1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Staufenberg

»Sie sind immer für andere da«

Erstellt:

gikrei_3004_dge_Diana_Th_4c
Auch wenn sie es nicht leicht haben, blicken Diana und Thorsten Amend nach vorne und hoffen, dass sie bald ein neues Zuhause finden. © Wisker

Diana und Thorsten Amend suchen dringend nach einem neuen Zuhause, nachdem ihre Wohnung wegen Eigenbedarf gekündigt wurde. Doch das gestaltet sich sehr schwierig.

Staufenberg . Gute Freunde sind mit Gold nicht aufzuwiegen. Ein solcher Freund war es, der auf die Familie Amend aus Treis aufmerksam machte. »Da die Familie für andere immer da ist und sich für Vereine engagiert, ist es mal an der Zeit, dass man nun der Familie mal hilft«, schrieb ihr Freund Thorsten Will an den Anzeiger. Und deshalb soll die Geschichte der Familie hier erzählt werden.

Verwurzelt

Diana und Thorsten Amend suchen dringend nach einem neuen Zuhause, nachdem ihre Wohnung wegen Eigenbedarf gekündigt wurde. Die beiden sind im Dorf verwurzelt, haben ihren Freundeskreis hier und möchten gerne bleiben. Thorsten Amend beschreibt das Problem kurz und bündig: »Die meisten Wohnungen oder Häuser sind oft schon weg, bevor man überhaupt davon erfährt.« Doch das alleine ist es nicht, was die Suche erschwert. Diana Amend ist schwer erkrankt, hat mehrere Magenoperationen hinter sich und ist auf künstliche Ernährung angewiesen. Die nächste Operation steht in Kürze an.

Die 44-Jährige erzählt im Gespräch mit dem Anzeiger, dass noch nicht klar sei, ob ein Tumor hinter all dem steckt. Das wird sich beim nächsten Krankenhausaufenthalt zeigen. Hinzu kommt bei ihr eine Erkrankung der Wirbelsäule, auch hier hat sie den Operationssaal schon mehr als einmal von innen gesehen.

Alles in allem keine leichte Ausgangslage, um sich auf Wohnungssuche zu machen. »Unsere Kinder sind erwachsen, die Tochter ist schon ausgezogen. Unser Sohn lebt noch bei uns, er macht gerade eine Ausbildung«, so ihr Ehemann Thorsten. Der gelernte Elektriker hat vor vielen Jahren umgeschult, ist nun für ein großes Unternehmen, das Sauerstoffgeräte herstellt, tätig. Seit 15 Jahren ist er hier unter anderem für die Sicherheit der Produkte zuständig. Seit 1994 leben die beiden gemeinsam in Treis, 1996 haben sie geheiratet. Diana Amend kommt aus Kesselbach, ist aber mittlerweile in Treis heimisch. Thorsten Amend gehört dem Vorstandsteam des Papalala-Vereins an, auch hier sind beide immer da, wenn Hilfe gefragt ist, weil wieder ein Papalala-Festival ansteht. Der 49-Jährige ist im Dorf aufgewachsen - »ich habe nie woanders gelebt« -, er war lange Jahre aktiver Feuerwehrmann, heute ist er immer noch Mitglied des Vereins.

Trotz aller Schicksalsschläge blicken Diana und Thorsten Amend nach vorne, hoffen, dass vielleicht doch jemand in Sachen Wohnung weiterhelfen kann. »Vier Zimmer, vielleicht auch ein Haus, es sollte ebenerdig, im Erdgeschoss sein. Das macht es für meine Frau leichter«, fasst es Thorsten Amend zusammen. »Eine kleine Terrasse, vielleicht auch ein kleiner Garten wäre schön. Einfach, um mal rausgehen zu können«, fügt Diana Amend an. Da ihr Ehemann handwerklich recht geschickt ist, sollte eine Renovierung auch kein Problem sein. »Solange es keine Bruchbude ist«, schmunzelt der 49-Jährige und wird sogleich wieder ernst: »Hauptsache ein Dach über dem Kopf.« Auch wenn das Paar am liebsten in Treis bleiben möchte, kämen auch Allendorf, Mainzlar oder Staufenberg in Frage. Sie haben sich schon umgeschaut, Inserate durchforstet, im Internet gesucht, Mundpropaganda gemacht. Aber: »Vieles geht unter der Hand weg. Das erfährt man erst, wenn die Wohnung schon weg ist«, bedauert Thorsten Amend.

Ende Oktober

Ende Oktober steht der Auszug aus der derzeitigen Wohnung an. Bis dahin sind es noch ein paar Monate, doch die können schnell vergehen - gerade, wenn man dringend auf der Suche ist.

Auch interessant