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65 000 Euro für mehr Sicherheit

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Kreisbrandinspektor Mario Binsch, stellvertretender Vorsitzender des Gleiberg Vereins Gerhard Schmidt und »Burgbaumeister« Ulrich Homberger vor den neu eingebauten Brandschutzvorhängen vor dem Speiseaufzug. © Theis

Gleiberg-Verein präsentiert auf der Burg Gleiberg die neuen Brandschutzmaßnahmen, die nach einer Überprüfung getroffen werden mussten.

Wettenberg (lth). Alle fünf bis sechs Jahre wird die Burg Gleiberg als Gebäude besonderer Art und Nutzung bei einer sogenannten Gefahrverhütungsschau durch die Feuerwehr des Landkreises untersucht. Hierbei werden vor allem Brandschutzvorkehrungen überprüft. Im Sommer 2020 fand diese zuletzt auf der Burg statt. Bei einem Pressetermin am gestrigen Freitag wurden die neuen Sicherheitsvorkehrungen, die der Gleiberg-Verein treffen musste, vorgestellt. Insgesamt beliefen sich die Kosten, die der Verein zahlen musste, auf rund 65 000 Euro

Der Gleiberg-Verein hat alle damals festgestellten Mängel und veraltete Technik wieder auf den neuesten Stand gebracht. Dies quittierte Kreisbrandinspektor Mario Binsch den anwesenden Verantwortlichen beim Abnahmetermin. Der Verein hatte nach Überprüfung vor zwei Jahren den Brandschutzverständigen Elmar Martin beauftragt, ein Brandschutzgutachten zu erstellen. Nach dessen Gutachten wurden die nötigen Maßnahmen verbessert und umgebaut. »Uns ist es ganz wichtig, im Interesse der Besucher sowie auch der Mitarbeitenden von Axel Horn als Betreiber der Gastronomie, dass wir hier ein hohes Maß an Sicherheit bieten und der Brandschutz gewährleistet ist«, sagte der stellvertretende Vorsitzende Gerhard Schmidt.

Bei der damaligen Überprüfung war es zum einen wichtig, zu schauen, wie sicher Ortsfremde, zum Beispiel Restaurantbesucher, das Gebäude im Ernstfall verlassen können. »Die Entfluchtung muss funktionieren«, sagte Brandinspektor Binsch. Zum anderen ging es um die Verhinderung und weitere Ausbreitung von Feuer und Rauch.

Konkret wurden in vier Bereichen Maßnahmen umgesetzt. So wurde eine neue zentral geschaltete Brandmeldeanlage installiert. Rauchmelder wurden dazu in allen Räumen wie auch im Dachstuhl ergänzt. »Diese sind alle untereinander vernetzt, so kann von einem Punkt aus geschaut werden, in welchem Raum der Alarm ausgelöst wurde«, erklärte »Burgbaumeister« Ulrich Homberger. Neue Brandschutztüren sind sowohl im Ober- wie auch im Untergeschoss neu eingebaut worden.

Im Restaurantbereich wurden die Türen extra angefertigt, damit sie sich optisch in die historische Umgebung einpassen. So ist, wenn überhaupt, nur bei genauerem Hinsehen zu erkennen, dass es sich um eine Brandschutztür handelt.

Komplett neu wurden in der Küche der Gastronomie Brandschutzvorhänge an den Speiseaufzügen installiert. Diese schließen sich vollautomatisch mit einem lauten Signalton nach Betätigung eines Alarmknopfs. So ist gewährleistet, dass, wenn in der Küche ein Brand entsteht, der Rauch sowie das Feuer nicht durch den Speiseaufzug gelangt.

Außerdem wurde der Notausstieg, der über der Oberburg verläuft, ergänzt. Hier wurde zusätzlich ein kleiner Steg sowie eine Leiter angebaut, um den Fluchtweg sicherer zu machen. In naher Zukunft soll die Wettenberger Feuerwehr über eine Alarmübung den Ernstfall proben. »Dieser findet hoffentlich niemals statt, dennoch ist es wichtig, dass unsere Einsatzkräfte sich mit den Gegebenheiten auf der Burg vertraut machen«, meinte Schmidt. Auch Kreisbrandinspektor Mario Binsch hält die Übung für notwendig. »Die Einsatzkräfte können sich ein direktes Bild machen und so auch die Vorteile der neuen Brandschutzmaßnahmen kennenlernen. Die zentrale Hausmeldeanlage zum Beispiel ist nämlich auch für die Feuerwehr sehr nützlich, um direkt erkennen zu können, in welchem Raum ein Brand ausgebrochen ist.«

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