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Attraktiv und leicht zugänglich

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Die neue KuKuK-Ausstellung »Sehnsuchtsorte« zeigt Malerei auf unterschiedlichen Materialien und Fotos. © Schultz

Der Titel »Sehnsuchtsorte« der neuen KuKuK-Ausstellung lässt ahnen, was den Akteuren beim Schaffen durch den Kopf ging. Das Schöne ist, es teilt sich dem Betrachter mühelos mit.

Wettenberg (hsch). Der Kunst- und Kulturkreis Wettenberg e. V. (KuKuK) trotzt der Pandemie und zeigt jetzt wieder eine neue Ausstellung - ohne Vernissage. Der Titel »Sehnsuchtsorte« lässt ahnen, was den Akteuren beim Schaffen durch den Kopf ging. Das Schöne ist, es teilt sich dem Betrachter der zahlreichen Werke mühelos mit, insgesamt ist es wieder eine attraktive Schau geworden. Samstag ging es los.

»Zwischen Universum, Kühlschrank und Siegertreppchen sind wohl auch die Sehnsuchtsorte der 14 Kunstschaffenden angesiedelt, die diese Ausstellung gestalten«, so der KuKuK zur Schau. Es sind elf Vereinsmitglieder und drei Gäste.

Große Abwechslung

Viele Mitglieder sind ganz schön weit rumgekommen in der Welt, das belegen Motive aus Afrika und Nordeuropa und natürlich viele aus dem europäischen Ausland. So kommt handwerklich, inhaltlich und stilistisch eine große Abwechslung zustande. Die speist sich allerdings vor allem aus der kreativen Vielseitigkeit der Macher. Einige von ihnen sind diesmal nicht vertreten, was die Schau vom Gesamtbild her etwas schmaler wirken lässt. Gar nicht schmal ist jedoch die Bandbreite der einzelnen Teilnehmer. Nicht selten zeigen sie wie Barbara Yeo-Emde etwa sehr stimmungsvolle Fotografien und zusätzlich, erstmals hier, eine Quiltarbeit. Ihre Arbeit »Unser traumhaftes Refugium« (Quilt mit Applikationen) verbindet einen klar malerischen Ansatz mit mischtechnischem Verfahren. Sie hat einfach ein paar Tierfiguren eingefügt, und am Himmel sieht man süße Vögelchen rumschwirren, die ein bisschen wie Hühner aussehen. Der Duktus hat etwas Klares, Deutliches und zeigt bei aller Liebe zum eigenen Heim eine kreative Distanz - nicht übersüßt also.

Barbara Ritzkowski, Cornelia Hollaender und Lea Herlitz (als Gast) zeigen Fotografien, Ingrid Wortmann-Wilk bringt eine Fotocollage und trügerisch naive Malerei. Und Johannes Eucker hat ein Stück Sandstrand in der Bretagne als ungewöhnliche abstrakte Malerei aufgefasst. Es ist eine wirkungsvolle, sehr abwechslungsreiche Werkgruppe.

Bernd Rosenbaum zeigt wieder im großen Format Druckfarben auf Metall, Angelika Eichenauer zieht den Betrachter geradezu magisch in ihre abstrakten Landschaften hinein, die sie mit Schichten aus Spachtelmasse und Pigmenten schafft. Gabriele Köhlinger, neu im Verein, bevorzugt ungegenständliche Malerei, am liebsten mit dem Spülschwamm. Sand und andere Materialien fügt sie hinzu. Sehenswert sind jedoch auch ihre abstrakten italienischen Straßenansichten, sehr expressiv und mit stimmiger Handschrift angefertigt.

Und Gabriele Herlitz schwelgt im emotionalen Farbrausch. Johanna Reckler, als Gast dabei, bevorzugt große Formate, um ihren Gefühlen während des Malprozesses freien Lauf lassen zu können.

Hohe Qualität

Die Inszenierung ist diesmal nicht so attraktiv gelungen, die Qualität der Werke lässt aber wieder nichts zu wünschen übrig, man sollte sich für die Ausstellung reichlich Zeit mitbringen.

Noch bis 20. März, samstags und sonntags, von 15 Uhr bis 18 Uhr in der KuKuK-Halle (Goethestraße 4b, Wißmar).

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