich habe nach Prüfung der Unterlagen festgestellt, dass der Antrag zur Maßnahme Radweg in der vorliegenden Form nicht den Förderzwecken der Richtlinie Nahmobilität entspricht«, erklärte Gefeller. Die Förderrichtlinie der Nahmobilität verfolgt das Ziel, den Alltagsradverkehr zu stärken. Dies sei aber nur möglich, wenn eine ganzjährige Nutzbarkeit der Radwegeverbindungen sichergestellt ist. Ein wassergebundener Oberbau, der laut Aussage der unteren Naturschutzbehörde in einem Teilstück vorzusehen wäre, erfüllt diese Voraussetzungen nicht. Des Weiteren könne er nicht erkennen, dass aufgrund der bestehenden Wegeverbindung in Richtung Sandgrube eine Verbesserung für den Alltagsverkehr entstehen würde.

Bei dem wassergebundenen Oberbau handelt es sich um den kleineren westlichen Teil des Teilstücks der Gemarkung Mainzlar, direkt vor den beiden Tiefbrunnen, über den die Städte Staufenberg und Lollar mit ihren jeweils vier Stadtteilen ihr komplettes Trinkwasser beziehen.

Einwand nicht haltbar

Der Einwand, wegen dieses wassergebundenen Oberbaus sei eine ganzjährige Nutzung des Radweges nicht sichergestellt, sei nicht haltbar: »Bei einem grundhaften Ausbau des Wirtschaftsweges entlang der Lumda zu einem Radweg wird der Unterbau auch im Bereich der wassergebundenen Decke so gut ausgebaut, dass dadurch eine ganzjährige Nutzungsbarkeit des Radweges sichergestellt wird.« Der Bürgermeister vermutete, dass der Hauptgrund der Ablehnung im »vorhandenen Radweg« über der Sandgrube liege. Gefeller betonte hier, dass eine der attraktivsten Strecken für »touristische Radfahrer« zweifelsohne der Lahn-Lumda-Radweg sei, bei dem sich der einzige nicht ausgebaute Streckenabschnitt des Landkreises Gießen zwischen Mainzlar und Treis befindet. »Dieser Abschnitt ist einer der wenigen im gesamten Konzept des Landkreises Gießen, der mit der Priorität A versehen ist. Deshalb haben wir auch Förderung beim Land Hessen angemeldet und die Komplementärmittel im Haushalt 2022 eingestellt«, so der Rathauschef.

Bestehender Weg wird nicht genutzt

Zwar treffe es zu, dass es eine bestehende Wegeverbindung in Richtung Sandgrube gibt. Diese Strecke ist jedoch deutlich länger und führt weg vom bestehenden ausgebauten Radweg über freies Feld und ist außerdem mit einer sehr starken Steigung entlang einer Sandabbaugrube mit regem Schwerlastverkehr versehen. Dieser Weg werde weder von Radfahrern noch von Kindern oder Familien genutzt. Die nun erfolgte Ablehnung der Förderung stehe der Verkehrswende komplett entgegen, stellte Gefeller fest. Der Bürgermeister erklärte, dass auf seine Bitte hin Landrätin Anita Schneider und Kreisbeigeordneter Christian Zuckermann sofort tätig geworden seien und nun versuchen, Hessen Mobil »von der Sinnhaftigkeit dieser für das ganze Lumdatal und seiner Bewohner, aber auch ganz vieler Radtouristen wichtigen Radwegeverbindung zu überzeugen, um auf diesem Wege doch noch den beantragten und zwingend notwendigen Zuschuss zum Ausbau des Teilstücks dieses Radweges zwischen Mainzlar und Treis zu erhalten«.

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