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Fünf Varianten für Zukunft des Bussi

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Von: Lukas Jahn

Wettenberg (ljh). Wie geht es weiter mit dem Wettenberger Bussi? Die langfristige Ausgestaltung und Zukunft der Linie 82 sind auch nach der Sitzung des Bauausschusses unklar. Aber eins steht für Bürgermeister und Gemeindevertreter fest: Das Angebot soll und wird zunächst in jedem Fall erhalten bleiben.

Die aktuelle Situation des Bussis kann nur als unbefriedigend bezeichnet werden, wie auch Bürgermeister Marc Nees (parteilos) einräumte. Die Nutzerzahlen ergeben eine Auslastung von durchschnittlich etwa zwei Fahrgästen pro Tag. Zudem wird der bisher vom Landkreis gewährte Zuschuss zum neuen Jahr wegfallen. Dann läuft auch der aktuelle Vertrag mit dem Betreiber aus. Das vor allem soziale Projekt Bussi soll jedoch nach dem einhelligen Willen der Kommunalpolitik erhalten bleiben, man »will es sich leisten«, wie Nees es formulierte. Doch einfach so weitermachen wie bisher will man angesichts erwarteter Kostensteigerungen und der geringen Auslastung auch nicht. Eine Umfrage unter den Bürgern Wettenbergs und Biebertals hatte zuletzt sehr unterschiedliche Bedarfe aufgezeigt. Zur Zukunft des Bussis hat die Gemeindeverwaltung daher fünf Varianten erarbeitet.

Fördertopf einrichten

Den meisten Anklang fand dabei die Variante eines Fördertopfes zur Bezuschussung von Fahren mit gängigen Verkehrsmitteln wie Minicars oder Taxen innerhalb der Gemeinde, nach Biebertal oder Gießen. Diese Idee soll jedoch nach dem Willen des Bauausschusses noch möglichst flexibel und bedarfsgerecht vom Gemeindevorstand ausgearbeitet werden. Solange, bis eine finale Entscheidung steht, soll das Bussi aber keinesfalls zum Jahresende auslaufen. Vielmehr empfiehlt der Bauausschuss einstimmig eine zunächst möglichst kurze Verlängerung des Angebots in seiner aktuellen Form, um die Mobilität der Nutzer weiter sicherstellen zu können. Unabhängig davon will man beim Verkehrsprojekt »on demand« des Landkreises mit Anbindung an Lollar teilnehmen.

Bezüglich der Abstufung der Kreisstraße 394 zwischen Wettenberg und Salzböden zur Gemeindestraße sieht man in Wettenberg aktuell keinen Handlungsbedarf. Der Landkreis will die Straße nach jahrelangen Debatten nun endlich sanieren. Wenn dies erledigt ist, sollen verschiedene Abschnitte der Straße nach Vorstellung des Landkreises von Wettenberg und Lollar übernommen werden. Die Kommunen wären dann dafür zuständig. Dazu wurde eine Vereinbarung vorgelegt.

Nees und auch die Mehrheit der Mitglieder des Bauausschusses halten jedoch nichts davon, dieser Vereinbarung zuzustimmen. Wettenberg gehe bei Übernahme der Straße langfristig unkalkulierbare Risiken wie Folgekosten und Verkehrssicherungspflichten ein. Man habe aktuell keine Not, die Straße zu übernehmen, sie könne beim Kreis verbleiben.

Ob dies jedoch auch ohne Vereinbarung zwischen den Parteien der Fall wäre, ist zumindest fraglich. Der Landkreis sieht die rechtlichen Voraussetzungen einer Klassifikation als Kreisstraße nicht mehr erfüllt und könnte dann versuchen, in einem Verwaltungsverfahren die Straße den Kommunen zuzuschreiben, wogegen diese wiederum vorgehen könnten.

Keine Begeisterung über Multifunktionsplatz

Ebenfalls kritisch gesehen wird der Plan des Landkreises, auf dem Gelände der alten Grundschule Krofdorf-Gleiberg ein Multifunktionsspielfeld zu errichten. Dafür soll das alte Gebäude abgerissen und auf dem dahinterliegenden Bereich eine Spiel- und Sportfläche für die Schule und außerhalb der Schulzeiten für die Öffentlichkeit entstehen.

Auch diesbezüglich hat der Kreis eine Vereinbarung vorgelegt. Diese sieht bei Gesamtkosten von 455 000 Euro eine 50-prozentige Beteiligung der Gemeinde vor. Für die Mitglieder des Bauausschusses zu viel für einen Bolzplatz, der zudem nicht den Bedarf erfülle. Laut Nutzungsbedingungen müsste der Platz ohnehin umzäunt und abschließbar gemacht werden. Außerdem äußerten Anwohner Bedenken bezüglich des möglichen Lärms. Ein Schallschutzgutachten steht noch aus.

Dr. Gerhard Noeske (CDU) erinnerte allerdings auch an das Versprechen an die Krofdorfer Jugendlichen, einen Ersatz für den im Zuge des Neubaus wegfallenden Bolzplatz an der Burgstraße zu schaffen. Dafür sollen nun alternative Flächen gesucht werden. Ein möglicher Ort könnte unmittelbar unter der Burg liegen.

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