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Staufenberg wächst weiter

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Staufenbergs Einwohnerzahlen steigen stetig, doch ist ist 10 000er-Marke noch lange nicht geknackt. Archivfoto: Wisker © Debra Wisker

Bürgermeister Peter Gefeller hat einen Blick auf Bevölkerungsstatistik der Stadt Staufenberg geworfen.

Staufenberg (red/dge). Eine Kommune ist nicht nur einfach eine Stadt oder ein Dorf, die oder das es zu verwalten gilt. Eine Kommune lebt von den Menschen, die dort wohnen. Zum einen bedeuten Einwohner Einnahmen durch Steuern und Gebühren. Zum anderen aber steht der Begriff gerade dafür, was man eben unter dem Stichwort Lebendigkeit versteht.

So dröge sich das Thema Bevölkerungsstatistik anhören mag, geben diese Zahlen doch einen wichtigen Aufschluss über die besagte Lebendigkeit, über die Facetten und die Zukunftsfähigkeit einer Stadt oder einer Gemeinde. Staufenbergs Bürgermeister Peter Gefeller hat diese Zahlen zur Jahresmitte unter die Lupe genommen. Dies auch mit Blick auf den Zensus, der aktuellen Erfassung von Bevölkerungszahlen.

Die wichtigste Frage sei, ob Staufenberg wachse oder schrumpfe. Aber auch die Weltpolitik wirke sich bis in die Kommunen aus. So zeige sich der Krieg Russlands gegen die Ukraine auch in den Zahlen der Staufenbergerinnen und Staufenberger mit ukrainischer Staatsangehörigkeit.

Hätten am Jahresende 2021 acht Personen mit ukrainischem Pass in Staufenberg gelebt, seien es zum 30. Juni 2022 101 Personen, darunter 37 Menschen unter 16 Jahren. »Bei aller kontroversen Diskussion: Dass es eine humanitäre Selbstverständlichkeit sein muss, Kriegsflüchtlinge aufzunehmen, hat sich in der öffentlichen Meinung durchgesetzt«, so Gefeller und blickt einige Jahre zurück: Mitte 2016 lebten 96 Menschen aus Syrien in Staufenberg, heute sind es 71. Die Einwohnerzahl Staufenbergs bewege sich, wenn auch in kleinen Schritten, weiterhin stetig aufwärts.

Mit Hauptwohnung oder mit alleiniger Wohnung seien Mitte diesen Jahres 8579 Einwohnerinnen und Einwohner in Staufenberg gemeldet. Zum Vergleich: 2010 seien es »nur« 8239 gewesen.

Nur mit Nebenwohnung seien aktuell 284 Personen in Staufenberg registriert. Gerade bei den Erfassungen der Nebenwohnungen gebe es jedoch mitunter »Karteileichen«, denn die Nebenwohnung müsse eigeninitiativ abgemeldet werden - ein Vorgang, der leicht in Vergessenheit gerate. Auch solche Fehler sollen laut Gefeller durch den Zensus behoben werden.

Die diesjährige Halbjahresstatistik zeige: Die Einwohnerzahl 10 000 habe Staufenberg noch lange nicht erreicht. Aber zu bedenken gelte gleichzeitig: »Die Ressourcen an Bauland sind natürlich beschränkt und ein Zuwachs an Bevölkerung sollte stets in guter Beziehung zu den vorhandenen Strukturen und der Umwelt stehen.«

Demografie

Die Einwohnerzahlen alleine lassen keinen Rückschluss auf das Prosperieren einer Kommune zu. Dazu gehört auch die demografische Entwicklung. Das Verhältnis der durchschnittlichen Altersklassen zueinander verrät gerade in Sachen Zukunftsfähigkeit ein bisschen mehr. Wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung festgestellt habe, »altert unsere Bevölkerung«. Diese augenscheinliche Entwicklung werde durch die Zuwanderung in Staufenberg abgemildert. Das Durchschnittsalter in Staufenberg liege bei den Frauen bei 46,7 Jahren, bei den Männern bei 44,6 Jahren. Bei den Einwohnerinnen und Einwohnern mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit sei das Durchschnittsalter 37,4 Jahre.

Mehr als ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland habe einen sogenannten Migrationshintergrund, erläutert der Bürgermeister. Das heiße, bei der Geburt der Person hatte sie oder mindestens ein Elternteil nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. »Diese Entwicklung muss jedoch niemanden ängstigen. Seit Anbeginn der Geschichte ziehen Menschen auf der Suche nach guten oder besseren Lebensbedingungen, aufgrund familiärer Verbindungen oder auf der Flucht vor Krieg oder Naturkatastrophen auf unserer Erde hin und her.«

Trotz der dadurch temporär entstandenen oder entstehenden Probleme müsse festgehalten werden: »Nur durch diesen ständigen Austausch waren und sind die großen Innovationen der früheren oder heutigen Zeit möglich geworden. Mit Blick auf diese Erfahrung dürfte es auch in der Zukunft so bleiben«, so Gefeller abschließend.

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