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Es soll häufiger »geblitzt« werden

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Die einen sehen in solchen mobilen Geschwindigkeitsmessanlagen eine Notwendigkeit, andere dagegen eine moderne Form der »Wegelagerei«. Symbolfoto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa © Red

Wettenberg/Staufenberg . Wer mit einem Kraftfahrzeug in der Gemarkung Wettenberg unterwegs ist und dabei gerne mal etwas kräftiger aufs Gaspedal tritt, sollte sich das im kommenden Jahr noch gründlicher überlegen als bisher schon. Die Gemeinde plant nämlich zusammen mit den Nachbarn in Staufenberg einen »gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirk zur Überwachung des fließenden Verkehrs«, wie der nun im Wettenberger Haupt- und Finanzausschuss behandelte Antrag überschrieben ist.

Vom Amtsdeutsch ins Umgangsspachliche übersetzt, bedeutet das nichts anderes, als dass es künftig häufiger Geschwindigkeitsmessungen in Wettenberg geben wird - mit den vorgesehenen 60 Tagen sogar dreimal so viele wie vorher. Noch steht das endgültige Votum der Gemeindevertretung am 10. November aus, doch das einstimmige Ergebnis im Ausschuss ist ein deutlicher Fingerzeig, wie es wohl ausgehen dürfte.

»Nicht mehr Geld«

»Es ist nicht unser oberstes Ziel, damit mehr Geld zu verdienen«, machte Bürgermeister Marc Nees bei der Sitzung deutlich. Im Vordergund steht hier vielmehr der Sicherheitsaspekt. Im Übrigen ist es nicht der erste Ordnungsbehördenbezirk dieser Art. Schon seit einigen Jahren besteht ein solcher in Sachen fließender Verkehr aus den Kommunen Wettenberg, Biebertal, Heuchelheim, Langgöns und Staufenberg. Dieser wird allerdings zum Jahresende aufgelöst.

Wie ebenfalls im Ausschuss zu erfahren war, soll die Koordination des neuen Messverbunds, also auch für die Partner in Staufenberg, weiterhin durch die Gemeinde Wettenberg erfolgen. Umgekehrt profitiert man dort von der mobilen Messanlage, welche Staufenberg zusammen mit Lollar gekauft hat, denn sie wird den Wettenbergern gegen einen jährlichen Abschlag von 5000 Euro für ihre Einsätze an »neuralgischen Punkten« zur Verfügung gestellt. Darin enthalten sind unter anderem die Kosten für Personal, Wartung und Versicherung.

Fallauswertung

Im Gegenzug zahlt die Stadt Staufenberg der Gemeinde Wettenberg pro Jahr 30 000 Euro für den Personalaufwand, den die Fallauswertung aller »erwischten« Raser inklusive Verschicken der Bescheide kostet. Hierbei orientiert man sich an den Fallzahlen der Geschwindigkeitsverstöße in den vergangenen Jahren, und das hochgerechnet auf die zur Verfügung stehenden Messtage.

Sollte die Gemeindevertretung in der kommenden Woche der Beschlussvorlage zustimmen, will der Gemeindevorstand »umgehend« die Neubildung des Ordnungsbehördenbezirks beim Landkreis Gießen und dem Regierungspräsidium (RP) Gießen einleiten. Dieser würde dann nach der Veröffentlichung im Amtsblatt »Staatsanzeiger« in Kraft treten und seine Arbeit beginnen. »Um eine schnelle Wiederaufnahme der Messtätigkeit zu gewährleisten«, solle dies so zeitnah wie möglich angestoßen werden, heißt es. Denn man hält an dem laut Verwaltungsleiter Christoph Ludwig »ambitionierten Ziel« fest, den Messverbund zum 1. Januar 2023 ins Leben zu rufen und somit die Geschwindigkeitsmessungen nach zwei Jahren Unterbrechung wieder aufzunehmen. Ob Letzteres aber den meisten Autofahrern überhaupt aufgefallen ist?

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