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Schornstein bleibt stehen

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Von: Volker Heller

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Grün umrandet ist der Bereich des Bebauungsplans für den künftigen »Gewerbepark Schamott«. © Heller

Im Staufenberger Haupt- und Finanzausschuss wurden Nutzungsmöglichkeiten für das RHI-Gelände in Mainzlar aufgezeigt.

Staufenberg (voh). Das RHI-Werk Mainzlar soll laut Unternehmensleitung (Stand: September 2021) zum Jahresende 2022 schließen. Ob das genauso kommen wird, es vielleicht nur eine Teilschließung gibt, das weiß man nicht. Jedenfalls hatte das Staufenberger Stadtparlament im Dezember vorigen Jahres die Aufstellung des Bebauungsplans »Gewerbepark Schamott« beschlossen. Unterdessen hat das beauftragte Planungsbüro Fischer (Wettenberg) eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, um künftige Nutzungsmöglichkeiten für das gesamte Firmengelände bis zur Straße Pfingstweide im Osten aufzuzeigen.

Zusammen mit Kollegin Annika Schenk stellte Wolf das Werk dem Finanzausschuss vor. Einstimmiger Beschluss: Die Machbarkeitsstudie wird das laufende Bauleitverfahren eingebettet werden. Die Studie soll in der Endfassung - Diskussionspunkte aus dem Ausschuss werden noch eingearbeitet - 25 bis 30 Seiten umfassen. Damit habe die Ortspolitik eine Gesprächsbasis mit RHI und einem möglichen Investor, der sich um die Vermarktung des Geländes kümmern würde. Auf dem jetzigen RHI-Gelände würde bis auf wenige Gebäude alles dem Erdboden gleich gemacht, sagte Wolf.

Der aktuelle Verwendungszweck des Gebäudebestands sei sehr speziell, wer wolle den nachnutzen, fragte sich Wolf. Interessant war die Begeisterung in der Sitzungsrunde für den Firmenschornstein als Ortsbild prägendes Bauwerk. Wolf berichtete, dass der Schornstein des früheren Sägewerkes in Londorf (dort entsteht ein Baugebiet) soeben gesprengt worden sei. Auf dem Schornstein der alten Molkerei in Rauischholzhausen hat sich gar ein Weißstorch eingenistet. Der RHI-Schornstein jedenfalls bleibe stehen. Ein anderer Vogel, die Rauchschwalbe, rückte eine Zeitlang in den Mittelpunkt als Wolf über den Artenschutz sprach. Den müsse man ernst nehmen, sonst verzögere sich das Bauleitverfahren unabsehbar. Eine Population der Rauchschwalbe lebe hier. Komme der Abriss, müsse rechtzeitig für Ersatz gesorgt werden. Manfred Hein (FW) vermerkte, durch die Wärme der Brennöfen würden Insekten angezogen, worauf sich die Schwalben stürzten. Man könne ja nicht ersatzweise einen Kuhstall auf das Gelände stellen.

Die Umsiedlung der Zauneidechsen aus dem Gleisbett sei dagegen eher Routine, sagte Wolf. Für Goldammer und Hausrotschwanz bräuchte es nur ein paar Nistkästen zum Aufhängen woanders.

Für die Erschließung des RHI-Geländes mit einer Straße gibt es vorläufig drei Varianten. Für weitere Vorschläge zeigte sich Wolf offen. Entscheidend sei die Verlagerung des künftig einzukalkulierenden Schwerverkehrs (größere Lkw) in den nördlichen und östlichen Bereichen, weg von den Wohnhäusern. Die historisch gewachsene Firmensiedlung zwischen RHI und dem DPD-Depot hat Bestandsschutz. Möglich wäre ein Erdwall als Lärmschutz zwischen der Siedlung und dem RHI-Gelände. Weitere Wohnhäuser stehen entlang der Didierstraße und der Straße In den Erlen. Die Didierstraße müsste ordentlich ausgebaut werden, auch Bürgersteige erhalten.

In der Studie wird die Frage aufgeworfen, ob die Didierstraße für den künftigen Lieferverkehr in Richtung Landesstraße ausreiche oder nicht etwa doch die Verlängerung der Pfingstweide auf die Landesstraße als Entlastung hinzu genommen werden müsste. Die Einmündung liegt aber in einer Kurve und der asphaltierte Feldweg im Überschwemmungsgebiet der Lumda.

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