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»Street Songs«: Straßen musikalisch gehuldigt

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Ulla B. Keller und Frank Warnke musizierten im »Wohnzimmer«, dem Kulturcafé Daubringen. Foto: Heller © Heller

»Keller mit Warnke - Streetsongs« titelte die aktuelle Veranstaltung im »Wohnzimmer«, dem Kulturcafé Daubringen. Man fragte sich nun: Was sind Streetsongs?

Staufenberg (voh). Die Gitarre ist ein derart verbreitetes Instrument, dass man meinen möchte, von dieser Musiksparte gebe es wohl keine Überraschung mehr. Starke Riffs oder zuckende Vibratos lassen hin und wieder aufhorchen, sind Sahnehäubchen. Dann gibt es Ausnahmemusiker wie Frank Warnke, bei denen das komplette Stück aus der Rolle fällt.

»Keller mit Warnke - Streetsongs« titelte die aktuelle Veranstaltung im »Wohnzimmer«, dem Kulturcafé Daubringen. Man fragte sich nun: Was sind Streetsongs? Mutmaßlich die Leidenschaft für Saiteninstrumente hatten Sängerin Ulla B. Keller und Gitarrist Frank Warnke zusammen gebracht.

Ihr Programm »Streetsongs« (auch Name der neuen CD) handelt von Straßen und Plätzen weltweit, die hinlänglich bekannt sind und zur musikalischen Literatur zählen. »Streets of London« etwa, der Folksong von Ralph McTell (1973).

Ein anderer Klassiker ist »Scarborough Fair« in der Version von Simon and Garfunkel (1966). Im Mittelalter war die nordenglische Küstenstadt Scarborough der Marktplatz-Standort für eine große Handelsmesse (Scarborough Fair). Keller und Warnke interpretieren die Songvorlagen auf ihre eigene Art. Hierzu zählte »Penny Lane«. So heißt eine Straße in Liverpool, wo John Lennon und Paul McCartney aufwuchsen.

Warnke gibt den Fingerartisten auf der Gitarre. Er scheint mit den Saiten wie verwachsen zu sein. Normalerweise singt in einem solchen Duo eine Person und die andere begleitet die Stimme - oft mit der Gitarre. Bei Warnke ist das Saitenspiel gewissermaßen ein zweites Lied. Begleitung wäre das völlig unpassende Wort. Jedes Stück ist die Variation einer immer schon gehörten Melodie. Im Zusammenspiel mit Keller ergibt das ein Alleinstellungsmerkmal.

Abschließend hörte man noch »Streets of Philadelphia« (1994) von Bruce Springsteen. Der Titel wurde später Teil des Soundtracks des gleichnamigen Kinofilms des US-amerikanischen Regisseurs Robert Moresco (2006). Als Zugaben folgte »Mendocino«, 1969 durch Michael Holm bekannt geworden. Einst verschlafene Hippie-Hochburg an der felsigen Pazifikküste im Norden Kaliforniens. Weil der Abend so schön war, gab’s noch »Road to Nowhere«, Rocksong von David Byrne (1985). Die wirklich letzte Straße.

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