1. Startseite
  2. Kreis Gießen
  3. Wettenberg

Das Beste kommt zum Schluss

Erstellt: Aktualisiert:

gikrei_110222_ErfinderHa_4c_1
»Alpenkidz-Surprise«-Erfinder Hasan Alp zusammen mit seiner Frau und den drei Kindern in der heimischen Küche, in der seine Erfindung häufig Anwendung findet. © Theis

Ein Launsbacher will mit seiner Erfindung Kinder spielerisch zum Essen animieren.

Wettenberg (lth). Viele Eltern werden ein Lied davon singen können: Die Kinder essen die ihnen vorgesetzte Mahlzeit entweder nicht auf oder rühren sie erst gar nicht an. Auch Familie Alp aus Wettenberg hatte bei ihren drei Kindern mit diesen Problemen zu kämpfen. Vater Hasan Alp wollte das Essverhalten seiner Kinder ändern, ohne ihnen etwas aufzwingen zu müssen. Daher tüftelte er seit 2019 an seiner Erfindung: Dem »Alpenkidz Surprise«, einem doppelten Boden, der in jede handelsübliche Schüssel passt, und unter der man eine Überraschung verstecken kann. Seit mehr als einer Woche verkauft er nun sein Produkt auf seiner eigenen Homepage und hätte mit dem aktuellen großen Zuspruch und den vielen Bestellungen nicht gerechnet. Im Gespräch mit dem Gießener Anzeiger erklärt der 33-jährige Familienvater was hinter seiner Erfindung steckt.

Viele Kinder sind beim Essen sehr wählerisch. Unbekanntes und Neues möchten sie nicht einmal probieren. Manche verlangen jeden Tag das gleiche zu essen wie zum Beispiel nur Nudeln ohne Soße und wieder andere sortieren selbst winzige Gemüsestückchen aus dem Essen aus. Für viele Eltern kann diese Phase zur Geduldsprobe werden. So ging es auch Hasan Alp und seiner Frau, die seit 2017 in einem Haus in Launsbach wohnen. »Meine Kinder haben nicht gut gegessen oder waren sehr wählerisch was die Auswahl anging«, erklärt er. So entstand bei ihm im Kopf die Idee zum »Alpenkidz Surprise«.

Der 33-Jährige wollte das Essproblem seiner Kinder lösen, ohne ihnen dabei etwas aufzwingen zu müssen. Zusammen mit seiner Frau versuchte er, seinen Kindern Anreize zu schaffen, damit sie ihre Portion aufessen oder auch mal ihnen unbekannte Lebensmittel probieren. »Ich wollte, dass meine Kinder schon beim Essen wissen, dass sie eine Überraschung erwartet«, so Alp, der fortan an seiner Idee herumtüftelte, um sie nach seinen Vorstellungen zu realisieren. So dauerte es zwei Jahre bis er seine Vision in die Tat umsetzen konnte. Von Anfang an hat der Launsbacher, der als Sachbearbeiter beim Regierungspräsidium Gießen arbeitet, alles selbst finanziert. Bis heute hat er eine Summe im kleinen fünfstelligen Bereich investiert. Zunächst habe er am PC und mit Bleistift erste Entwürfe kreiert. »Zusammen mit einem Designer habe ich es mir dann erstmals in einem 3D-Drucker herstellen lassen, um ein erstes Gefühl zu bekommen und es greifbar zu machen«, blickt er zurück. Mitte des vergangenen Jahres sei seine Erfindung dann final geworden, so dass sie seinen Vorstellungen entsprach.

Heraus gekommen ist ein doppelter Boden, der in jede durchschnittliche Schüssel passt. Auf den Boden der Schüssel legt man die Überraschung. Das können Gegenstände oder auch Süßigkeiten sein. Darauf legt man den »Alpenkidz Surprise«. Durch leichten Druck erzeugt dieser in der Schüssel ein Vakuum und verschließt so den entstehenden Hohlraum. Dieser ist danach sogar komplett wasserdicht, so dass nichts in den Hohlraum gelangt. Mit leichtem Ziehen an der Gabellasche öffnen die Kinder das »Geheimfach« und erhalten ihre Belohnung.

Nach der Eintragung seiner Erfindung beim Patentamt folgte der Aufbau der Homepage samt Online-Shop. Noch keine zwei Wochen sind vergangen, da gab es bereits Bestellungen, kann sich der Wettenberger nicht beschweren. »Ich bin anfangs davon ausgegangen, dass nur wenige bis keine Bestellungen in den ersten Tagen eingehen, da ich auch keine Werbung außerhalb von Social-Media bislang gemacht habe.«

Doch mittlerweile sind bereits einige auf sein junges Start-up aufmerksam geworden, und es gab viel positives Feedback. Sogar eine Kindertagesstätte in der Umgebung hat bereits 30 »Alpenkidz Surprise« geordert.

Ziel ist die »Höhle der Löwen«

Beim Verpacken oder Bekanntwerden der Produkte hilft ihm seine Frau, die den Instagram-Kanal der Marke »Alpenkidz« betreut. Auch seine Kinder helfen fleißig mit, so dass Alp selbst von einem kleinen Familienunternehmen spricht. In den nächsten Monaten will der dreifache Familienvater seine Erfindung noch bekannter machen.

Zunächst will er Kindertagesstätten im gesamten Landkreis sowie Krankenhäuser mit Kinderstationen ansprechen und sein Produkt vorstellen. Auf Messen für Kinderartikel hat er sich angeldt und hofft, dass sie auch in der Pandemie stattfinden werden.

Sein Ziel ist die Teilnahme an der bekannten TV-Show »Die Höhle der Löwen«. Hier könnenStart-ups für ihre Produkte bekannte Investoren wie Judith Williams, Carsten Maschmeyer oder Ralf Dümmel gewinnen. »Für die TV-Show angemeldet habe ich mich bereits und wurde sogar von der Produktion kontaktiert. Da allerdings der Dreh für neue Staffel bereits läuft und fast abgeschlossen ist, hoffe ich, dass ich es in der zweiten Jahreshälfte in die Show schaffe.«

Zu finden ist Alps Online-Shop mit weiterne Produkten unter www.alpenkidz.de.

gikrei_110222_alpenkidzs_4c_1
Oben gesundes Obst, unten die Überraschung. So funktioniert der »Alpenkidz-Surprise«. © Nadja Maisner

Auch interessant