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Verspätet, dafür umso fröhlicher

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Von: Debra Wisker

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Fröhliche Stimmung herrschte beim großen Fest zur Einweihung. Foto: Wisker © Wisker

Der Anbau an den Treiser Kindergarten wurde mit t Tänzen und Liedern eingeweiht.

Staufenberg . Eigentlich sollte die große Sause schon vor zwei Jahren stattfinden, doch Corona ließ nur einen kleinen Rahmen zu. Jetzt feierten die Treiser Kinder, zeigten einen fröhlichen Käfertanz und sangen »Wir sind Kinder dieser Welt«.

Der Anlass? Genau am Weltkindertag wurde der neue Anbau am Kindergarten in Treis mit einem großen Fest eingeweiht. Auch wenn die Räumlichkeiten längst bezogen sind, die U3-Kinder hier betreut werden, tat das der guten Laune keinen Abbruch. Der »alte« Kindergarten wurde in den 1950er Jahren errichtet, wurde zwar immer wieder mal saniert oder umgebaut, doch so ganz das Wahre war das nicht. Mit dem neuen Anbau haben jetzt auch die Kleinsten ein helles, freundliches Domizil.

Graffiti

Unter den zahlreichen Gästen waren neben Bürgermeister Peter Gefeller auch etliche Vertreter der Kommunalpolitik. Kita-Leiterin Karin Müller-Kubatz verwies in ihrer Begrüßungsrede auch auf das große Graffiti, das gemeinsam von den Kita-Kindern und dem Demokratieprojekt »Dabeisein« umgesetzt wurde. Damit es auch ein richtiges Graffiti wurde, legte Künstler Kai Krieger Hand an. Statt weißer Fassade ist dort nun genau das zu sehen, was die Kinder besungen haben: »Kinder dieser Welt«.

Bürgermeister Peter Gefeller zeigte sich mehr als zufrieden mit dem gelungenen Neubau in Holzbauweise. »Wir haben auf Nachhaltigkeit geachtet. Das war uns wichtig.« Zuvor sei die U3-Gruppe in einem Raum im Dorfgemeinschaftshaus untergebracht gewesen - »aus der Not geboren, keine adäquate Betreuung«, blickte Gefeller zurück. Es sei schön, dass »wir hier in Treis etwas Neues geschaffen und nicht umgebaut oder saniert haben.« Das sei auch dank der einstimmigen Beschlüsse im Parlament möglich gewesen. Rund 700 000 Euro hat der Anbau gekostet. Vom Land Hessen gab es Fördermittel in Höhe von 300000 Euro, sodass die Stadt Staufenberg noch 400 000 Euro in die Hand nehmen musste. »Gut angelegtes Geld«, meinte der Bürgermeister.

Auch die Außenanlage sei sehr gelungen. Ein Dankeschön ging hier an die Burschenschaft Muspretzer, die für die Erweiterung der Außenanlage gerne auf ein Stück des Kirmesplatzes verzichtet hatten. Angesichts der immer heißer werdenden Sommer sollen im kommenden Jahr zwei große Marktschirme aufgestellt werden, die dann für eine Beschattung sorgen. Besonders stolz zeigte sich Gefeller darüber, dass Staufenberg die einzige Kommune im Landkreis Gießen sei, die den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr erfüllen könne. 500 Kita-Plätze gebe es in Staufenberg und seinen Stadtteilen insgesamt.

In Treis werden insgesamt 87 Mädchen und Jungen betreut, davon zwölf U3-Kinder. »Die kommen auch alle direkt aus Treis«, verrieten die Erzieherinnen.

Noch ein paar Fakten: Der Anbau ist eine Holzständerkonstruktion mit Satteldach, der auf einer Grundfläche von 136 Quadratmetern errichtet wurde. Die Baugenehmigung wurde am 14. März 2018 erteilt. Die Aufträge für Entwässerung, Bodenplatte sowie Zimmer- und Dachdeckerarbeiten wurden im September 2018 vergeben, die Vergabe der restlichen Gewerke erfolgte bis April 2019. Baubeginn war schließlich im Oktober 2018. Die Räumlichkeiten waren am 30. September 2019 fertiggestellt, die Hoffläche ebenso. Das erweiterte Außengelände wurde schließlich im Mai 2020 fertiggestellt.

Auch der Wunsch nach einem Unterstand etwa für Kinderwagen wurde erfüllt. Im Inneren zeigt sich der Anbau hell und freundlich, dies auch dem teils freiliegenden Gebälk geschuldet. Ein Ruheraum bietet Rückzugsmöglichkeiten, die Sanitärräume sind kindgerecht eingerichtet, mit den fröhliche Enten-Wasserhähne macht das Händewaschen bestimmt gleich mehr Spaß. Eine Einbauküche mit teilweise abgesenkter Arbeitsfläche und eine Fußbodenheizung runden das Ganze ab. Schaut man übrigens auf die Liste der beteiligten Firmen, fällt auf, dass es - bis auf ein, zwei Ausnahmen - allesamt Unternehmen aus der Region waren, die am Neubau beteiligt waren.

Zu einem fröhlichen Fest gehören auch fröhliche T-Shirts. Die wurden zur Einweihung verteilt und selbstverständlich sofort angezogen. Wie Karin Müller-Kubatz betonte, arbeite man sehr eng mit der Schülerbetreuung und dem Förderverein der Grundschule zusammen. So sei es möglich gewesen, die T-Shirts anzuschaffen. Auch für den Kindergarten soll noch in diesem Jahr ein Förderverein gegründet werden, kündigte sie an.

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